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Interview

10.10.2019

Sodbrennen ist harmlos? Nicht immer!

Dr. Helmut Probst, Oberarzt der Inneren Medizin der Wertachkliniken, informiert über die verschiedenen Symptome und Ursachen von Sodbrennen sowie über mögliche Folgen und Therapien.
Bild: Matthias Baumgartner

Oberarzt Dr. Helmut Probst erklärt, warum die brennenden Schmerzen einen ernsten Hintergrund haben können.

Schwabmünchen Rund ein Viertel der Menschen in westlichen Ländern hat mindestens einmal im Monat Sodbrennen. Manche leiden weniger unter brennenden Schmerzen, sondern müssen sich häufig räuspern oder immer wieder husten. Ursache ist häufig die sogenannte Refluxkrankheit, es gibt aber auch andere Ursachen, erklärt Dr. Helmut Probst, Oberarzt der Inneren Medizin der Wertachkliniken.

Was genau ist Sodbrennen und wann muss es behandelt werden?

Dr. Probst: Ein brennendes Gefühl in der Brustbeingegend, manchmal bis zum Rachen hinauf, wird als Sodbrennen bezeichnet. Meist entsteht es nach üppigem Essen oder Alkoholgenuss. Man nennt das einen Reflux. Das heißt, dass Magensäure und unverdauter Magenbrei, versetzt mit Magensäure, wieder in die Speiseröhre zurückfließen. Ein gelegentliches Sodbrennen ist meist harmlos und es genügt, fette und süße Speisen und Getränke zu meiden und Stress abzubauen. Treten Sodbrennen oder andere Symptome der Refluxkrankheit jedoch regelmäßig auf, sollte man in jedem Fall den Arzt aufsuchen, um schwerwiegende Folgeerkrankungen zu vermeiden.

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Welche Folgeerkrankungen drohen durch Sodbrennen?

Ursache für Sodbrennen erkennen

Dr. Probst: Die Speiseröhre hat keine Schleimhaut, die sie vor der Magensäure schützt. Daher kann es durch den Reflux zu Speiseröhrenentzündung kommen, die wiederum unbehandelt Geschwüre und Vernarbungen zur Folge haben kann. Darüber hinaus kann sich die Krebsgefahr erhöhen. Daher ist es wichtig, die Ursache des Sodbrennens zu kennen und gegebenenfalls zu behandeln.

Wie kommt es zum Rückfluss des Mageninhalts in die Speiseröhre?

Dr. Probst: Zum einen kann der Schließmuskel des Magens, der den Rückfluss normalerweise verhindert, zu schwach sein. Zum anderen ist die Speiseröhrenmuskulatur unter Umständen nicht stark genug, um den Mageninhalt wieder in den Magen zurückzuschieben. Die Muskulatur kann von Natur aus zu schwach sein. Nikotin und verschiedene Medikamente können die Muskelspannung mindern und die Speiseröhre kann einen Krampf haben oder beispielsweise durch Geschwülste oder einen Tumor zu eng sein. Sodbrennen kann aber auch durch Magenbeschwerden, Unverträglichkeiten, Diabetes oder Autoimmunkrankheiten entstehen.

Wann muss das Sodbrennen behandelt werden?

Wie Sodbrennen gehandelt werden kann

Dr. Probst: Wenn das Sodbrennen die Schleimhaut der Speiseröhre angreift und beschädigt, muss es dringend behandelt werden. Andererseits kann das brennende Gefühl auch durch eine Pilz- oder Vireninfektion der Speiseröhre entstehen, die natürlich ebenfalls behandelt werden muss. Aber auch ein Zwerchfellbruch, eine Verkrampfung des Speiseröhrenschließmuskels oder eine Verengung durch Divertikel, Geschwüre oder Tumore können den Transport der Nahrung von der Speiseröhre in den Magen behindern und Sodbrennen auslösen. Die Krankheitsgeschichte, eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel oder eine Endoskopie der Speiseröhre geben Hinweise auf die genaue Ursache des Sodbrennens und damit auch, ob und wenn ja welche Therapie sinnvoll ist.

Welche Therapien gibt es?

Dr. Probst: Die Behandlungsmöglichkeiten reichen von der Umstellung von Ess-, Trink- und anderen Lebensgewohnheiten über verschiedene Medikamente bis hin zu minimalinvasiven Eingriffen und Operationen. (SZ)

Vortrag „Sodbrennen ist harmlos? Nicht immer!“ von Dr. Helmut Probst, Oberarzt der Inneren Medizin der Wertachkliniken, am Mittwoch, 16. Oktober, um 19.30 Uhr im Ferdinand-Wagner-Saal Schwabmünchen, Fuggerstraße 20. Der Eintritt ist frei.

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