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Großaitingen

21.06.2020

Seit 150 Jahren tischt Familie Weis im "Gasthof zum Grünen Kranz" auf

Der „Schlemmerteller zum Grünen Kranz“ ist das Lieblingsgericht der Gäste. „Da ist etwas von allem dabei. Die Leute brauchen sich nicht zu entscheiden“, sagt Wirt Bernhard Weis.
Bild: Marcus Merk

Plus Wir stellen Gaststätten im Augsburger Land vor, die etwas Besonderes zu bieten haben. Zu Besuch beim Landgasthof zum Grünen Kranz in Großaitingen.

Wer den Landgasthof zum Grünen Kranz in Großaitingen betritt, spürt sofort den urigen Charme. Die Steinfliesen, die Holztische und die gelbgestrichenen Wände, vor allem aber der Duft nach herzhaftem Essen prägen den ersten Eindruck eines Gasthofs mit viel Tradition.

Familie Weis führt den Hof in Großaitingen seit 150 Jahren

Der Landgasthof in Großaitingen ist eines der ältesten Gebäude im Ort. Das Haus ist 360 Jahre alt und seit über 150 Jahren in Besitz von Familie Weis. Bernhard Weis führt den Landgasthof zum Grünen Kranz in Großaitingen in der fünften Generation. „Mein Ur-Ur-Großvater hat den Hof noch mit Gulden gekauft“, sagt Weis. Der Legende nach erwarb Aloys Weis den Landgasthof im August 1867 für 13850 Gulden. Früher waren auf dem Hof eine Bäckerei, eine Brauerei, eine Metzgerei und eine Brennerei und ein Eiskeller. Einen Lagerkeller, der wenige hundert Meter weiter steht, gibt es immer noch. Er gehört aber nicht mehr zum Landgasthof: „Das ist nach dem Krieg alles neu verteilt worden“, sagt Weis. Der Hof war lange Zeit als Gasthof Weis bekannt, ehe Alois Weis jun. ihn 1994 übernahm und den Namen „Gasthof zum Grünen Kranz“ wieder etablierte.

Der Landgasthof wurde im Jahr 1660 errichtet. Das Jahr steht auf der Giebelseite des Gebäudes geschrieben.
Bild: Marcus Merk

Die Küche im Landgasthof ist bayerisch und schwäbisch geprägt, manchmal gibt es auch überregionale Gerichte. Auf der Karte finden sich viele herzhafte Fleischgerichte – etwa Steaks, Burger oder Ochsenfleckerl. Die Zutaten kommen aus der Region. „Die Eier holen wir oben vom Eierhof“, sagt Weis. Das Fleisch kommt vom Schlachter aus Augsburg.

Das beliebteste Gericht sei der Schlemmerteller zum Grünen Kranz. Er besteht aus einem Zwiebelrostbraten vom irischen Weideochsen, einem Schweinemedaillon und einem kleinen Schnitzel. Das deftige Gericht wird mit Marktgemüse und einem Rahmschwammerl verfeinert, dazu gibt es Pommes und Butterspätzle. Das Gericht sei so beliebt, weil die Gäste sich nicht für ein spezielles Fleischgericht entscheiden müssen.

Bernhard Weis kommt seinen Gästen entgegen

Der Landgasthof zum Grünen Kranz hat viele Stammkunden aus dem Landkreis Augsburg, einige kommen direkt aus der Stadt. In Großaitingen ist der Grüne Kranz auch Anlaufpunkt für Vereinsveranstaltungen. Die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr findet dort regelmäßig statt, genauso wie Kommunionen und standesamtliche Hochzeiten.

Landgasthof Grüner Kranz in Großaitingen
Video: Piet Bosse

Auch Fußballfans von weiter weg kommen immer wieder zum Grünen Kranz. „Jahrelang sind Hamburg-Fans mit einem Bus aus Liechtenstein und der Schweiz an gereist, wenn der HSV in Augsburg gespielt hat. Auf dem Heimweg sind sie dann immer bei mir eingekehrt“, erinnert sich Weis. Seinen Gästen entgegenzukommen, ist Bernhard Weis besonders wichtig. „Die Wünsche, die ich erfüllen kann, erfülle ich“, sagt er. Das sei auch der Grund, warum es beim Grünen Kranz keinen Aufpreis für Beilagenänderungen gibt. Manch einer habe sich darüber schon gewundert, sagt Weis. Aber: „Das ist ja kein Aufwand, eben etwas zu ändern, wir haben die Speisen ja eh da.“ Seine Gastfreundlichkeit sieht er als Erfolgsrezept: „Deshalb haben wir auch Stammgäste, die seit Jahren kommen.“ Einige waren schon Gäste seines Bruders, andere sind neu hinzugekommen, seitdem er den Gasthof leitet.

Bernhard Weis (rechts) gemeinsam mit seinem Sohn Timo. Der 22-Jährige ist gelernter Verkäufer und hilft neben der Arbeit vor allem am Wochenende im Landgasthof mit. Er sagt: „Wenn mein Vater mich braucht, dann bin ich natürlich da.“
Bild: Marcus Merk

Die ganze Familie hilft im Landgasthof zum Grünen Kranz mit

Bernhard Weis hat das Lokal 2010 übernommen, sein großer Bruder wollte nach 16 Jahren eine berufliche Veränderung und ist jetzt Küchenchef in einem Hotel. Auch Bernhard Weis, der gelernter Restaurantfachmann und Barkeeper ist, hat schon im Hotel gearbeitet. Er war drei Jahre im Königshof am Stachus in München. Nachdem er für zehn Jahre die Branche gewechselt und in der Lebensmittelindustrie gearbeitet hatte, ist er nach Großaitingen zurückgekehrt, um den Familienbetrieb zu übernehmen. „Meinem Vater hat es das Herz gebrochen, als mein Bruder aufgehört hat. Da habe ich das gemacht.“

Weis bedeutet es viel, den Landgasthof seiner Familie zu leiten. Und alle packen mit an: „Meine Mutter und meine Tante putzen einmal in der Woche ehrenamtlich und wir zwei arbeiten ehrenamtlich“, sagt Bernhard Weis und schaut zu seinem Sohn Timo. Timo Weis ist gelernter Verkäufer und arbeitet in Gersthofen. Am Wochenende hilft er häufig im Landgasthof. „Wenn viel los ist, schenke ich aus. An Silvester, an Weihnachten und bei großen Feiern helfe ich auch“, sagt der 22 Jährige, der in der Gastronomie aufgewachsen ist.

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