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Schwabmünchen

04.08.2020

"Sommer 100": So kommt das neue Kulturprogramm in Schwabmünchen an

Auch das Schwabmünchner Country-Duo „Arizona Outlaws“ gehörte zum weit gespannten musikalischen Spektrum des Sommer 100.
Bild: Uwe Bolten

Plus Mit dem „Sommer 100“ wollte die Stadt Schwabmünchen Kultur und Unterhaltung unter Corona-Auflagen bieten. Wie die Menschen darauf reagieren - und wie es weitergeht.

Schnell hat die Stadt Schwabmünchen das Kulturprogramm "Sommer 100"aufgelegt: Es soll Unterhaltung bieten, während die Corona-Auflagen eingehalten werden. Die Hälfte der Veranstaltungen hat bereits stattgefunden. Wie sie ankamen? Wir fragen Organisatorin Doris Hafner. Wie es nun weitergeht.

Die Formation „Elke & Friends“ begeisterte die Besucher mit Soul und Rock beim "Sommer 100".
Bild: Uwe Bolten

Es ist wieder still auf der Wiese hinter dem alten Forstamt, die Scheinwerfer, die die Bäume neben den Hexentürmen in tiefem blau effektvoll anstrahlten, sind längst aufgeräumt und versperrt. Doris Hafner, Kulturmanagerin der Stadt Schwabmünchen, geht mit ihrer Taschenlampe ein letztes Mal an diesem Abend über das leere Veranstaltungsgelände, wie Pilze erheben sich die Platzmarkierungen mit den kleinen Ablagen aus dem Boden uns werfen lange Schatten.

Der "Sommer 100" ist Kultur unter Corona-Auflagen

„Der Sommer 100 wurde als Corona-Lösung innerhalb kürzester Zeit aus der Taufe gehoben. Er wurde als pragmatische Lösung von Kulturveranstaltungen für alle Bürger unter Beachtung der Corona-Auflagen geplant“, sagt Hafner und zieht nach acht Konzerten, kurz vor Halbzeit der Veranstaltungsreihe, eine Zwischenbilanz. „Rund 360 Gäste haben wir bisher begrüßen können“, schätzt sie nach dem gerade zu Ende gegangen Auftritt der Country-Band Arizona Outlaws. Nur eine Veranstaltung, die Eröffnung mit der Stadtmusikkapelle, habe verschoben werden müssen; Eröffnung mit der Stadtmusikkapelle, habe verschoben werden müssen; die Serenade fand zwei Wochen später in einer großen Werkshalle statt. „Ansonsten ist es immer gut gegangen; auch wenn ein paar Tropfen vom Himmel fielen, zeigten sich Besucher und Musiker flexibel und ließen sich die Freude an der Musik nicht nehmen“, beschreibt sie die Reaktion der Anwesenden bei Regenschauern.

Doris Hafner bringt ein paar Utensilien in ihr Büro, dort wird die „Eine-Frau-Show“ deutlich. Scheinwerfer, Kartons, Kabel, ein Tisch voller Sitzpläne für die kommenden Veranstaltungen, Formulare und Künstlerverträge. „Die Künstler erhalten alle eine angemessene Gage, die vorher einvernehmlich mit Vertrag festgelegt wurde. Der Eintrittspreis von fünf Euro ist nur ein symbolischer Preis, die Hauptlast trägt die Stadt. Es sollen sich alle Bürger leisten können“, entgegnet sie Spekulationen, die Künstler würden wegen der Corona-Situation ausgenutzt.

Die Leute kommen mit Decken und Liegen in den Rathausgarten

Begeistert berichtet Hafner über die Spontanität der Gäste. „Unsere Veranstaltungen sind bekanntermaßen nicht bestuhlt. Die Leute kommen mit Decken, Liege- oder Campingstühlen, kleine Tische werden aufgebaut, mitgebrachte Speisen finden Platz neben Wein-, Bier- und Wasserflaschen“, beschreibt sie die Situation auf der Wiese und ergänzt lachend, dass jedoch die Nutzung von Grills nicht erlaubt sei.

Die Nachfrage nach Reservierungen, die wegen der Corona-Schutzmaßnahmen namentlich erfolgen müssten, sei trotz der Sommerferien gut. Das Programm der nächsten Wochen biete mit italienischem Schlager, sanftem Pop, Rock, Jazz auch volkstümliche Töne. Ebenso ist der Auftritt eines Streichorchesters geplant. „Es kann immer sein, dass sich kurzfristig etwas ändert“, sagt Hafner und empfiehlt, sich auf der Internetseite www.schwabmuenchen.de/sommer100 zu informieren. Die letzte Änderung dort war der Termin für das Karen Edwards Trio mit der international renommierten US-Jazzsängerin Karen Edwards. „Sie hat schon mit Stevie Wonder, Tony Bennett und Prince gearbeitet“, lässt die Kulturmanagerin ihre Vorfreude durchblicken.

Eindrücke von der neuen Schwabmünchner Veranstaltungsreihe.
184 Bilder
Sommer100 – Corona-Konzerte im Rathausgarten in Schwabmünchen
Bild: Uwe Bolten

Für die Gäste steht die Veranstaltung hoch im Kurs. „In diesen schwierigen Zeiten bieten die Konzerte eine tolle Abwechslung und lassen die vergangenen Monate ein wenig vergessen“, sagte Richard März, der aus Untermeitingen zum Konzert der Arizona Outlaws mit vier Personen angereist war. Vonseiten der Musiker bestätigte Jürgen Lechner, Sänger der Country-Formation, das gelungene Konzept des Sommer 100: „Die Atmosphäre passt, die Zuhörer sind ungezwungen und offen. Nach der langen Pause auf der Bühne ist es wie ein Befreiungsschlag.“ Anmeldung zu den Veranstaltungen kann bis einen Tag vor dem jeweiligen Konzert über die E-Mail-Adresse d.hafner@schwabmuenchen.de oder telefonisch unter 08232/9633181 erfolgen. In der Regel sind für Kurzentschlossene noch Tickets an der Abendkasse erhältlich.

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Die Diskussion ist geschlossen.

04.08.2020

Na ja, warum sollte ein unmittelbar an den Konzerten mit Beteiligter (Arizona Outlaws) hier auch ein negatives Resumee ziehen.
Ich meine, ein durchschnittlicher Konzertbesuch von 45 Personen spricht doch eher dafür, dass das ganze Corona-bedingte
Prozedere die Leute eher von einem Konzertbesuch abhält. Frau Hafner und die Stadt wollten hier halt unbedingt etwas
Kulturelles anbieten und einem vielleicht sich selber gemachtem Druck nachgeben. Man kann sicher geteilter Meinung darüber sein.

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