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Mickhausen

22.01.2021

So geht es mit der Heizung am Mickhauser Kindergarten weiter

Der Gemeinderat in Mickhausen beschloss mehrheitlich, das Pelletlager für die Heizungsanlage im Spielbereich des Kindergartens St. Wolfgang zu errichten. Derzeit wird die Betreuungseinrichtung erweitert.
Foto: Rupprecht

Plus Im Mittelpunkt des Mickhauser Gemeinderats stand einmal mehr der Einbau der Heizung in den Kindergarten St. Wolfgang. Was jetzt entschieden wurde.

Nachdem zuletzt für eine Heizanlage des Kindergartens vor Ort gestimmt worden war, stand jetzt die Entscheidung an, ob ein Heizraum angebaut oder ein vorhandener Kellerraum dafür verwendet werden soll.

Im Rahmen dieser Varianten brachte Gemeinderat Roland Rieger (Liste Grimoldried) den Vorschlag ein, das Pelletlager auf der Terrasse der Betreuungseinrichtung zu installieren. Das sei technisch machbar, meinte er. Zudem würden dafür von der rund 76 Quadratmeter großen Terrasse lediglich rund zehn Quadratmeter benötigt.

Heizung: Mickhausens Bürgermeister gegen sichtbaren Tank am Kindergarten

Architekt Kurt Hartmann sah diese Variante als möglich an, wenn das Pelletlager kein größeres Volumen als für 6,5 Tonnen Heizmaterial aufweise. Grundsätzlich sprach er sich allerdings gegen einen Tank auf der Terrasse aus, ebenso wie Bürgermeister Mirko Kujath. Beide argumentierten, dass man dem Kindergarten damit Spielfläche im Außenbereich wegnehme. Gemeinderat Dietmar Müller (Liste Münster) plädierte, für das Pelletlager einen Kellerraum zu verwenden. Die dafür geopferte Grundfläche könne man mit dem Einbau von deckenhohen Regalen ausgleichen.

Nach einer ausführlichen Debatte standen drei Entscheidungen an. Abgelehnt wurden der Bau eines separaten Heizhauses und die Nutzung eines Erdtanks. Mit 8:5-Stimmen genehmigte der Gemeinderat schließlich die Aufstellung eines Pellettanks im Spielbereich des Kindergartens.

Im April soll Erschließung des Baugebiets in Mickhausen beginnen

Einstimmig wurde dagegen die Entwurfsplanung für das neue Baugebiet "Westlich der Viehweidestraße“ angenommen. Constantin Vogg vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Großaitingen informierte den Gemeinderat unter anderem darüber, dass der bestehende alte Regenwasserkanal aufgelassen und auf jedes Grundstück eine Regenwasserzisterne mit einem Mindestvolumen von 4000 Liter eingebaut werde. Die Kosten für Bau und Trinkwasserversorgung beläuft sich auf rund 680.000 Euro. Von der Gemeinde können 400.000 Euro auf die Grundstückspreise umgelegt werden. Ziel sei, mit der Erschließung im April zu beginnen, so Vogg. Fertigstellung soll Ende September sein.

Dritter Bürgermeister Georg Reiter (CSU) erläuterte die im letzten November stattgefundene Rechnungsprüfung für das Jahr 2019. Es habe sieben Bemerkungen gegeben, unter anderem zur Kostendeckung der Friedhofsgebühren, zu den durch den Winterdienst angefallenen Bauhofstunden und den Stromkosten der Straßenbeleuchtung. Dazu wurde vom Ersten Bürgermeister und der Verwaltung Stellung genommen. In diesem Zusammenhang entlasteten die Gemeinderatsmitglieder den damaligen Bürgermeister Hans Biechele, gleichzeitig genehmigten sie nachträglich die im Haushaltsjahr 2019 angefallenen über- und außerplanmäßigen Ausgaben.

Ebenso einstimmig beschlossen wurde der Stellenplan, die Haushaltssatzung, der Finanzplan und der Haushaltsplan 2021. "Die Verwaltungshaushalte der Finanzplanungsjahre 2022 bis 2024 können keine Überschüsse erwirtschaften“, erklärte der Bürgermeister. Hier handele es sich um Beträge bis je 63.000 Euro. Der Fehlbetrag für 2021 ist mit 230.000 Euro wesentlich höher. Er werde neben der Corona-Situation zusätzlich durch einmalige Sonderbelastungen wie Feuerwehrgebäudeunterhalt, Ortsplanung und Straßenunterhalt verursacht.

Neue Schulden: Mickhausen muss Millionenkredit aufnehmen

Der Vermögenshaushalt wird vor allem durch die Kindergartenerweiterung und das Gemeinschaftshaus in Münster geprägt. "Das führt für 2021 zu einem Kreditbedarf von 1,665 Millionen Euro“, sagte Kujath. Hier dürfe man circa 360.000 Euro durch spätere Grundstückverkaufserlöse abziehen. Aber auch danach verbleibt noch ein Kreditbedarf von insgesamt fast 1,8 Millionen Euro. Damit wird fast der Höchstbetrag der gemeindlichen Verschuldung des Jahres 2001 erreicht.

Demzufolge schließt der Haushaltsetat im Verwaltungshaushalt mit rund 2,7 und im Vermögensbereich mit rund 4,9 Millionen Euro ab. Die Hebesätze bei der Grundsteuer sind mit 500 und bei der Gewerbesteuer mit 350 Prozent festgesetzt.

"Auch wenn die Gemeinde derzeit schuldenfrei ist, steht damit wieder eine längere Durststrecke an, bis die Darlehenslast getilgt ist“, sagte der Bürgermeister. Obwohl die Kreditermächtigung des Jahres 2021 formal kommunalrechtlich genehmigungsfähig sein dürfte, seien sicherlich Ermahnungen der Rechtsaufsicht zu erwarten, so Kujath.

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