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Bobingen

20.09.2017

Shanties und Seemannsgarn an der Singold

Virtuose auf dem Schifferklavier: Fritz Schnurr war einer der Solisten des Abends, die dem Konzert des Seemannschores mal temperamentvolle, mal romantische Akzente gaben.

Lieder und Geschichten von der Waterkant amüsieren in Bobingen. Der Königsbrunner Seemannschor lässt hier Schiffe schaukeln und das Publikum schunkeln. Das klingt mal romantisch, mal stürmisch.

Der Königsbrunner Seemannschor hat erstmals Kurs auf Bobingen genommen. Seit der Gründung 1990 bestritt der Chor schon zahlreiche Auftritte, 2007 ehrte die Stadt Königsbrunn die Sänger mit dem Kulturpreis. Nun setzten sie erstmals nach 27 Jahren die Segel gen Bobingen und enterten die Singoldhalle, um mit Gesang und Humor an Bord das Publikum bereits mit den ersten Liedern zu erobern. Lediglich einmal, vor vielen Jahren, soll eine Abordnung des Chores Königsbrunner Künstler bei einer Vernissage in Bobingens Rathaus musikalisch unterstützt haben.

Schwungvoll und gestenreich

„Bobingen ist auch ganz schön“, bemerkte nun Moderator Hubertus Jonas mit einem Augenzwinkern. Humorvoll präsentierte er Anekdoten, Geschichten und Wissenswertes aus der maritimen Welt und war sichtlich erleichtert, dass auch der diesjährige Zusatztermin außerhalb der Heimatstadt einen bestens gefüllten Saal bescherte. Der Zulauf bei den Konzerten sei wohl doch nicht alleine der traditionellen Maibowle und dem Kuchenbuffet der Ehefrauen – bei den Jungs auch Schnatterliesen genannt – zu verdanken.

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Schwungvoll und gestenreich schmetterte der Seemannschor nun nahe der Singold unter der Leitung von Andreas Lübke bekannte Titel wie „Wir sind Jungs von der Waterkant“, „Eine Seefahrt die ist lustig“ oder „Wir lagen vor Madagaskar“. Die Sänger leben ihre Lieder. So schien beim „Rumfallera“ allein die liebevoll mit Seehund, Schifferklavier und Rettungsring dekorierte Reling den Sturz von der Bühne vermeiden. Solisten spinnen Seemannsgarn

Temperamentvoll und stimmgewaltig präsentierten sich auch Charly Kugelmann, Heinz Becker, Werner Brenner und Hans Fastl. Humorvoll spannen die Solisten mächtig Seemannsgarn. Charly Kugelmann kippte auf dem Weg „Einmal noch nach Bombay“ gar einen Kurzen auf der Bühne. Hans Fastls Interpretation von „La Paloma“ stimmte schon auf den romantischen Teil ein, als er, von Tobias Müller auf der Mandoline begleitet, durch die Zuschauerreihen lief.

Nach der Pause übernahm Kai Nepolsky das Ruder und fand amüsant die Überleitung von „Schön ist die Liebe im Hafen“ zu „Unter der roten Laterne von Sankt Pauli“. Schunkelnd sang das Publikum nicht nur beim Hamburg Medley mit. Rainer Ullrich und Fritz Schmurr unterstützten die Sänger mit dem Schifferklavier, begleitet von Bernd Müller mit Gitarre und Tobias Müller an Bass und Mandoline. Die Rhythmik gab Angela Schweickart auf dem Schlagzeug vor.

Der Seemannschor entließ seine Zuhörer zum Abschied in eine „Blaue Nacht am Hafen“, was aber erst nach drei Zugaben, einem auf der Bootsmannspfeife gepfiffenen Signal „Ruhe im Schiff“ und der Aufforderung „Licht aus! Alle Gespenster auf Station“ gelang.

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