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Schwabmünchen

26.01.2021

Stadt in der Analyse: Vereinen in Schwabmünchen fehlen Räume

Beim Sommer100 traten Musikgruppen und -vereine bei kleinen Konzerten im Rathausgarten auf. Das kam gut an.
Foto: Uwe Bolten

Plus Die Vereine in Schwabmünchen benötigen mehr Platz. Außerdem sind die Mitglieder im Schnitt zu alt. Was bei Vereinen und Kultur noch zu verbessern wäre.

Im Entwicklungskonzept der Stadt Schwabmünchen sollen alle relevanten Aspekte der Stadtentwicklung zusammengeführt und zukünftige Leitlinien für die Entwicklung Schwabmünchens bis zum Jahr 2035 definiert werden. In einer Serie betrachtet unsere Redaktion diese Aspekte näher. Bisher ging es um die Themen Parken und Verkehr sowie Wohnen und Wohnraum. Diesmal geht es um Kultur und Vereine. "Sie sind wichtige Stützen des städtischen Lebens und sorgen für eine Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt", so Stadtplanerin Sylvia Haines von der Agentur Haines-Leger.

Um sich einen Überblick über Mitgliederstruktur und Vereinsarbeit zu verschaffen, haben die Stadtentwickler 89 Vereine und Institutionen befragt. Die durchschnittliche Mitgliederzahl liegt bei 351, wobei hier sehr große und sehr kleine Vereine die Zahlen verzerren dürften. Im TSV sind beispielsweise etwa 3300 Mitglieder in 19 Abteilungen aktiv. Demgegenüber stehen Vereine wie die Aquarienfreunde mit nur 25 Mitgliedern. Insgesamt sei das Angebot der Vereine bunt und vielseitig.

Die meisten Vereine betrifft die Alterung der Mitglieder und eine damit abnehmende Aktivität der Mitglieder. Dringender Handlungsbedarf wird auch deshalb in der Akquise neuer Mitglieder gesehen. Im Arbeitskreis berichtete beispielsweise Erwin Joppich, der Vorsitzende des Automobilclubs, von diesem Problem der Überalterung. Eng damit verknüpft ist der Wunsch nach mehr Öffentlichkeitsarbeit über die Presse und Social-Media-Kanälen.

Die Städteplaner und die Fachleute aus dem Arbeitskreis schlagen vor, dass Vereine zusammenarbeiten und gemeinsame Projekte fokussieren, um ein neues Publikum und neue Mitglieder zu gewinnen.

Es mangelt Schwabmünchen an Räumlichkeiten für Vereine

Zudem sind neue oder auch größere Räume eine Thema unter den Vereinsbefragten. Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer gab an, dass kein ausreichendes Raumangebot in Schwabmünchen bestehe. Benötigt würden mittelgroße Räumlichkeiten, etwa von der Größe eines Klassenzimmers. Viele Vereine müssten bereits ausweichen, zum Beispiel nach Langerringen. Auch für soziale Formate wie Eltern-Kind-Cafés, an denen auch "Vereinslose" mitmachen könnten, fehlten geeignete Räume. Was die Stadthalle betrifft, so stellt sich meist die Miete als finanzieller Kraftakt für die Vereine heraus. Nach Angaben der Stadt sei ein gewisser Mietbetrag aber notwendig, um die Stadthalle finanziell tragen zu können.

Potenzial zur Lösung des Platzproblems sehen die Städteplaner im Dorfgemeinschaftshaus in Schwabegg. Es stehe für alle Vereine und Institutionen offen und habe noch Kapazitäten. Auch das neue Probenzentrum der Stadtmusikkapelle am Wasserturm, das im Herbst 2021 fertiggestellt werden soll, könnte in Zukunft die Lage entspannen. Dort können dann Tageweise Räume gemietet werden. Auch das Kunsthaus in der Bahnhofstraße stellt sein Gebäude zur Verfügung, ebenso der Verschönerungsverein im Lutipoldpark.

Das Problem an der Sache: Selbst wenn irgendwann genug Räume zur Verfügung stehen, weiß niemand, welcher Raum, wann zu mieten ist. Es fehlt eine Übersicht. Vereine sollten hier enger zusammenarbeiten, um diese Informationslücke zu schließen, so die Agentur.

Kulturell hat Schwabmünchen mit dem Museum, 2020 erhielt es den Schwäbischen Museumspreis, und dem Kunstverein durchaus hochwertige Angebote. Um das kulturelle Angebot der Stadt aber voranzubringen, hat die Stadt eine Kulturmanagerin, Dr. Doris Hafner, eingestellt.

Kultur: Ein zentraler Veranstaltungskalender für Schwabmünchen soll her

In diesem Bereich mangelt es eher an den einfachen Dingen wie einem zentralen Veranstaltungskalender, der regelmäßig und zeitnah aktualisiert wird. Der derzeitige Veranstaltungskalender bietet eine Halbjahresübersicht. Viele Vereine haben aber Probleme, ihre Veranstaltungen so weit im Voraus zu planen.

Da die Kulturmanagerin derzeit ein Kulturportal im Internet plant, in dem auch die Vereine eine Plattform bekommen sollen, könnte dort ein flexibler Kalender integriert werden. Er böte dann auch eine Übersicht für alle, damit sich Veranstaltungen mit ähnlichen Zielgruppen nicht überschneiden.

Großes Lob erhielt das von Hafner ins Leben gerufene und coronabedingte Ersatzformat "Sommer 100". Über den Sommer verteilt fanden vergangenes Jahr zahlreiche kleine Konzerte im Rathausgarten statt, mit Abstand und Anmeldung. Sollten die Beschränkungen noch länger anhalten, könnte dieses Format auch auf andere Bereiche ausgedehnt werden.

Beim Sommer100 traten Musikgruppen und -vereine bei kleinen Konzerten im Rathausgarten auf. Das kam gut an.
Foto: Uwe Bolten

Kaum Resonanz fand das Thema Kultur in der Bürgerbefragung. Lediglich ein Vorschlag, dass mehr kleinere Veranstaltungen wie Lesungen auch in den Ortsteilen stattfinden sollen, ging ein.

Lesen Sie auch die weiteren Folgen unserer Schwabmünchen-Serie:

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