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Landkreis Augsburg

30.07.2020

So digital sind Bobingen, Schwabmünchen und Königsbrunn

Szenen aus dem Bobinger Stadtrat, wie jüngst die Verabschiedung von Altstadträtin Waltraut Wellenhofer durch Bürgermeister Klaus Förster, könnten bald live im Internet zu sehen sein.
Bild: Elmar Knöchel

Plus In Bobingen könnten Stadtratssitzung bald Live übertragen werden. Welche Online-Angebote es schon gibt und was in Schwabmünchen und Königsbrunn geplant ist.

In Bobingen wird überlegt, Stadtratssitzungen in Zukunft live im Internet zu übertragen. Interessierte könnten damit das Geschehen ganz einfach auf ihren PC-Bildschirmen zu Hause, auf ihren Laptops, Tablets oder am Handy verfolgen. Der direkte Einblick in die Lokalpolitik ist nur ein Teil der Digitalisierung, die auch in den Verwaltungen ein Thema ist. Ein kurzer Überblick zeigt, welche Angebote es in den drei Städten im südlichen Landkreis schon gibt.

Bobingen denkt über Social-Media-Auftritt nach

Die Stadt Bobingen hat auf der Homepage ein Service-Portal eingerichtet. Auf einen Blick und meistens mit einem Klick gibt es Informationen zu verschiedenen Behördengängen. Wer zum Beispiel seinen Reisepass verloren hat, bekommt zunächst übersichtlich eine Anleitung, welche Daten benötigt werden und was eine Verlustanzeige kostet. Praktisch: Auch Ansprechpartner werden mit Telefonnummer und E-Mail-Adresse angezeigt. Dann geht es weiter zum Online-Fragenkatalog, mit dem die offizielle Erklärung abgewickelt wird. Über das Service-Portal lassen sich noch weitere Formalitäten online abwickeln: Passabfrage, Melde-, Aufenthalts- und Lebensbescheinigung, Übermittlungs- und Auskunftssperre, Auskunft aus dem Gewerbezentralregister, Führungszeugnis, Kinderreisepassantrag, Um- und Zuzugs- oder Wasserzählerstandmitteilung. Es müssen keine Formulare heruntergeladen werden. Gebühren können mit einem Online-Überweisungsverfahren bezahlt werden.

Sehr umfangreich ist übrigens auch die Information der städtischen Homepage zu den Bobinger Sehenswürdigkeiten. Auch sämtliche Satzungen gibt es online – wer will, kann sich sogar das Eckpunktepapier des geplanten Aquamarin-Neubaus anschauen. Der Internetauftritt der Stadt und auch der Bobinger Stadtbote sollen verbessert werden. Angedacht wird, den Stadtboten künftig auch per PDF als Newsletter nach vorheriger Anmeldung zur Verfügung zu stellen. Laut Bürgermeister Klaus Förster werde auch über einen Auftritt in den Social-Media-Kanälen nachgedacht – den gibt es bisher noch nicht.

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Königsbrunn im Netz: Die Lechfeldschlacht im Internet nochmal erleben

Auch Königsbrunn bietet ein „Bürgerserviceportal“ an. Ein weiteres besonderes Angebot ist der „Schadensmelder“: Über die Homepage der Stadt kann jeder mit Text und Bild schnell ein Problem mitteilen. Das kann eine defekte Straßenlaterne sein, eine Stolperstelle oder Müll auf einem Kinderspielplatz. Wer will, kann über ein Formular auch direkt Kontakt zur Verwaltung aufnehmen – und bekommt einen Rückruf. Eine Liveübertragung von Stadtratssitzungen ist übrigens nicht geplant. Laut Stadt gibt es schwierige rechtliche Rahmenbedingungen. Zum einen müsste streng darauf geachtet werden, dass Bürgerangelegenheiten anonymisiert behandelt werden. Zum anderen dürften Beiträge von Stadtratsmitgliedern, die ihre Zustimmung verweigern, nicht gesendet werden. Diese Zeitabschnitte müssten bei einer Livesendung überbrückt werden.

Ein weiterer Aspekt: Der Zuhörerbereich müsste von einer Übertragung ausgenommen werden. Königsbrunn hat noch ein ganz besonderes Angebot: einen digitalen Geschichtspfad. Nicht nur im Infopavillon lassen sich die Ereignisse rund um die Belagerung der Stadt Augsburg im Jahr 955 und die Schlacht auf dem Lechfeld erleben. Sie sind auch online abrufbar – im Internet finden sich viele Informationen aufwendig und sehr ansprechend aufbereitet. Neu ist auch die App „955 Eine Reise durch die Zeit – live vor Ort!“ und Geocaching „Die Lechfeldschlacht – Spurensuche. Aufgaben für Zeitreisende“.

Schwabmünchen ist Vorreiter der Digitalisierung

Schwabmünchen plant zwar keine Stadtratssitzung im Netz, darf sich aber schon geraume Zeit „das Silicon Valley an der Singold“ nennen. Weil in der Stadt an fast jedem Gegenstand ein Chip klebt, dient Schwabmünchen oft als Musterbeispiel für die Digitalisierung.

Die Gründer des Start-ups „EineStadt“ digitalisieren in Zusammenarbeit mit der Stadt seit ein paar Jahren die Verwaltung und erhielten dafür bereits einige Auszeichnungen. Das Unternehmen wurde im September 2015 vom Geoinformatiker Michael Lodes und dem Betriebswirt Sebastian Seitz gegründet. Mittels eines witterungsfesten Chips ermöglicht das Unternehmen, Bäume, Mülleimer, Häuser, Laternen und zahlreiche weitere Gegenstände zu erfassen. Berührt man mit einem Smartphone den Chip, kann mit all diesen Dingen kommuniziert werden – und das ohne App. Das bedeutet, dass etwa die städtische Pflicht der Baumkontrolle durch den Einsatz einer Geoinformationskarte enorm erleichtert werden kann. Doch nicht nur die Stadt hat durch die Chips Vorteile, sondern auch die Bürger. Jeder kann mit seinem Mobiltelefons melden, ob der Mülleimer voll, die Straßenlaterne kaputt ist oder Tüten in der Hundestation fehlen. So kann der Bauhof schnellstmöglich Abhilfe schaffen.

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