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Landkreis Augsburg

23.02.2021

Staudenbahn: Experten sprechen über Probleme bei der Reaktivierung

Die Staudenbahn wird zunächst nur von Augsburg bis Gessertshausen fahren. Dort beginnt ihre eigene Strecke, die ausgebaut werden muss.
Bild: Marcus Merk

Plus Über 70 Minuten dauerte am Dienstag das Fachgespräch im Maximilianeum in München über die Staudenbahn. Zur Sprache kamen die Probleme.

Bärbel Fuchs von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), die als hundertprozentiges Tochterunternehmen des Freistaats den Schienen­per­so­nen­nah­verkehr in Bayern plant, finanziert und kontrolliert, stellte gleich zu Beginn des Gesprächs fest: "Bei der Staudenbahn hakelt's."

Seit Jahren wird über die Reaktivierung diskutiert. Eigentlich sollte die nördliche Staudenbahn zwischen Gessertshausen und Langenneufnach schon im Dezember 2022 in Betrieb gehen. Daraus wird nichts. Angestrebt wird jetzt Ende 2024. Eine "Lehre aus der Verspätung" ist für Bärbel Fuchs: "Die Prozesse der Reaktivierung und der Vergaben sollen harmonisiert werden, damit für keinen der Beteiligten ein finanzielles Risiko entsteht." Konkreter wurde sie nicht.

Die Staudenbahn fährt, allerdings nur bis Gessertshausen

Tatsächlich wurde bereits ein sogenannter Betriebsdurchführungsvertrag mit der Bayerischen Regiobahn abgeschlossen. Sie bringt ab Dezember 2022 neue Triebwagen aufs Gleis. Doch die verkehren als Staudenbahn nur zwischen Augsburg und Gessertshausen. Wer tatsächlich in die Stauden will, muss in den Bus umsteigen.

Das Problem mit der Bestellgarantie

Laut Fuchs benötige die Reaktivierung der Infrastruktur einen Vorlauf von fünf bis zehn Jahren je nach Aufwand, verbunden mit der Frage nach der Finanzierung. Der Prozess eines Verkehrsvertrags von der Planung bis hin zur Ausschreibung dauere etwa fünf Jahre. Die Finanzierung unterstütze die BEG durch eine sogenannte Bestellgarantie, erläuterte Fuchs. Doch die dient Banken offenbar nicht als letzte Sicherheit. Im Fall der Staudenbahn sei diese Garantie von zwölf auf 15 Jahre ausgeweitet worden.

Plädoyer für die Bahn

Doch diese Zeitspanne reiche nicht aus, erklärte Josef Böck vom Staudenbahn-Schienenweg-Trägerverein. Der frühere Langenneufnacher Bürgermeister hielt ein flammendes Plädoyer für die Reaktivierung und fragte nach weiteren Fördermöglichkeiten. Er schnitt auch die Bedeutung der Bahn für die wachsende Region an. Böck verdeutlichte: "Uns ist die Staudenbahn etwas wert. Wir wollen nicht nur nach dem Staat rufen."

Werner Ziegelmeier aus Bobingen und sein Kollege Ralf Gummersbach von der SWU mobil (Stadtwerke Ulm) waren ebenfalls am Gespräch beteiligt. Ihre Erfahrungen aus der erfolgreichen Reaktivierung der Strecke Senden-Weißenhorn sollen in die Staudenbahn fließen.

Einigkeit im Landkreis

Eine Reaktivierung könne nur gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen, sagte Ziegelmeier. In der Region stünden alle Bürgermeister und der Kreistag mit dem Landrat hinter der Staudenbahn. Ralf Gummersbach umschrieb das nächste Ziel der Reaktivierung: Der Investitionsbedarf sei über geeignete Fördermittel anzuschieben, damit ein wirtschaftlicher Betrieb möglich sei. Thema des Gesprächs, an dem sich auch Ausschussmitglieder, der Bahnbevollmächtigte Klaus-Dieter Josel und Vertreter des Ministeriums beteiligten, war auch die Fördersituation in anderen Bundesländern und das sogenannte Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz, mit dem der Bund den Öffentlichen Personennahverkehr ausbauen möchte.

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