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19.01.2015

Spaziergang mit verblassten Bilder

So sahen die Hauptstraße und der Bereich nördlich der Kirche vor über 100 Jahren aus.
4 Bilder
So sahen die Hauptstraße und der Bereich nördlich der Kirche vor über 100 Jahren aus.
Bild: Museum und Galerie der Stadt Schwabmünchen

Anhand alter Fotos führt  Sabine Sünwoldt durch das Schwabmünchen um 1900. Warum die Bierhalle ein Sorgenkind war

Für den Rundgang durchs Schwabmünchen in der Zeit um 1900 mussten die Teilnehmer nur im Museum Platz nehmen und ihre Aufmerksamkeit Sabine Sünwoldt schenken. Mit der Hilfe alter Fotografien und Postkarten führte sie die Besucher auf einen spannenden, informativen und unterhaltsamen Rundgang durch die damalige „Bezirkshauptstadt“.

Die Reise der Gäste begann am Schwabmünchner Bahnhof, dessen Geschichte Sünwoldt schilderte. Hier schweifte sie auch kurz ab in spätere Jahrzehnte und brachte das später entstandene Gebäude der Post ins Spiel. Auch das seinerzeit umstrittene Lagerhaus am Bahnhof, dass damals so manchem Schwabmünchner Händler ein Dorn im Auge war, wurde erwähnt.

Der Spaziergang führte weiter an der Brauerei Schuchbauer (deren Backsteinbau noch heute zu sehen ist) vorbei, die Bahnhofstraße hinunter zur Einmündung in die Luitpoldstraße. Viel zu hören war über Gossners Bierhalle, die dort stand. Schon damals gab es Gaststätten, die Probleme anzogen. Beim Gossner soll es oft zu Schlägereien gekommen sein. Das lag wohl auch daran, dass dieses Wirtshaus das erste war, auf das die vom Lechfeld kommenden Soldaten in Schwabmünchen stießen. Weiter führt der Weg der Spaziergänger die Hauptstraße entlang in Richtung Norden. Vor allem die Bilder vom alten Schrannenplatz sorgen für das eine oder andere „Ohhh“ bei den Zuhörern. Spätestens jetzt ging das Rätselraten unter den Zuhörern los. „Wo ist das, was ist da jetzt?“, diese Fragen wurden öfter gestellt und diskutiert.

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Ein Raunen war zu hören, als die ersten Bilder mit dem alten Rathaus und den „Techentin-Häusern“ am Kirchenvorplatz an der Wand erschienen. Für junge Schwabmünchner ein völlig unbekannter, für viele ältere ein fast vergessener Anblick.

Richtig wehmütig wurden viele Besucher, als es Bilder der ehemaligen Holzhey-Villa zu sehen gab. Das prachtvolle Gebäude wurde, gegen Proteste aus der Bevölkerung, Ende der 1980er-Jahre abgerissen. Dort steht jetzt das – auch schon wieder ehemalige – Sparkassengebäude.

Staunende Blicke gab es für eines der in historischer Sicht wohl bedeutendsten Bilder des Vortrages: Das vielen unbekannte Café Lämmer in der Museumsstraße. Von ihm gibt es kaum noch Dokumente.

Schnell war im Verlauf des Abends klar, dass die geplante Stunde für den Spaziergang nicht genügte. Nach 90 Minuten beendete Sabine Sünwoldt den historischen Rundgang, auch wenn die Referentin dabei manches nur noch schnell erwähnen konnte.

Doch sie machte dem Publikum Hoffnung auf eine Fortsetzung und nicht wenige befürworteten diese Idee. Denn nur selten kann man sich auf solch unterhaltsame Weise mit Geschichte beschäftigen.

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