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Stadtrat

31.01.2015

Stadt mäht weiterhin den Rasen auf dem Friedhof

Über die Gestaltung des Friedhofs zerbrechen sich die Bobinger Ratsmitglieder den Kopf.
Bild: Peter Stöbich

Trotz einiger Konflikte setzt Bobingen den Problauf fort

Vor unpopulären Entscheidungen scheuen Politiker gern zurück. So auch die Mehrheit des Bobinger Stadtrates, die in der jüngsten Sitzung den erst zwei Monate alten Beschluss wieder kippte, dass das kostenlose Mähen im Friedhof heuer eingestellt wird. Das hatten die Mitglieder des Werk- und Betriebsausschusses im November so gewollt, weil der Versuch, vor allem älteren Bürgern die Grabpflege etwas zu erleichtern, der Friedhofsverwaltung im Rathaus eine Menge Probleme einbrachte.

Seit Frühjahr 2013 hatte die Stadt probeweise das Mähen übernommen, soweit das Einverstandnis der Grabbesitzer vorlag. Das war bei etwas mehr als der Hälfte der 1650 Gräber der Fall, „aber auch ein ständiger Quell des Ärgers“, so Bürgermeister Bernd Müller. Zum einen gab es einen krankheitsbedingten Personalnotstand, der beinahe die Friedhofsverwaltung lahmlegte, zum anderen rund 100 Beschwerden pro Jahr – zum Beispiel darüber, dass Grabplatten oder herumstehende Pflanzschalen und Weihwasserkessel beschädigt wurden. Darum wollte es der Werkausschuss dieses Jahr wieder den Bürgern überlassen, ob sie die Mäharbeiten selbst erledigen oder einen Dienstleister damit beauftragen.

Die Fraktionen von CSU und SPD brachten das Thema per Antrag jetzt aber erneut auf die Tagesordnung des Plenums – vor allem deshalb, weil das Mähen nur ein Punkt in einem Gesamtkonzept ist, bei dem es um die künftige Gestaltung des Bobinger Friedhofs und um eine neue Gebührensatzung geht. „Denn die Friedhofskultur unterliegt einem Wandel“, sagte Müller und wies darauf hin, dass nach der aktuellen Satzung viele gestalterische Ideen nicht möglich seien.

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In der Diskussion wies Franz Handschuh (FBU) auf die steigende Verschuldung von Bobingen hin und stellte fest, das Mähen sei eine freiwillige Leistung der Stadt. Hans-Peter Dangl betonte: „Wir sollten den zwei Jahre lang angebotenen Service nicht abrupt beenden, bevor die anderen Fragen zum Friedhof geklärt sind!“ Das will die Stadt im Frühjahr bei einem Workshop tun, zu dem die Grabbesitzer in die Singoldhalle eingeladen sind.

Parallel dazu will man die mit den Bestattern und Steinmetzen begonnenen Gespräche fortführen; so könnte nach der Sommerpause eine neue Friedhofs- und Gebührensatzung ausgearbeitet und bis Jahresende beschlossen werden. Geplant ist, mit parkähnlichen Ruhezonen und Sitzgelegenheiten die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Außerdem will man über alternative Bestattungsformen sowie pflegeleichtere Grabstätten nachdenken. Mit einem Fragebogen will die Stadtverwaltung bei den Grabbesitzern demnächst deren Änderungswünsche erkunden.

„Gepflegte Gräber tragen zu einer schönen Friedhofsanlage bei“, heißt es auf der Internetseite der Stadt Bobingen. Die Pflege und Instandhaltung der öffentlichen Wege und Einrichtungen auf den Friedhöfen sowie deren Anlagen obliegt der Stadt, die Pflege der Grabstätten den Grabeigentümern. „Allerdings kostet ein gepflegtes Grab Zeit und macht Arbeit.“ Damit sich die finanzielle Belastung und zeitlicher Aufwand im Rahmen halten, sollen nach den Bestimmungen der Friedhofsatzung geeignete beziehungsweise langsam wachsende Gewächse gepflanzt werden.

Laut Satzung dürfen Anpflanzungen im Hinblick auf das Gesamtbild des Friedhofs nicht über die Grabmale hinausragen. Die Friedhofsverwaltung prüft regelmäßig die Größe der Anpflanzungen, widrigenfalls werden die Grabbesitzer angeschrieben.

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