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Klosterlechfeld

03.01.2019

So teuer war das Ausnahmejahr für Klosterlechfeld

Die Urkunde zur Gemeindeerhebung Klosterlechfelds hängt jetzt im Rathaus.
Bild: Hieronymus Schneider

Die Gemeinde feierte 2018 ihr 200-jähriges Bestehen. Bürgermeister Rudolf Schneider spricht über die Veranstaltungen und ein zufälliges Treffen im Krankenhaus.

Es war ein ereignisreiches und aufregendes Jahr, in dem das Jubiläum „200 Jahre Gemeinde Klosterlechfeld“ gefeiert wurde. Wir fragten Bürgermeister Rudolf Schneider nach seiner persönlichen Bilanz der vielen Veranstaltungen: „Ich bin sehr froh über dieses besondere Jahr, aber auch erleichtert, dass es zu Ende ist. Es war ein großer sportlicher Aufwand neben den anderen kommunalen Aufgaben und Projekten. Ich kann es gar nicht hoch genug einschätzen, was die Vereine in diesem Jahr für die Dorfgemeinschaft geleistet haben. Es bleibt hängen, dass viele auswärtige Besucher sich über die Geschichte Klosterlechfelds informiert haben und dass die Klosterlechfelder noch mehr zusammen gewachsen sind. Wir hatten ein tolles Jahr, das lange in Erinnerung bleiben wird. Die Gesamtkosten von 20000 Euro für die Feierlichkeiten mit der Herstellung von Sonderbriefmarken und Münzen, Lautsprecheranlagen und vielem mehr sehe ich als gut angelegtes Geld für die Präsentation Klosterlechfelds an“, sagt Schneider.

2016 begannen die Planungen in Klosterlechfeld für das Jubiläumsjahr

Die Planungen für dieses besondere Jahr 2018 fanden viele Monate zuvor statt. Die erste Sitzung zum Aufbau einer Organisationsstruktur für das Jubiläum war am 12. Oktober 2016. 2017 wurden die Arbeitsgruppen für das Programm, die Öffentlichkeitsarbeit mit Erstellung einer Festschrift und die Theatergruppe gebildet. Daran waren Willi Walch, Altbürgermeister Peter Schweiger, Franziska Hund, Claudia Laerm, Manfred Ortlieb und viele andere maßgeblich beteiligt. „Gegen Ende 2017 stand das Programm nach zehn Projektgruppensitzungen und etlichen Treffen der Untergruppen im Wesentlichen“, sagt der Bürgermeister.

Seine ursprüngliche Idee, das Gemeindejubiläum mit der ersten bayerischen Verfassung von 1818 und der Gründung des Freistaats Bayern vor 100 Jahren zu verbinden, wurde durch einen schier unglaublichen Zufall befeuert. „Ich lag im November 2017 wegen einer Knieoperation in einer Münchner Klinik und las am leeren Bett meines Zimmernachbarn den Namen Graf von Montgelas. Als der sich von seiner Operation erholt hatte, stellte sich heraus, dass er der Ur-Ur-Urenkel des gleichnamigen Urhebers der bayerischen Verwaltungsreform vor 200 Jahren ist“, erzählt Schneider. Im Gespräch mit dem heutigen Bürgermeister von Gerzen bei Landshut kamen viele historische Details über den Vater der kommunalen Selbstverwaltung zutage, dem Klosterlechfeld die Erhebung zur Ruralgemeinde am 1.7.1818 verdankt.

Schubaur-Sinfonie beim Neujahrskonzert

Beim Adventsmarkt 2017 startete die Wohltätigkeitslotterie „Klosterlechfeld sozial“. Im Januar wird der Erlös an drei gemeinnützige Einrichtungen aufgeteilt. „Mein Aufruf, zugunsten dieser Sammlung auf Silvester-Raketen zu verzichten, wurde nur wenig befolgt“, blickt Schneider auf den Anfang des Jubiläumsjahres zurück. Der erste Höhepunkt war die Aufführung der Schubaur-Sinfonie beim Neujahrskonzert in der Wallfahrtskirche durch das Lech-Wertach-Orchester. „Beim Blättern in der Gemeindechronik fiel mir auf, dass der 1749 in Klosterlechfeld geborene Johann Lukas Schubaur nicht nur Medizinalrat am Hofe von Kurfürst Karl Theodor in München, sondern auch ein bekannter Musiker war. Mit Hilfe von Professor Wolfgang Scherer und dem Musikwissenschaftler Christoph Teichner konnten wir nach Recherchen im Staatsarchiv die Originalnoten dieser Sinfonie in der Turn-und-Taxis-Hofbibliothek finden und kaufen“, sagt Schneider.

Beim Faschingsumzug „Anno dazumal“ wurde mit dem Verzicht auf motorisierte Fahrzeuge ein Schritt zurück zu einem gemütlichen Dorffasching getan. „Das kam insgesamt und vor allem bei der Polizei gut an. Kritisiert wurde nur, dass es zu wenige Musikgruppen und nach dem Umzug keine Partymeile gab“, sagt Schneider und leitet auf die historischen Vorträge von Walter Pötzl über die Gemeindegründung und von Werner Bischler über die Bedeutung des Militärstandortes und des Bahnhofs für die Entwicklung Klosterlechfelds ein. Zusammen mit der Tonbildschau von Robert Mittelhammer und der Fotoausstellung zum 120-jährigen Bestehen der Schützengesellschaft 1898 wurde den Bürgern die Geschichte ihres Dorfes vor Augen geführt.

Historische Theateraufführungen im Bierzelt

„Der Gipfel der Jubiläumsfeiern und für mich die größte organisatorische Herausforderung waren die beiden historischen Theateraufführungen im Bierzelt beim Pfingstmarkt. Da haben sich alle Laienschauspieler und die Kostümnäherinnen Brigitte Schweiger, Ingrid Hiller und Gabriele Hirt mächtig ins Zeug gelegt. Am Ende gab es nur positive Rückmeldungen von den Gästen und Ehrengästen“, berichtet Schneider stolz.

Als sehr gelungen bezeichnet er die Familien-Olympiade am Sportplatz und die Abendparty vor dem klassischen Dorffest mit italienischem Buffet. Unvergessen sei das Open-Air-Konzert des Bundeswehr-Musikkorps Garmisch-Partenkirchen an einem lauen Juli-Abend und dann überraschte der Jugendrat Lechfeld mit Sebastian Finkenberger noch durch ein Open-Air-Kino am Festplatz. Das Wetterglück verließ die Klosterlechfelder nur beim Historischen Handwerkermarkt Anfang September. Wegen Dauerregens blieben viele Aussteller und Besucher aus und auch die Oldtimer-Ausstellung fiel buchstäblich ins Wasser.

Sehr gut besucht wurde die von Willi Walch organisierte Hobby-Künstlerausstellung in der Schule; er war es auch, der mit der Gestaltung des Friedens-Obelisk ein dauerhaftes Alleinstellungsmerkmal für Klosterlechfeld schuf. „Die Einweihung am Feiertag der Deutschen Einheit in Verbindung mit der Pflanzung der Franziskuslinde bleibt für mich ein unvergessliches Erlebnis. Damit wurden bleibende Zeichen zum Geschichtsbewusstsein und zur Stärkung der Ökumene gesetzt, die mir ganz wichtig ist“, sagt Schneider.

Mit Konzerten unter dem Motto „Klosterlechfeld musisch“ und einem Musikkabarett der Feuerwehr klang das Jubiläumsjahr bis zum Adventsmarkt aus. Ein von Paul Korn gedrehter Film über das Jubiläumsjahr wird im Januar der Öffentlichkeit gezeigt. Zeit und Ort werden noch bekannt gegeben.

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