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Krisengespräch

08.02.2019

So sollen die Züge der Bayerischen Regiobahn pünktlicher werden

Ein Zug der BRB im Augsburger Hauptbahnhof.
Bild: Silvio Wyszengrad (Archiv)

Die Bayerische Regiobahn steht in der Kritik, da viele Züge unpünktlich sind. Bei einem Krisengespräch wurden jetzt konkrete Lösungen für das Problem angekündigt.

Mehr Personal, Notfallpläne für den Winter und eine bessere Infrastruktur und Koordination – so sollen die Züge in Bayern und der Region wieder pünktlicher werden. Das ist das Ergebnis eines Krisengesprächs, zu dem die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) die Bayerische Regiobahn (BRB) am Freitag nach München zitiert hatte. Die BEG plant, finanziert und kontrolliert den Regionalverkehr im Freistaat.

Auf der Ostallgäu-Lechfeld-Bahn, also den Strecken zwischen Landsberg und Augsburg sowie Füssen und Augsburg, seien seit der Übernahme durch die BRB nur etwa 80 Prozent der Züge pünktlich gewesen, so die BEG. Wobei Pünktlichkeit nach ihrer Definition bedeutet, dass ein Zug nicht mehr als fünf Minuten Verspätung hat. Hinzu kommen zahlreiche Zugausfälle, weil Lokführer fehlen. „Im Gegensatz zu anderen Inbetriebnahmen, die entweder reibungslos verlaufen oder bei denen sich der Betrieb nach wenigen Tagen stabilisiert, bekommt die zuständige BRB den Betrieb bei der Ostallgäu-Lechfeld-Bahn bisher nicht in den Griff“, sagte Thomas Prechtl, Geschäftsführer der Bayerische Eisenbahngesellschaft.

Die BRB geht davon aus, dass sich die Personalsituation entspannt

Die derart gescholtene BRB geht davon aus, dass sich die Personalsituation entspannt. Sie kündigte an, dass ab der nächsten Woche die Züge zwischen Landsberg und Kaufering sowie zwischen Bobingen und Augsburg wieder planmäßig verkehren. In dieser Woche fuhren zwischen Landsberg und Kaufering gar keine Züge mehr, und zwischen Bobingen und Augsburg entfielen etwa 20 Prozent der Verbindungen.

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„Darüber hinaus wird ein neues und vereinfachtes Betriebskonzept ab dem 11. Februar für mehr Stabilität sorgen und die Möglichkeit bieten, Verspätungen im Tagesverlauf abzubauen. Zudem soll die Anschlusssicherung in Kaufering in den kommenden Wochen weiter verbessert werden“, erklärte Fabian Amini, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bayerischen Oberlandbahn und der Bayerischen Regiobahn. Pendler aus Kaufering hatten sich beschwert, dass die BRB-Züge nicht auf verspätete Bahnen anderer Gesellschaften gewartet hätten.

Amini entschuldigte sich bei den Bahnfahrern: „Wir bedauern sehr, dass unsere Fahrgäste in den letzten Wochen unsere Züge nicht in der gewohnten Qualität nutzen konnten und entschuldigen uns insbesondere auch bei den vielen Berufspendlern, die aufgrund der betrieblichen Probleme und fehlerhaften Fahrgastinformation leider keine verlässlichen Auskünfte über die Ausfälle und Verspätungen bekamen.“ In Sachen Informationspolitik soll nun ein externer Gutachter dafür sorgen, dass die diversen Systeme der Fahrgastinformation besser aufeinander abgestimmt werden.

Fahrgästen der Bayerischen Oberlandbahn südlich von Holzkirchen, wo noch mehr Züge ausfielen und unpünktlich waren als in unserer Region, sollen eine Entschädigung erhalten. Zur Höhe wollte Amini noch nichts sagen. Dies werde zeitnah bekannt gegeben. Die BEG will die beschlossenen Maßnahmen fachlich und finanziell unterstützen. Es sollen außerdem wöchentliche Gespräche stattfinden, um die Umsetzung zu kontrollieren.

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10.02.2019

An allem sind BRB und BOB nicht Schuld.
Sie können auch nur so operieren, wie es die Infrastruktur zulässt. Und die gehört bekanntlich der DB Netz und hat alles die letzten Jahrzehnte verfallen lassen. Manchmal würden schon ein paar Überholgleise / Begegnungsstellen auf sonst einspurigen Strecken reichen um mehr Möglichkeiten zu haben, wenn andere Züge verspätet sind oder auch um den Takt zu verdichten, aber auch das ist scheinbar zu viel verlangt...

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09.02.2019

Für mich war das Gespräch zu Einseitig, es hätten noch Vertreter der DB zu diesem Gespräch dazugehört.
Im Allgemeinen kann ich der BRB-BOB-Meridian nur Pluspunkte zuschreiben aber wenn der Regionalzug
von München Richtung Buchloe eine verspätete S-Bahn vor sich hat und dieser entweder bis Buchenau, oder
Geltendorf hinterher zockeln muß, entsteht unvermeidlich eine Verspätung. In Geltendorf kann man beobachten,
dass die Anschlußzüge der BRB zwar noch etwas warten, aber es geht halt nicht immer, auch diese Züge
müssen einigermaßen im Takt bleiben, sonst gibt es wieder Beschwerden auf der anderen Linie.

Mit der Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) kann man sehr gut reden, aber wie schon in einem Kommentar
davor müsste sich die BEG mit Pendlern zusammentun, die wie ich auf der Strecke seit über 40 Jahre als Pendler
unterwegs sind.

Was in meinen Augen wichtig wäre auf der Allgäustrecke, wäre eine rechtzeitige Überholung einer
verspäteten S-Bahn. Es ist doch egal, ob eine S-Bahn in Puchheim, oder in Buchenau überholt werden kann bevor man
hinter dieser mit verminderter Geschwindigkeit hinterher fährt. Nur so kann man die Probleme bei den
Anschlußzügen in Kaufering, auch Geltendorf, etwas minimieren.
Es müssten die elektronischen Stellwerke so Programmiert werden, dass ein Regionalzug eine verspätete S-Bahn
automatisch rechtzeitig überholen kann, das ist kein Hexenwerk - Digitalisierung 4.0 lässt grüßen.

Zuletzt bin ich am vergangenem Freitag von München mit der BRB nach Hause gefahren. Wir fuhren einer S-Bahn
hinterher, aber der Triebfahrzeugführer konnte durch sehr gutes Fahren noch eine Minute gut machen, so dass ich
fast Pünktlich an meinem Zielbahnhof angekommen bin.

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09.02.2019

Es stellt sich die Frage, nach welchen Kriterien die BEG die Betreiber auswählt. Da werden Aufträge an EVU vergeben, die offensichtlich zu wenig Personal haben und Monate brauchen, um den Betrieb auf die Reihe zu bekommen. Wenn ich an die Einführung des Fuggerexpress denke, graust mir heute noch. Keine Zugkupplung möglich, zu wenig Ablageflächen und zu wenig Plätze. Das Modell Fuggerexpress wurde damals auf ausdrücklichen Wunsch der BEG angeschafft. Bin ja mal gespannt, wenn es in ein paar Jahren einen Betreiberwechsel im Netz des Fuggerexpress gibt. Aus meiner Sicht darf man auch mal die BEG einer Revision unterziehen, so toll arbeiten die nicht. Es sollten überwiegend Pendler in der BEG arbeiten, da haben die gleich einen Überblick, welche Auswirkungen ihre Entscheidungen haben.

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09.02.2019

Es stellt sich die Frage, nach welchen Kriterien die BEG die Betreiber auswählt. Da werden Aufträge an EVU vergeben, die offensichtlich zu wenig Personal haben und Monate brauchen, um den Betrieb auf die Reihe zu bekommen. Wenn ich an die Einführung des Fuggerexpress denke, graust mir heute noch. Keine Zugkupplung möglich, zu wenig Ablageflächen und zu wenig Plätze. Das Modell Fuggerexpress wurde damals auf ausdrücklichen Wunsch der BEG angeschafft. Bin ja mal gespannt, wenn es in ein paar Jahren einen Betreiberwechsel im Netz des Fuggerexpress gibt. Aus meiner Sicht darf man auch mal die BEG einer Revision unterziehen, so toll arbeiten die nicht. Es sollten überwiegend Pendler in der BEG arbeiten, da haben die gleich einen Überblick, welche Auswirkungen ihre Entscheidungen haben.

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09.02.2019

Der Personalmangel ist betreiberübergreifend vorhanden. Das findet man auch in Netzen der DB, wie der Westfrankenbahn.

Mit dem kommenden wirtschaftlichen Abschwung wird sich das die nächsten Jahre schon regulieren; und es kann auch kein Grund sein alles dem Wasserkopf DB zu geben. Gerade die BRB hat sich die letzen Jahre als recht zuverlässig erwiesen, auch wenn schwere Unfälle immer wieder Knappheit bei den Fahrzeugen verursacht haben.

Zum Thema Wasserkopf der DB:

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/Realer-Irrsinn-Bahnsteighoehen-Posse-,extra14072.html

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