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Justiz

22.01.2019

Statt 500 Euro gibt es ein gebrochenes Nasenbein

Ein 32-Jähriger soll in Schwabmünchen einen Bekannten mit einem Stein attackiert haben. Der Angeklagte behauptet am Amtsgericht Augsburg aber etwas ganz anderes.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Plus Ein 32-Jähriger soll in Schwabmünchen einen Bekannten mit einem Stein attackiert haben. Der Angeklagte behauptet am Amtsgericht Augsburg etwas ganz anderes.

Der Mann habe Geld von ihm gewollt, mal wieder. Und das, obwohl er ihm in den vergangenen Monaten immer mal wieder kleinere Beträge gegeben habe. Insgesamt seien es 150 Euro gewesen, sagte der 32-jährige Angeklagte aus Syrien vor dem Amtsgericht in Augsburg. Doch dieses Mal, im Juni vergangenen Jahres, habe er seinem Bekannten kein Geld mehr geliehen. Daraus entwickelte sich eine körperliche Auseinandersetzung – doch was genau dabei vorgefallen ist, konnte das Gericht noch nicht klären; ein entscheidender Zeuge kam nicht zur Verhandlung.

Der Geschädigte klingelte eines Abends im Juni 2018 gegen 19 Uhr an seiner Türe und wollte 500 Euro, sagte der Angeklagte zu Richterin Ulrike Ebel-Scheufele. Als er ihm diese nicht gegeben habe, habe der Mann ihn angeschrien und erklärt, dass er kein guter Freund sei, sagte der angeklagte Syrer. Er selbst habe den Mann dann geschubst, damit er endlich gehe. „Er nahm einen Stein vom Boden und wollte mich damit schlagen“, sagte der Angeklagte. Dieser Pflasterstein soll etwa 30 Zentimeter groß gewesen sein.

Angeklagter soll das Opfer mit einem großen Stein geschlagen haben

Was dann genau passierte, wisse er nicht mehr genau, so der Syrer. Er selbst habe nach dem Gerangel an der Stirn geblutet. Ob sein Kontrahent ebenfalls verletzt war, wisse er nicht. Genau das soll aber laut Anklage passiert sein. Demnach habe der Angeklagte den anderen Mann mit einem großen Stein ins Gesicht geschlagen. Diese Attacke soll eine offene Nasenbeinfraktur herbeigeführt haben.

Ob sich der Streit auch tatsächlich so entwickelt hat, konnte bei der Verhandlung nicht geklärt werden. Der Grund: Der Geschädigte erschien erst gar nicht vor Gericht. Und dessen Aussage stehe „diametral zu der Aussage meines Mandanten“, sagte Felix Dimpfl, der Verteidiger des Angeklagten. Deshalb wurde die Verhandlung unterbrochen. Sie wird am 1. Februar fortgesetzt. Wenig Licht ins Dunkle brachten bisher die drei vor dem Augsburger Amtsgericht gehörten Zeugen.

Nachbarn haben keinen Stein bemerkt - weder beim Angeklagten, noch beim Opfer

Einer davon war der Chef des Angeklagten; er beschrieb den 32-Jährigen als zuverlässigen, ehrlichen und guten Mitarbeiter. Der Syrer habe ihm am nächsten Tag von dem handfesten Streit erzählt. Zuvor tischte sein Angestellter ihm aber eine andere Version des nun vor Gericht berichteten Vorfalls auf: So habe der 32-Jährige bei offenem Fenster geschlafen und sich beim Aufstehen an eben jenem verletzt. Er habe Angst gehabt, sonst entlassen zu werden, sagte der Angeklagte über dieses erste Gespräch mit seinem Chef. Die beiden anderen Zeugen sind Nachbarn des Angeklagten und wurden vergangenes Jahr vom lauten Geschrei des Angeklagten und des Geschädigten auf die Situation aufmerksam. Keiner der Zeugen habe damals einen Stein bemerkt – weder in den Händen des Angeklagten, noch in denen des Geschädigten.

Ein Zeuge sagte, dass sich beide Männer jeweils die Hände vors Gesicht hielten und die Schuld auf den anderen schob. Blut habe er keines bemerkt. Dieses sah dagegen der andere Nachbar. Der Angeklagte habe geblutet, außerdem sei dessen T-Shirt zerrissen gewesen.

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