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Aktion

10.10.2019

Selbstversuch: Wenn das Handy Kinder ablenkt

Selbstversuche mit dem ADAC zeigen Schülern, wie leicht sie im Straßenverkehr abzulenken sind, sei es durchs Handy, durch Ohrhörer oder Kameraden.
Bild: Anja Fischer

Mit dem ADAC erfahren Schüler, wie leicht ein Auto zu übersehen oder sein Bremsweg zu unterschätzen ist

Beim ADAC-Programm „Hallo Auto“ lernen Schüler, den Anhalteweg eines Autos einzuschätzen. Das Projekt war nun zu Besuch an der Mittelschule Bobingen, um dort den Schülern der sechsten Klassen aufzuzeigen, wie wichtig es ist, achtsam im Straßenverkehr zu sein.

Ziel des Verkehrssicherheitsprogramms ist es, dass sich die jungen Teilnehmer Schritt für Schritt die lebensrettende Formel „Reaktionsweg + Bremsweg = Anhalteweg“ einprägen, wie Kursleiterin Ingrid Meindl erklärt. Sie führt an zwei Tagen pro Woche die Seminare für den ADAC durch. Um den Schülern deutlich zu machen, wie lange ein Auto tatsächlich braucht, bis es bei einer Vollbremsung zum stehen kommt, lässt sie die Schüler nummerierte Pylone aufstellen. Dann setzt sich Ingrid Meindl hinter das Steuer des Demonstrationsfahrzeugs, beschleunigt auf Tempo 50 – und bremst. Das Ergebnis: Sie schlittert an den Pylonen vorbei. Im Ernstfall hätten die Kinder die Situation im Straßenverkehr falsch eingeschätzt und damit sich und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr gebracht.

Noch eindrucksvoller wirkt auf die Schüler der Selbstversuch: Sie dürfen das ADAC-Fahrzeug vom Beifahrersitz aus mit einem Zweitpedal selbst auf nasser Fahrbahn zum Stehen bringen. Das Ergebnis überzeugt vom Sinn der Gurtpflicht. „Das drückt einen ganz schön in den Gurt“, geben die Kinder zu und verstehen jetzt besser, warum das lästige Anschnallen so wichtig ist. Ingrid Meindl erklärt das noch einmal und betont: „Wir sind jetzt nur Tempo 30 gefahren – stellt Euch mal vor, wie das bei Tempo 100 ist!“ Ebenfalls durch einen Selbstversuch erleben die Kinder die ablenkende Wirkung durch Smartphones und Kopfhörer und wissen am Ende: „Auch als Fußgänger sollen wir auf den Verkehr hören und besser aufpassen!“. Und dass die Eltern beim Fahren nicht den Blick oder eine Hand am Handy haben, wird bei den Schülern künftig auch besser kontrolliert werden.

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Lehrerin Edith Muliyanto ist froh, dass ihren Schülern so eindrucksvoll die Gefahren im Straßenverkehr vermittelt wurden. Durch ihre Initiative kam das ADAC-Programm nach Bobingen. „Ich habe leider beobachten müssen, wie manche unserer Schüler im Straßenverkehr doch oft noch recht sorglos sind“, erzählt sie über die Hintergründe. „Sie schlendern einfach über die Straße, ohne richtig zu schauen.“ Gerade bei der Überquerung der Jahnstraße zum Sportunterricht sei das oft zu beobachten. Die Sicherheit der Kinder liege ihr und ihren Kollegen aber sehr am Herzen. „Ich hoffe deshalb, das Programm prägt sich ein“, sagt Edith Muliyanto.

Wenn man den Antworten auf die Abschlussfragen von Ingrid Meindl glauben darf, tut es das. Die Kinder wissen nun, dass ein Auto erst nach Reaktionszeit und Bremsweg zum Stehen kommt und wie wenig man den Straßenverkehr einschätzen kann, wenn man durch das Handy abgelenkt ist, oder dank der Ohrstöpsel nichts mehr mitbekommt. Dass es beim Selberbremsen gedauert hat, bis das Fahrzeug still stand, hat sich ebenfalls eingeprägt. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Schüler an diese ungewöhnlichen Unterrichtsstunden noch lange erinnern.

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