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Oberottmarshausen

28.07.2019

Sommernachtsball bei Blitz und Donner

Kurz vor dem ersten Regenguss ist das Festgelände rappelvoll.
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Kurz vor dem ersten Regenguss ist das Festgelände rappelvoll.
Bild: Claudia Deeney

Die rund 1800 Gäste lassen sich in Oberottmarshausen vom durchwachsenen Wetter nicht beirren. Wie die Organisatoren vorgesorgt haben.

Zum 33. Sommernachtsball in Oberottmarshausen wollte sich Petrus anscheinend nicht lumpen lassen. Zur aufwendigen Lichtanlage auf der Bühne gab es reichlich Wetterleuchten am Himmel und auch immer wieder Gewitter und Regen. Die Lichtanlage setzte die Band „The Mercuries“ und die Tanzenden ins rechte Licht und die Wetterkapriolen beleuchteten als Blitzspektakel am Himmel das gesamte Festgelände eindrucksvoll. Bereits kurz nach 21 Uhr ging am Freitagabend der erste starke Regenguss nieder, was aber die Feiernden nicht wirklich störte.

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Zelte und die Turnhalle dienten als Regenschutz

Hatte die Band kurz zuvor noch durchs Mikrofon verkündet, wo sich im Ernstfall die Notausgänge befänden, machte von diesem Angebot anscheinend kaum ein Gast Gebrauch. Mussten die Feiernden auch nicht, denn die katholische Landjugend hatte als Organisator wirklich für alle Fälle vorgesorgt. Jede Menge Zelte, und die TSV-Turnhalle standen als Regenschutz parat. Nach etwa einer halben Stunde ging das Fest wieder ohne Regen weiter und bevor die Helfer der Landjugend überhaupt die Bühne von den Wasserpfützen befreien konnten, tummelten sich da schon die ersten Jugendlichen um zum Song „Hey was geht ab, wir feiern die ganze Nacht“, den Songtext in die Tat umzusetzen. Die Jugend gleich auf der Tanzfläche, die Junggebliebenen auf den Bierbänken, ein bunt gemischtes Partyvolk feiert bei diesem Ball ausgelassen zusammen.

„Der Regen hat gutgetan, jetzt ist es ein bisschen kühler, das ist angenehm“, kommentierte Andreas Aigner gegenüber unserer Zeitung. Der Ballonpilot der LEW wohnt in Oberottmarshausen und ist Stammgast auf dem Fest. Genauso wie Julia und Michael Schäffler, die sagen: „Wir sind jedes Jahr gerne hier, der Sommernachtsball gehört einfach zum Dorf dazu.“

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Mehr Besucher als Einwohner

Das scheinen sich nicht nur die Oberottmarshauser zu denken, sondern auch viele Besucher aus den Nachbarstädten und Gemeinden. Rund 1800 Besucher konnten die Organisatoren vermelden, wobei man erwähnen muss, dass Oberottmarshausen selbst circa 1700 Einwohner hat, wie Bürgermeister Gerhard Mößner gegenüber unserer Zeitung erklärte: „Es ist toll was unsere Jugend hier leistet, ein Jahr vorher gehen die Planungen los, es ist ein straffes Programm was sich die jungen Menschen auferlegen, das ist kein schnelles Projekt, sondern alles sehr gut organisiert und durchdacht.“

Sein Dank richtet sich auch an den Gemeinderat, an die freiwillige Feuerwehr, an alle Vereine die mitmachen und vor allem auch an die Anlieger und an die Bauern. Denn das Fest findet direkt in der Mitte der Gemeinde statt und es ist relativ weiträumig für den Verkehr abgesperrt. Die Bauern müssen trotz derzeitigen Aktivitäten auf den Feldern Umwege fahren und machen das ohne zu Murren, wie der Bürgermeister lobt.

In der Küche helfen auch Jugendliche mit

Diese Aussagen bestätigt auch Anna Königsberger. Die 22-jährige ist Schriftführerin bei der katholischen Landjugend und hat dieses Amt von Laura Zott übernommen. Beim Sommernachtsball ist sie die „Küchenchefin“ und führt ihr Team, das in zwei Schichten aufgeteilt ist durch den Tag und durch die Nacht. Denn um so viele Gäste mit Kässpatzen, Wienerle-, Leberkäs-Fisch- und Käsesemmeln, um nur ein paar der kulinarischen Angebote aufzuzählen, zu versorgen, müssen die fleißigen Köche bereits frühzeitig beginnen. „Allein das Zwiebelschneiden für die Kässpatzen dauert, genauso wie das Aufschneiden der unzähligen Semmeln“, erklärt Königsberger. In der Küche dürfen auch schon Jugendliche ab 14 Jahren mitarbeiten, was an der Wein- und Sektbar natürlich nicht geht. In diesem Jahr zum ersten Mal im Angebot, wird diese von jungen sowie volljährigen Damen betrieben, die selbst sehr großen Spaß an ihrem Job haben. „Wir verstehen uns untereinander gut, es ist viel los und wir kommen auch gerne mit den Gästen ins Gespräch“, erklärt Theresa, die für ihre Kolleginnen, Selina, Klara Alena und Isabell spricht. Und wenn mal eine kurze Verschnaufpause angesagt sei, tanzen sie zu den Klängen von „The Mercuries“, die bis zu ihnen herüberschallen.

Tanzen, sich unterhalten, feiern das machen die Oberottmarshauser bis drei Uhr in der Früh – von Blitz und Donner sowie Regengüssen immer wieder mal begleitet.

Und das ganze sogar noch für den guten Zweck, wie Laura Zott erklärt: „Ein Teil des Erlöses geht an die Kartei der Not, dem Leserhilfswerk der Mediengruppe Pressedruck, ein Teil geht an die Jugendvereine der katholischen Landjugend und wenn die Kirche des Dorfes Restaurierungsbedarf hat, dann wird diese ebenfalls finanziell unterstützt.“

Und deshalb macht die katholische Landjugend auch weiter, 2020 wird es natürlich auch wieder den Sommernachtsball geben, als ein Fest mitten in Oberottmarshausen.

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