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Großaitingen

27.10.2019

Spritztour für den guten Zweck: Das Unglück nimmt an Tag zwei seinen Lauf

Die Zündapp-Freunde aus der Gegend um Großaitingen sind an die Nordsee nach Sankt Peter-Ording gefahren, um dort Krabbenbrötchen zu essen. Von links: Manuel Kunert, Dominik Hailer und Alexander Reißer.
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Die Zündapp-Freunde aus der Gegend um Großaitingen sind an die Nordsee nach Sankt Peter-Ording gefahren, um dort Krabbenbrötchen zu essen. Von links: Manuel Kunert, Dominik Hailer und Alexander Reißer.
Bild: Hailer

Plus Drei Freunde fahren mit ihren Mopeds für einen guten Zweck von Großaitingen an die Nordsee. Unterwegs läuft so einiges nicht nach Plan – aber die Spendensumme übertrifft alle Erwartungen.

Sie sind wieder von ihrem Abenteuer zurück – und wer eine Reise macht, hat bekanntlich viel zu erzählen. Bei Alexander Reißer, Manuel Kunert und Dominik Hailer ist das nicht anders: Ihre Geschichte handelt von gesäßaufreibenden Fahrten, Unglück im Unglück und einem Imbiss in Norddeutschland.

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Die drei Freunde und Zündapp-Fans hatten sich vorgenommen, mit ihren Mofas einen Ausflug zum Krabbenbrötchen-Essen zu machen – nach Sankt Peter-Ording an der Nordsee. Zur Erholung zwischen der mehrtägigen Hin- und Rückfahrt planten sie ein paar Tage Urlaub ein. Mit einigen kleineren Spritztouren, versteht sich. Und das alles sollte nicht nur eine verrückte Aktion werden, sondern auch einem guten Zweck dienen: Die Fahrer starteten einen Spendenaufruf für den Augsburger Verein Glühwürmchen, der sich für schwerkranke Kinder und deren Familien einsetzt.

Am zweiten Tag war der Wurm drin

Weil sie die Anreise in nur zwei Tagen schaffen wollten, fuhren die Freunde schon um fünf Uhr in der Früh los. „Am ersten Tag lief alles glatt, wir sind 600 Kilometer bis südlich von Hannover gefahren“, sagt Kunert. „Ich habe in den vergangenen elf Jahren noch nie eine Fahrt in der Gruppe gehabt, die so reibungslos gelaufen ist.“ Doch diese Glückssträhne sollte am zweiten Tag abreißen. Es fing mit dem Wetter an: In Hamburg begann es zu regnen. Und just als die Fahrer sich in einer Bushaltestelle ins Trockene flüchten wollten, hatte Hailer einen Motorschaden. An einem Sonntag.

Spritztour für den guten Zweck: Das Unglück nimmt an Tag zwei seinen Lauf

Aufruf über Facebook hat Erfolg

„Das Kurbelwellenlager war defekt. Wir hatten zwar Werkzeug dabei, aber nicht das passende Ersatzteil“, berichtet Kunert. Weil am Sonntag alle Werkstätten geschlossen haben, setzten die gestrandeten Fahrer über Facebook einen Hilferuf ab, schilderten ihr Problem und fragten, ob jemand aus der Gegend zufällig das Ersatzteil zur Hand habe.

„Es meldeten sich gleich sechs oder sieben Leute“, sagt Kunert. „Wir telefonierten mit einem Gleichgesinnten aus Kiel, der sich dann sofort auf den Weg machte und eineinhalb Stunden später bei uns war. Eine weitere Stunde später hatten wir den Schaden repariert, das war gegen 18 Uhr.“

Doch der Tag hielt noch mehr Schwierigkeiten bereit: Rund zweieinhalb Stunden später brachte ein Kolbenfresser Hailers Fahrzeug erneut zum Stehen. Diesmal mussten die Drei aber niemanden um Hilfe bitten: „Wir hatten einen Ersatzkolben dabei“, sagt Kunert. Nach der Reparatur kamen sie ohne weitere Zwischenfälle in Sankt Peter-Ording an. „Wir sind wie tot ins Bett gefallen“, erinnert sich Kunert. Erst am nächsten Tag kamen die Freunde dazu, ihre Krabbenbrötchen zu verspeisen – es sei nicht bei einem pro Fahrer geblieben.

Der Urlaub an der Nordsee sei ziemlich verregnet gewesen, doch einige Dörfer, Strände und den Westerhever Leuchtturm hätten sie sich trotzdem angesehen. Am – natürlich verregneten – Donnerstag traten sie den Rückweg an, doch diesmal ließen sie sich drei Tage Zeit. Ohne Pannen, aber mit schmerzenden Hintern kamen Kunert, Reißer und Hailer gerade rechtzeitig um 16.30 Uhr in Reinhartshofen an. „Wir hatten ausgemacht, dass wir zum Reinhartshofer Oktoberfest wieder zurück sind“, erklärt Kunert. Das sei er seinen Kollegen von der Feuerwehr schuldig gewesen, die das Fest ausrichteten.

5000 Euro für den Verein „Glühwürmchen“

Bis tief in die Nacht um 3.30 Uhr feierten sie ihre Heimkehr und die unerwartet zahlreichen Spenden von Firmen, Vereinen und Privatleuten. Wir wollten 2000 Euro schaffen und sind schon dafür belächelt worden. Jetzt sind es 5000 Euro geworden“, sagt Kunert nicht ohne Stolz. Das Geld werden die Freunde bald dem Verein Glühwürmchen überreichen.

Ob er die Strapazen der Reise noch einmal auf sich nehmen würde? Kunert bejaht und ist sich sicher, dass auch seine beiden Freunde wieder dabei wären. Er selbst hat tatsächlich schon Pläne für die nächste weite Reise auf seiner Zündapp: Ein Bekannter wolle mit dem Moped nach Mallorca, 1400 Kilometer einfach inklusive Fähre.

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