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Landkreis Augsburg

13.01.2017

So wird aus dem A ein SMÜ

Die Bürgerinitiative "Pro SMÜ" hat sich erfolgreich für die Wiedereinführung des SMÜ-Kennzeichens eingesetzt.
Bild: Nadine Kruppe (Archivbild)

Ab dem 1. März dürfen Landkreisbürger ein A, SMÜ oder WER haben. Aussuchen dürfen sie sich ihre Lieblingskombination schon einen Monat vorher. Was Autobesitzer jetzt außerdem wissen müssen.

Auf diesen Moment haben viele Schwabmünchner knapp 45 Jahre warten müssen. Nun ist es so weit. Das SMÜ-Kennzeichen kehrt wieder zurück. Ab Mittwoch, 1. März, könnte es längere Wartezeiten in den Zulassungsstellen in Schwabmünchen und Gersthofen geben. Denn ab diesem Tag dürfen Bürger und Betriebe aus dem Landkreis neue Nummernschilder mit den Anfangskürzeln SMÜ oder WER ans Auto schrauben, die beiden Altkennzeichen werden neben dem bislang allein gebräuchlichen A wieder eingeführt. Vorab versuchen wir die wichtigsten Fragen zu klären.

Wer darf welche Kennzeichen haben?

Alle im Landkreis Augsburg wohnenden Bürger können künftig zwischen A, SMÜ und WER wählen.

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Welche Kombinationen gibt es?

Das Kennzeichen SMÜ wird mit der Kombination aus einem Buchstaben plus zwei bis vier Ziffern beziehungsweise zwei Buchstaben plus einer bis drei Ziffern ausgegeben. Einige Beispiele: SMÜ – B 11, SMÜ – B 111, SMÜ – B 1111, SMÜ – BB 1, SMÜ – BB 11, SMÜ –BB 111. Das Kennzeichen WER teilt sich der Landkreis Augsburg künftig mit dem Landkreis Dillingen an der Donau, der das Altkennzeichen WER bereits im Jahr 2013 eingeführt hat. Zugeteilt werden im Landkreis Augsburg künftig die Kombinationen WER plus ein Buchstabe verbunden mit den Ziffernkombinationen 7000 bis 9999 sowie den Buchstabenkombinationen YA bis YZ, verbunden mit ein bis drei Ziffern.

Kann ich mir jetzt schon ein Kennzeichen reservieren?

Das ist ausschließlich online möglich. Die Kennzeichen SMÜ und WER stehen ab Mittwoch, 1. Februar, auf der Homepage des Landratsamtes Augsburg zur freien Reservierung von Wunschkennzeichen zur Verfügung:

http://www.landkreis-augsburg.de/Service-Amt/Online-Service/Wunschkennzeichen.aspx

Wie viel kostet der Service?

Zusätzlich zu den regulären Zulassungsgebühren werden Wunsch- und Reservierungsgebühren in Höhe von 12,80 Euro fällig. Wer einfach so zur Zulassungsstelle geht und sich ohne Vorabreservierung sein SMÜ oder WER holt, muss 10,20 Euro bezahlen.

Welche Fahrzeuge können neue Kennzeichen bekommen?

SMÜ und WER können Fahrzeugen mit ganzjährigen amtlichen Kennzeichen, Saisonkennzeichen sowie historischen Kennzeichen (H-Zulassung) zugeteilt werden sowie Fahrzeugen, welche aufgrund einer Befreiung von der Kfz-Steuer mit grünen Kennzeichen ausgestattet sind – zum Beispiel Traktoren.

Wann gibt es SMÜ und WER nicht?

Für Kurzzeitkennzeichen, Ausfuhrkennzeichen, rote Händlerkennzeichen sowie rote Kennzeichen für Oldtimerfahrzeuge. Hier bleibt es ausschließlich bei A.

Wie kann ich mein jetziges A-Nummernschild in eines mit SMÜ oder WER umtauschen?

Das ist eine sogenannte Umkennzeichnung. Wer Nummernschilder, Fahrzeugbrief und -schein in die Zulassungsstelle mitbringt, kann diese vornehmen lassen und erhält so für sein altes Auto ein neues Nummernschild.

Ist es sinnvoll, vor dem Gang zur Zulassungsstelle einen Termin zu vereinbaren?

Ja, so können Sie lange Wartezeiten vermeiden, zumal ab dem 1. März mit verstärktem Andrang gerechnet wird. Persönliche Vorsprachetermine können Sie über die Internetseite des Landratsamtes Augsburg (http://www.landkreis-augsburg.de/Service-Amt/Online-Service.aspx) in einer der beiden Geschäftsstellen in Gersthofen oder Schwabmünchen vereinbaren.

Wie groß ist denn das Interesse an den neuen Nummernschildern?

Schwer zu sagen. Bei einem Voting unserer Zeitung im Herbst (mehr als 900 Stimmen) nannten 31 Prozent das SMÜ als Lieblingskennzeichen. WER kam immerhin noch auf 13 Prozent. Fraglich ist unter anderem, wie viele Menschen sofort umstellen und wie viele auf den nächsten Autokauf warten.

Mit welchen Maßnahmen wurde versucht, das Kennzeichen wieder einzuführen?

Die Wiedereinführung des SMÜ-Kennzeichens scheiterte lange Zeit an der ablehnenden Haltung des Landrats Martin Sailer. Mit der Begründung ging allerdings der frühere Verwaltungsjurist Ivo Moll hart ins Gericht. So sei die Einheit des Landkreises durch ein SMÜ-Kennzeichen keineswegs gefährdet, argumentierte er. Schließlich gebe es bayernweit bereits in 65 Landkreisen verschiedene Kennzeichen und keiner sei deswegen auseinandergebrochen. Auch der höhere Verwaltungsaufwand sei kein Argument, da die Kosten ja von den Bürgern bezahlt werden. Unterstützt wurde Moll unter anderem von Schwabmünchens Bürgermeister Lorenz Müller, dem CSU-Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat Bernhard Albenstetter sowie von Kreisrat Alexander Kolb (Fraktion Die Grünen). Dieser forderte im September als einer der Mitinitiatoren die Gründung der Bürgerinitiative (BI) „Pro SMÜ“. Binnen kürzester Zeit sammelte die BI mit Ivo Moll an der Spitze mehr als 2000 Unterschriften. Auch viele örtliche Geschäftsleute unterstützten diese Idee. Etwa einen Monat später gab Landrat Sailer in Augsburg bekannt, dass die Altkennzeichen SMÜ und WER wieder eingeführt werden können.  Den Ausschlag für den Richtungswechsel hätten drei Gründe gegeben: Die größere Kennzeichenvielfalt, da bei einem Umzug die Schilder nicht mehr angepasst werden müssen sowie die sinkende Zahl von Landkreisen, die sich der Wiedereinführung entgegenstellen. Und vor allem der deutliche Wunsch aus der Region.

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