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Starkbieranstich

23.03.2015

Söder streichelt die Seele der CSU-Basis

Stadtrat Peter Henkel als „Schuster-Peter“.

Finanzminister argumentiert und unterhält. Stadtrat Peter Henkel nimmt große Politik und lokale Politiker aufs Korn

Was führt Bayerns Finanzminister Markus Söder an einem Freitagabend noch nach Königsbrunn? Mit seiner Antwort hat der 48-jährige CSU-Politiker die Herzen der Parteibasis im Trachtenheim schon gewonnen: „Wenn man eine ganze Woche pendelt zwischen TV-Studios, Gesprächen mit Lobbyisten und dem Ministerium, dann ist es einfach schön, am Freitagabend bei vernünftigen Leuten zu sein!“

Natürlich habe auch sein guter Kontakt zum Bundestagsabgeordneten Volker Ullrich, den er noch als Vorsitzenden der Schüler Union in Bayern kennengelernt habe, und sein Respekt vor der Landtagsabgeordneten Carolina Trautner, die „mit Charme und Hartnäckigkeit“ in München für ihre Region streite, dazu beigetragen.

Söder unternimmt gar nicht den Versuch, seinen Auftritt mit der Aufgabe, den „Lobpreis auf das bayerische Bier“ zu sprechen, in Verbindung zu bringen. Er will über die „interessanten, aber auch schwierigen Zeiten“ sprechen und dabei mit Zahlen und Pointen die Positionen der CSU deutlich machen. Das gefällt der überwiegenden Mehrheit im Saal, nur SPD-Stadtrat Florian Kubsch schüttelt – unter anderem bei Söders Ausführungen zur Griechenlandkrise – öfter den Kopf.

Den CSU-Mitgliedern und -Sympathisanten gefällt, wenn Söder den Freistaat als Kern der Stabilität in Deutschland lobt, wenn er den Länderfinanzausgleich attackiert und feststellt, von den aktuell fünf Milliarden Euro aus Bayern gehen 3,5 Milliarden nach Berlin. „Der Berliner Bürgermeister müsste eigentlich jedem Besucher aus Bayern dankend die Hand schütteln.“

Kurz nach dem Ende seiner 45-minütigen Rede macht sich Söder auf den Heimweg nach Franken, am Samstag steht dort ein kleiner Parteitag an. Als Wegzehrung gibt ihm Bürgermeister und CSU-Ortsvorsitzender Franz Feigl einen Korb mit Königsbrunner Spezialitäten mit – darunter auch zwei Fläschen mit Schokoschlösschen-Bier.

Es bleibt schließlich Stadtrat Peter Henkel überlassen, die Traditionen des Starkbieranstichs noch teilweise hochzuhalten. Als „Schuster Peter“ nimmt er sich den Nürnberger Schuster Hans Sachs zum Vorbild und trägt Verse vor, mit denen er pointiert auf große Politik und lokale Politiker eingeht (siehe Infokasten). Er nimmt dabei auch die Kommunalwahl vom März letzten Jahres ins Visier. Doch nicht jede seiner Pointen bringt ihm große Lacher ein. Als er die Verluste der CSU anspricht – „Wo einst die Macht der Mehrheit lag, regiert der Kooperationsvertrag“ –, da bleibt es auffallend still im Saal. Gelacht wird erst wieder, als Henkel das Bananenstadt-Zitat der Freien Wähler aufs Korn nimmt.

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