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Ärztehaus

02.01.2020

Sie helfen in Lebenskrisen

Hündin Ella ist zwar kein Therapiehund, aber in der Praxis der Psychologischen Psychotherapeutin Ruth X. Mücke und des systemischen Beraters Theo Dörfler gerne mit dabei.
Bild: Anja Fischer

Ruth X. Mücke und Theo Dörfler bieten in Untermeitingen ihre Hilfe an

Immer voller wird das neue Ärztehaus in Untermeitingen. Neu eingezogen sind dort nun Diplom-Psychologin Ruth X. Mücke und Theo Dörfler mit ihrer Praxis für Psychotherapie und systemische Beratung.

Mücke, die eine Weiterbildung zur psychologischen Psychotherapeutin im Bereich Verhaltenstherapie hat, machte mit der Anmietung ihrer Behandlungsräume den Anfang. Sie kommt ursprünglich aus Königsbrunn und fand nun nach Studium und Ausbildung wieder zurück in die Region. In ihrer Praxis reicht ihr Behandlungsspektrum von Burn-out, Depressionen und Ängsten in allen Lebenslagen bis hin zu Zwangserkrankungen. Dabei ist das Klischee vom Arzt auf dem Sessel und dem Patienten auf der Couch kein passendes Bild mehr, wie die Psychologin erklärt. „Ich sehe mich eher als eine erfahrene Bergführerin, die die Gefahren auf dem Weg kennt und die Fähigkeiten des Wanderers richtig einschätzen muss“, sagt sie. „Für besonders schwierige Ziele müssen vor dem Aufstieg besondere Kompetenzen aufgebaut und Sicherheitsmechanismen etabliert werden.“ Das Ziel suche der Patient selbst aus. Er entscheide, wo es hingehen soll und wie weit er sich hinaufwage. Mit diesem Bild könnte Psychotherapie tatsächlich etwas wie eine persönliche und spannende Entdeckungsreise werden. Hilfe für Menschen, die vor hohen inneren Bergen stehen und nicht wissen, wie sie den Aufstieg bewältigen sollen.

Zweiter Bestandteil der Praxis ist Theo Dörfler. Viele in der Umgebung kennen ihn von seinem Hauptberuf – als Schulleiter der Laurentius-Grundschule Bobingen. Er bietet in der Praxis systemische Beratung an. Dafür hat Dörfler eine zweijährige Ausbildung und Weiterbildung zu Systemaufstellungen gemacht. Anlass dazu waren zwei Herzinfarkte, die ihn dazu brachten, sein eigenes Leben zu überdenken.

Was bewegt einen Lehrer, sich in einem so anderen beruflichen Bereich zu bewegen? Dörfler lacht und klärt auf: So anders sei der Bereich gar nicht. In der systemischen Beratung gehe es um das System der eigenen Familie mit Eltern und Großeltern, das eine besondere Wirkung auf uns und unser Leben habe. Krisen im eigenen Leben ließen sich oftmals auf diese bedeutsamen Verbindungen und deren Wirkung auf das Leben zurückführen.

„In der Schule habe ich viele Beratungsgespräche, in denen es genau um diese Verbindungen geht“, stellt Dörfler fest. „Mir ist dort der systemische Hintergrund sehr bewusst, aber als Schulleiter sind mir Grenzen gesetzt. Ich kann in der Schule nicht therapeutisch tätig sein.“ Mit dem Wissen, wie wichtig Beratungen in diesem Bereich aber tatsächlich sein können, entschloss Dörfler sich, privat diese Schiene zu verfolgen. Der Schule bleibt er trotzdem erhalten, wie er beruhigt. „Als Berater arbeite ich erst ab dem späten Nachmittag, aber die Chance war jetzt einfach perfekt.“

Das Zusammentreffen mit Mücke erfolgte über einen Immobilienmakler und nachdem das Persönliche sofort passte, entschlossen sich die beiden, eine gemeinsame Praxis zu eröffnen. Wer auf der Suche nach Hilfe in einer aktuellen Lebenskrise ist, ist in den neu gestalteten Räumen mit Sicherheit gut aufgehoben.

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