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Flüchtlinge

25.04.2015

Stadt plant kleine Siedlung für Asylbewerber

Wohnungsbautochter wird die Anlage mit acht Fertighäusern bei der Nepomukkapelle bauen. Damit ist die Stadt beim Thema Asyl aber noch nicht alle Sorgen los

Um weitere Unterkünfte für Asylbewerber zu schaffen, hat die Stadt ihre Wohnungsbautochter GWG beauftragt, eine Siedlung mit acht Fertighäusern aus Holz auf städtischem Grund nahe der Nepomukkapelle zu errichten. Die dafür nötige Bauvoranfrage segnete der Stadtrat jetzt einstimmig ab. In der Bürgerversammlung präsentierte Bürgermeister Franz Feigl das Projekt der Öffentlichkeit. Es gab dazu keine Nachfragen oder Kommentare von Bürgern.

Architekt Eberhard Wunderle ( Neusäß) hatte die Planung im Rat vorgestellt. Die zweigeschossigen Fertighäuser bieten Platz für bis zu 16 Personen – je Etage zwei einfache Wohnungen mit jeweils etwa 45 Quadratmetern Fläche. Sie sollen auf 6500 Quadratmetern eines städtischen Grundstücks platziert werden, das westlich der Landsberger Straße hinter dem Lokal „Topkapi“ liegt. Den Baugrund überträgt die Stadt an die GWG. Das Areal sei mit Wasser und Gas „optimal erschlossen“, so Wunderle.

Die Häuser sollen frei stehend platziert werden. Sie haben laut Wunderle den Vorteil, dass etwa die Sanitäranlagen auf die Herkunft der Bewohner angepasst werden können. In der kleinen Siedlung werden auch eine Gemeinschaftsfläche und ein Kinderspielplatz angelegt.

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Wie Feigl in der Bürgerversammlung erläuterte, sei das „nicht die preiswerteste Lösung“, aber wirtschaftlich sinnvoll, weil die Fertighäuser „wiederverwertbar“ seien, sie können wieder ab- und aufgebaut werden. Die Hersteller, die Firma Bauer im Raum Lindau, gibt auf die Häuser 30 Jahre Garantie, die wesentlichen Teile sollen aber weit länger halten. Die GWG kauft die Fertighäuser vom Typ „VariaHome Boarding House“ für je rund 360 000 Euro und wird sie dann langfristig an den Freistaat vermieten. „Unter den Bauformen, die man momentan machen kann, ist dies das sozial verträglichste“, stellt GWG-Geschäftsführer Günther Riebel fest. Diese Lösung setzt die Stiftung Tiefenbacher aus Gersthofen in Kooperation mit dem Landkreis derzeit auch in Gersthofen, Neusäß und Stadtbergen um.

Bürgermeister Feigl machte im Rat und in der Bürgerversammlung allerdings deutlich, dass Königsbrunn auch mit dieser Siedlung die Vorgaben des Landkreises, nämlich 2015 rund 300 Flüchtlinge aufzunehmen, noch nicht erfüllt habe. Die Stadt biete dann (inklusive Topkapi, Martin-Luther-Haus und das frühere Kolping-Gelände) Platz für 230 Personen. „70 Plätze fehlen noch“, stellte Feigl fest, „und an Silvester bleibt die Uhr ja nicht einfach stehen“. Das Thema Asyl wird die Stadtverwaltung und die Menschen in Königsbrunn sicherlich noch einige Zeit beschäftigen.

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