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Mittelschule

28.04.2015

So kommt die Sonne an die Wand

Die Schüler der Praxisklasse der Mittelschule (von links) Leo Rosenkranz, Nico Raab, Nico Bode und Florin Hategan verschönern unter Anleitung der Azubis Maximilian Vogel und Maximilian Schneider den Vorraum der Mädchentoilette ihrer Schule mit einem Fliesenmosaik.
Bild: Claudia Deeney

Vier Jungs der Praxisklasse setzen Entwürfe von Sechstklässlern als Fliesenmosaik um

Egal, ob draußen der Himmel bedeckt oder klar ist, im Gebäude Süd der Mittelschule Königsbrunn scheint die Sonne. Genauer gesagt im Vorraum zur Mädchentoilette im 1. Stock. Dort setzen vier Schüler der Praxisklasse mit Mosaiksteinen die Entwürfe von Sechstklässlern um, die im Gebäude an der Römerallee im Süden der Stadt unterrichtet werden.

Im Kunstunterricht hatten sich die Buben und Mädchen Gedanken gemacht, wie sie das Thema Sonne und den Wasserkreislauf in der Brunnenstadt gestalten können. Sie entschieden sich für zwei Motive, einmal die Sonne in gelb und orange, einmal die Wasserwelt in blauen und grünen Tönen. Diese Bilder kommen nun als Mosaik mit farbigen Fliesen an die Wand.

Rektorin Gisela Ehrentreich regte die Verschönerung des Sanitärbereichs an und holte dafür finanzielle und fachliche Hilfe ins Haus. Für solche Projekte gibt es Geld vom europäischen Sozialfonds, berichtet sie. Um die vier Schüler anzuleiten, ist Wolfgang Schuster, Fliesenlegermeister vom Ausbildungszentrum Bau Augsburg mit zwei Lehrlingen vor Ort. Er erklärt dabei nicht nur, wie sie am besten mit der Kelle umgehen, die Ränder verfugen und die Mosaiksteine richtig setzen, sondern greift auch Themen wie Pünktlichkeit und Disziplin auf. „Ich sage den Jungs schon mal: ,So geht das nicht‘ und ,Hände aus den Hosentaschen‘ und fordere Respekt mir und meinen Auszubildenden gegenüber ein“, so Schuster im Gespräch mit unserer Zeitung. „Kurz gesagt – auch wenn wir hier noch in der Schule sind, bereite ich die Schüler auf das Berufsleben vor und da müssen sie sich einfach an bestimmte Regeln und Formen der Höflichkeit halten.“

Das ist auch ganz im Sinne von Johann Zikeli, dem Klassenleiter der Praxisklasse. Sinn und Zweck dieser Klasse ist, die Schüler auf praktische Berufe vorzubereiten. Zu ihrer Schulwoche gehört ein Tag in einem Metallbaubetrieb, einer Metzgerei, in der Altenpflege oder auch im Verkauf. „In Königsbrunn arbeiten verschiedene Betriebe mit uns zusammen und wir sind sehr dankbar, dass die Kooperation so gut läuft“, berichtet Zikeli.

Dafür ist auch Helmut Pfannerstill wichtig. Der Lehrstellenakquisiteur der Stadt achtet darauf, welcher Schüler für welchen Bereich geeignet ist. Er versucht immer, individuelle Lösungen zu finden. „Das baut den Druck ab und das Selbstvertrauen auf, auch für die Eltern ist es sehr entlastetend, wenn sie wissen, wir kümmern uns um die Kinder“, erklärt Pfannerstill.

Der letzte Jahrgang der Praxisklasse konnte fast komplett in eine Ausbildung vermittelt werden, berichten die beiden, das motiviert natürlich Pädagogen und Schüler. Nico Raab und Leo Rosenkranz jedenfalls gefällt das System. Sie sind mit ihren Mitschülern eifrig bei der Sache, um die Wasserwelt als Mosaik an die Wand zu bringen. „Das macht Spaß, aber ich würde doch lieber was mit Autos machen“, sagte Nico. Leo würde gerne einen Ausbildungsplatz in der Elektrikbranche finden. Egal was die Zukunft bringen wird, mit den Mosaikmotiven in der Mädchentoilette haben sie sich große Mühe gegeben und ein bleibendes Werk geschaffen.

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