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Hilfsprojekte

03.04.2013

Sie wollen für die Ärmsten im Einsatz sein

Diese jungen Menschen aus Deutschland werden alle im Laufe des Jahres für Wochen, Monate oder sogar für mehr als ein Jahr nach Madagaskar gehen, um zu helfen. In Königsbrunn bereiteten sie sich darauf vor.
Bild: Andrea Collisi

25 junge Frauen und Männer aus Deutschland treffen sich in Königsbrunn, um sich auf den Einsatz in Madagaskar vorzubereiten

Königsbrunn Aus der ganzen Republik sind sie zu einem Informations- und Schulungswochenende zusammengekommen: 25 junge Männer und Frauen. Aus Berlin, Bielefeld, oder auch aus Teilen Süddeutschlands trafen sie sich im Gemeindezentrum der Evangelischen Gemeinschaft Königsbrunn. Zusammen mit dem Team des Vereins Hope und Prediger Reinhold Weber wollen sie sich auf einen Aufenthalt in Madagaskar von mehreren Monaten oder sogar länger vorbereiten.

Manche wollen ein ganzes Jahr auf dem zweitgrößten Inselstaat der Welt vor der Ostküste Afrikas im Indischen Ozean leben. Doch es ist kein Urlaub. Sie werden fest arbeiten müssen, um die Not vor Ort zu lindern. Einige opfern bereits ein zweites oder sogar ein drittes Mal ihre Zeit. Und das, obwohl sie viele Umstände und Unbequemlichkeiten auf sich nehmen müssen.

Die Hauptanliegen: Bildung, gute Ernährung und Gesundheit

Sie wollen für die Ärmsten im Einsatz sein

Dort leben die Ärmsten: In Ambohitsara, nahe Port-Berger gibt es kein fließendes Wasser, keinen Strom, keinen Schutz vor der Hitze und man muss sich sogar auf die Tatsache einstellen, dass man zusammen mit Ratten in einem Zimmer übernachten könnte. Doch das hält die jungen freiwilligen Helfer nicht ab. Im Gegenteil.

Jessica Gillich, 22, kommt aus Hannover und ist ausgebildete operationstechnische Assistentin. Sie könnte sich sogar vorstellen, für immer dort zu leben. Jessica möchte weiter ausbauen, was Benjamin Mampionana mit seiner Frau Doris und dem Ehepaar Angelika und Dieter Wörle sowie Siegbert Kühnemuth bereits initiiert haben.

Mampionana kommt selbst aus Madagaskar und kam über Frankreich nach Deutschland, um hier zu studieren. Er sieht es zusammen mit seiner Familie als eine innere Verpflichtung an, seinen Landsleuten zu helfen. Tochter Kira war bereits mehrere Male in Madagaskar gewesen und seine Frau Doris begleitet die deutschen Helfer regelmäßig.

Auch Angelika Wörle war für einige Monate als erwachsene Begleiterin vor Ort. Sie berichtet von ihrem Aufenthalt, der „durchaus mühselig, aber doch umso viel mehr bereichernd gewesen ist.“

Mampionana selbst spricht von einer Vision, die ihn alle Tage antreibe. Bildung, gute Ernährung und Gesundheit sind die Hauptanliegen, die der Verein verfolgt. Dazu haben sie bereits eine Schule, einen Kindergarten, eine Krankenstation mit Geburtshilfe, einen umweltschonenden Landwirtschaftsbetrieb mit Ausbildungsmöglichkeit sowie eine Missionsstation erbaut.

Ziel ist es, die Schule zu einem Gymnasium zu erweitern sowie die Krankenstation zu einem modernen Krankenhaus mit Zahnarztpraxis, Chirurgie, Allgemeinmedizin, Pädiatrie, Radiologie, Apotheke und Labor auszubauen. Hohe Ziele, doch wenn man den erst kurzen Weg der Helfergemeinschaft von fünf Jahren weiß, ist man erstaunt, was vor Ort bereits geschehen ist.

Für das Medizinische hat Hope kompetente Hilfe. Der Königsbrunner Neurochirurg Dr. Martin Engelhardt ist ein großer Unterstützer, plant von Deutschland aus die Klinikerweiterung und war 2011 selbst in Madagaskar vor Ort. Die madagassische Ärztin Dr. Roseline, derzeit noch in Berlin arbeitend, will planmäßig ab Ende 2013 das Krankenhaus leiten. „Es ist sicher noch viel zu tun“, sagt der 24-jährige Zahntechniker Danile Hofner, „aber wir alle leben aus der Grundhaltung des Glaubens heraus.“

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