Newsticker
Markus Söder appelliert an Bund: Konkretes Konzept für Corona-Schnelltests nötig
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Sie können die Zukunft kleiner Feuerwehren sein

Versammlung

11.01.2020

Sie können die Zukunft kleiner Feuerwehren sein

Ehrungen für den aktiven Dienst: (von links) Robert Sappler, Daniel Pfänder, 1. Kommandant Markus Mayr, Oliver Bißle, Bürgermeister Bernd Müller, Christian Mayr, Andreas Groll, Stefan Bosch, Jürgen Drechsler, Christian Dellinger und Hans Dieminger.
Bild: Anja Fischer

In Reinhartshausen wurde die erste junge Frau aufgenommen. Wie die Jahresbilanz ausfällt

Kommandant Markus Mayr wird nicht bange, wenn er an die Zukunft der Reinhartshauser Feuerwehr denkt. Das machte er bei der Jahreshauptversammlung in der Alten Schule deutlich: „Wir sind mit derzeit 55 Aktiven sehr gut aufgestellt“, erklärte er. Und dass in diesem Jahr die erste Frau mit dem traditionellen Handschlag in die Wehr aufgenommen werden konnte, sieht der langjährige Kommandant positiv.

Bereits vor einigen Jahren habe man im Vorstand diesen Schritt beschlossen und nun eben die erste Frau für die Jugend gefunden. Das bringe die Zeit und der Wunsch nach Gleichberechtigung mit sich, erkennt der Kommandant an und sieht in der Aufnahme von Frauen und Mädchen in den aktiven Dienst durchaus auch Vorteile: „Gerade in Reinhartshausen haben wir im Ort keine Arbeitgeber. Die Männer sind also den ganzen Tag in der Arbeit und weg vom Ort“, merkte Markus Mayr an. „Wenn die Frauen tagsüber erreichbar sind, können sie die Zukunft kleiner Feuerwehren sein.“ Er begrüße es daher sehr, dass nun mit Annika Dieminger die erste junge Frau ihren Weg in die Jugendfeuerwehr gefunden hat. Ihr zur Seite stehen Valentin Fischer und Moritz Schmidt, die ebenfalls mit Handschlag aufgenommen wurden.

Alle drei werden in den nächsten Jahren einiges zu lernen haben, bevor sie mit den Erwachsenen Dienst am Nächsten tun können. Die Reinhartshauser Wehr legt viel Wert auf eine gute Ausbildung und wendete dafür 890 Stunden auf. Allein die beiden Gerätewarte Stefan Bosch und Stefan Drexel leisteten knapp 200 Arbeitsstunden in ihrem Bereich und kümmerten sich vorbildlich um die Ausrüstung, damit sie und ihre Kameraden immer sicher zu den Einsätzen gelangen und dort ihre Arbeit tun können.

Dabei begann das Einsatzjahr in Reinhartshausen erst in der zweiten Jahreshälfte. Dann aber musste die Wehr erst einen Brand an einer landwirtschaftlichen Ballenpresse löschen, dann zwei Ölspuren im Ortsgebiet beseitigen. Außerdem gab es zwei schwere Verkehrsunfälle auf der A13. Insgesamt 66,5 Mannstunden verzeichnete die Wehr auf der Einsatzliste. Vereinsvorsitzender Hans Dieminger berichtete zudem von einem aktiven Vereinsleben: Maibaumfeier, Mithilfe bei der Renovierung der Alten Schule, Einweihung der Alten Schule, Ausflüge, Martinsumzug und noch etliche weitere Veranstaltungen trugen zum geselligen Dorfleben bei.

Es funktioniert eben einfach in Reinhartshausen, das musste Bürgermeister Bernd Müller neidlos anerkennen und lobte die gelungene Zusammenarbeit der Ortsvereine beim Umbau der Alten Schule. Er stellte die Wichtigkeit der Nachbetreuung der Kameraden nach schweren Einsätzen heraus und lobte den Einsatz des PSNV-Teams (psycho-soziale Notfallversorgung), das den Feuerwehrmitgliedern selbst bei der Bewältigung traumatischer Erlebnisse hilft.

Mit einer Nachfrage aus den Reihen der Aktiven endete die Jahreshauptversammlung der Reinhartshauser Wehr: Der richtige Umgang mit einem Elektroauto bei einem Unfall konnte dann aber doch nicht so rasch beantwortet werden, zumal sich die Experten der Berufsfeuerwehren noch uneinig sind.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren