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Königsbrunn

02.01.2021

So läuft der Umzug der Grundschule Nord in Königsbrunn

Alto Weber und Christian Kluba bringen ein Regal vom Alt- in den Neubau über eine Rampe, die der Betriebshof der Stadt errichtet hat.
Bild: Hermann Schmid

Plus Wie sieben Hausmeister und weitere Helfer derzeit den Umzug der Grundschule Nord in Königsbrunn in den Neubau bewerkstelligen.

Wenn die Kinder der Königsbrunner Grundschule Nord, der König-Otto-Schule, nach den wegen Corona verlängerten Weihnachtsferien an ihre Schule zurückkehren, werden sie erstmals ihre neuen Klassenzimmer im Neubau auf dem früheren Pausenhof ansteuern. Sie werden dort die gewohnten Tische und Stühle, Unterrichtsmaterialien und Zimmerschmuck vorfinden. Das haben in der unterrichtsfreien Zeit ganz besondere Helfer bewerkstelligt – nicht die sagenumwobenen Heinzelmännchen, sondern in erster Linie sieben städtische Hausmeister, deren Einsatz ihr Kollege vor Ort, Frank Schöning, koordinierte.

Der Hort der Königsbrunner Grundschule Nord zieht ins Erdgeschoss

Da kommt wieder die große, knallrote Teleskop-Arbeitsbühne zum Einsatz, die am Rande der Baustelle zwischen Alt- und Neubau positioniert ist. Heute nutzt sie Markus Wüst als „Möbel-Lift“. Die Mittagsbetreuung der Schule muss im Westflügel aus den Zimmern im Erdgeschoss in den zweiten Stock umziehen, damit der Hort der Schule ins Erdgeschoss einziehen kann. Denn dort lässt sich die Essenausgabe leichter organisieren als in höheren Etagen.

Zwei Jahre soll der Hort bleiben, während der Ostflügel des Altbaus, den er teilweise mitgenutzt hat, abgerissen wird. Bis Ende 2022 wird dort der zweite Abschnitt des Neubaus entstehen.

Die Möbel der Mittagsbetreuung der Grundschule Nord wurden mit einer Hebebühne vom Erdgeschoss in Räume im zweiten Stock gebracht.
Bild: Hermann Schmid

Zum Jahresausklang also ein Umzug im Altbau. Wüst steuert mit seiner Arbeitsbühne, vor der eine hölzerne Plattform montiert ist, zentimetergenau ein Fenster im Erdgeschoss an. Seine Kollegen schieben ein Regal heraus – später auch ein Sideboard, kleine Tische, Sofas und vieles mehr. Wüst fährt damit zwei Etagen nach oben, wo andere Helfer durch geöffnete Fenster die Teile nach innen holen. In den Tagen zuvor hat er auf diesem Weg schon zahlreiche Kisten und Umzugskartons nach oben befördert. Deren Inhalt räumen jetzt Martina Schneider, die Leiterin der Mittagsbetreuung, und einige ihrer Mitarbeiterinnen in Wandschränke und Möbel ein.

Eine Hebebühne bringt Möbel und Kartons in die neuen Klassenzimmer

Seit 21. Dezember hat Wüst die Arbeitsbühne regelmäßig im Einsatz. Mit ihr transportierte er Möbel und Kartons aus den Klassenzimmern im Westflügel in den Neubau, quasi eine Art "Luftbrücke“ von Fenster zu Fenster. Als gelernter Schreiner hatte er durch Montagearbeiten noch viel Erfahrung mit solchen Geräten. Einfach ist die Handhabung dennoch nicht. "Beim Schwenk zwischen den Gebäuden ist das Abbremsen heikel, die Bühne wippt nach und die Fassaden müssen ja heil bleiben.“ Da ist Fingerspitzengefühl gefragt – und Konzentration beim Bedienen der etwa 15 Steuerhebel für die verschiedenen Funktionen.

Die Mittagsbetreuung zog vom Erdgeschoss in den zweiten Stock.
Bild: Hermann Schmid

Der Umzug ist der Höhepunkt eines Projekts, das Frank Schöning schon seit dem Frühjahr vorbereitet hat. Nachdem die Dimensionen geklärt und die Abläufe festgelegt waren, wurden ab Anfang Mai in der Grundschule die ersten Kartons gepackt. Das Lehrerkollegium bildete Teams, die neben den eigenen Klassenzimmern auch noch für weitere Räume den Umzug vorbereiteten. Ein System farbiger Markierungen an Klassenzimmern und Kartons stellt sicher, dass es keine Sucherei geben wird, wenn die Lehrer ab 4. Januar zum Auspacken kommen.

Die Hausmeister helfen beim Umzug der Grundschule Nord in Königsbrunn zusammen

Für klare Abläufe – und auch wegen Corona – hat Schöning aus seinen Kollegen klar getrennte Teams gebildet: Eines übernimmt den Umzug, das andere räumt einen Tag später aus, was in den Zimmern übrig blieb und entsorgt werden muss. Zur Unterstützung kommen noch fünf Mitarbeiter einer Königsbrunner Umzugsfirma. Sie bringen schwere und klobige Möbel in den Neubau, wie den rund 400 Kilo schweren Brennofen für Ton und Werkbänke. Das geht dann mit Transportwagen über eine Rampe, die der städtische Betriebshof zwischen Alt- und Neubau errichtet hat.

Hausmeister Frank Schönig hat den Umzug der Grundschule Nord in den Neubau federführend organisiert.
Bild: Hermann Schmid


Schöning lobt die Unterstützung durch die Stadtverwaltung. "Die Liegenschafts-Abteilung hat uns alle Hilfsmittel, die wir gebraucht haben, besorgt.“ Und für das Hausmeisterteam war die Zusammenarbeit – ab Anfang November immer an Mittwochnachmittagen, seit Mitte Dezember fast täglich (und alles innerhalb der regulären Arbeitszeit) – sehr ausgeprägt, aber nicht neu. Markus Wüst stellt fest: "Zusammenarbeit zwischen den Hausmeistern ist bei uns die Regel, wenn einer mal viel Arbeit hat.“

Der Umzug der Königsbrunner Grundschule Nord in Zahlen

Auch wenn Start und Ziel nur wenige Meter vonaneinander entfernt liegen, der Umzug der Klassenzimmer der Grundschule Nord in den Neubau an der Heidestraße, auf dem früheren Schulhof, ist eine logistische Herausforderung. Frank Schöning, seit November 2008 Hausmeister der Schule, hat sie seit vielen Monaten geplant und in den vergangenen Wochen mit sechs Kollegen umgesetzt.

  • Das Hausmeisterteam besteht aus: Kurt Hög (Mittelschule), Christian Kluba (Sportpark West), Frank Schöning (Grundschule Nord), Thomas Schuhmaier (Schulgebäude an der Römerallee), Christian Ulbrich (Grundschule West) und Alto Weber (Eismeister BVE).
  • Die Dimensionen des Umzugs: 2900 Quadratmeter im Neubau wurden bezogen, Tische und Stühle der Schüler, Unterrichtsmaterialien und Raumschmuck wurden dabei mitgenommen. Dabei kamen rund 450 Umzugskartons zum Einsatz.
  • Die Räume im Einzelnen: 14 Klassenzimmer, ein Musikraum, ein Werkraum, zwei Handarbeitsräume, ein Raum für Religionsunterricht, fünf Büros für Schulleitung, Sekretariat, Sozialpädagogen, Hausmeister sowie acht Neben- und Lagerräume. Zudem wechselten 1400 Quadratmeter im Altbau-Westflügel die Nutzung.
  • Die Überbleibsel, die zu trennen und dann zu entsorgen waren, ergaben beträchtliche Mengen: 230 Kubikmeter Sperrmüll, überwiegend Möbelteile aus Holz; 21 Kubik Altmetall, überwiegend aus zerlegten Möbeln, 20 Kubik Restmüll, fünf Kubik Altpapier.

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