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Gemeinderat

13.06.2018

Sorgen von Geburt bis zum Lebensende

In Scherstetten gibt es nicht nur Probleme im Kindergarten. Der Bestatter kündigt

Derzeit plagen den Scherstetter Gemeinderat Probleme, die sprichwörtlich vom „Anfang bis zum Ende“ reichen. Der Kindergarten wird zu klein und bedarf einer Erweiterung. Hierfür zeigt sich aber schon eine gute Lösung auf. Anders sieht es bei den Friedhöfen in Scherstetten und Konradshofen aus. Denn die Firma Pius Bestattungen hat den Dienstleistungsvertrag mit der Gemeinde gekündigt.

Der Scherstetter Kindergarten ist mit 25 Buben und Mädchen voll belegt. Für den Herbst rechnet Bürgermeister Robert Wippel mit 30 Anmeldungen. Aus diesem Grund beantragt die Gemeinde eine Erweiterung der Betriebserlaubnis auf 35 Kinder für zwei Jahre. Bis dahin soll auf der Ostseite der Alten Schule ein Anbau fertiggestellt sein, sodass künftig zwei Gruppen, eine Kindergarten- und eine Krippengruppe, betrieben werden können.

Um mehr Platz zu schaffen, wird das Büro von Bürgermeister Wippel in den ersten Stock verlegt. „Durch das Baugebiet „Am Birstling“ in Scherstetten und die geplante Ausweisung weiterer 24 Bauplätze in Scherstetten und Konradshofen werden wir den Platz und den Anbau benötigen“, kalkuliert Wippel: Mehr junge Familien bringen eben mehr Kinder.

Da die Lage jetzt schon angespannt ist, werden einige kleine Scherstetter in anderen Kindergärten untergebracht. „Das kostet uns mehr als 80 000 Euro im Jahr“, so Wippel. Geld, das ein Neubau wohl einsparen würde. Zudem soll der Umbau dafür sorgen, dass es künftig möglich ist, behinderte Kinder im Rahmen einer Einzelintegration zu betreuen. Weit schwieriger gestaltet sich die Lage um die Friedhöfe in Scherstetten und Konradshofen. Nur mit großer Mühe konnte 2013 ein Dienstleister gefunden werden, der sich um die Bestattungen kümmert. Schon damals wies der Vertragspartner Pius Bestattungen auf einige Probleme hin. So war, nach Angaben der Bestattungsfirma, die Dokumentation der Bestattungsplätze durch Fehl- und Falschdokumentation mangelhaft. Auch sind aufgrund umgedrehter Grabplätze, unterirdischer Wasserleitungen, Fundamente alter Gräber oder Friedhofsmauern auch in bestehenden Gräbern keine oder oftmals nur unter großem Aufwand zu betreibende Erdbestattungen möglich. Dazu käme, so der Bestatter, die mangelnde Einsicht der Bürger bei diesen Problemen, wie auch eine gewissen Portion Eigensinn. Anita Ponzio von der Bestattungsfirma erläutert: „Oftmals wurden wir einfach übergangen, Särge vom Schreiner geholt und die Leichen zum Teil ohne unser Wissen im Leichenhaus eingestellt. Das ist rein rechtlich nicht erlaubt.“ Ein Problem war auch die „das war ja früher auch so“-Mentalität. „Da werden Dinge gemacht, die man so vor 30 oder 40 Jahren gemacht hat“, so Ponzio weiter. Nur dass dies heute, vor allem aus rechtlichen Gründen, nicht mehr gehe. Dazu komme auch ein gewisser wirtschaftlicher Faktor, wie Anita Ponzio zugibt. „Unter diesen Umständen ist es uns nicht möglich, rentabel zu arbeiten“, stellt sie klar. Wie es nun weitergeht, ist vorerst offen. Die Gemeinde würde gerne weiter mit dem Bestatter zusammenarbeiten.

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