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Nahverkehr

22.11.2019

Staudenbahn: Viele Helfer, noch keine Rettung

Momentan verkehren auf der Staudenbahn noch historische Züge, hier ein VT 08, doch die Wiederbelebung der Strecke ist beschlossen.
Foto: Siegfried P. Rupprecht

Die gefährdete Reaktivierung der Bahnstrecke von Gessertshausen nach Markt Wald ist das dominierende Thema beim Besuch von Landrat Martin Sailer in Fischach

Erwartungsgemäß war die Zukunft Staudenbahn das zentrale Thema beim Treffen zwischen Landrat Martin Sailer (CSU) sowie Bürgermeister Peter Ziegelmeier (SPD) und den Mitgliedern des Marktgemeinderats im Sitzungssaal des Rathauses. Darin unterstrichen alle Redner ihre Bereitschaft, die gefährdete Wiederbelebung der regelmäßigen Personenbeförderung auf dieser Strecke zu retten.

Gleich eingangs des Landratsbesuchs rief Ziegelmeier dazu auf, die gegenwärtige Diskussion über die Hindernisse für die Reaktivierung des täglichen Personennahverkehrs auf der Staudenbahn und die damit verbundene Finanzierungsfrage zu versachlichen.

Parallel dazu verwies er auf den im November 2000 geschlossenen Kooperationsvertrag zwischen Trägerverein Staudenbahn-Schienenweg und der Bahnbetriebsgesellschaft Stauden (BBG). In diesem Papier habe sich die BBG verpflichtet, die Strecke für den öffentlichen Personennahverkehr vorzuhalten und zwar auf unbestimmte Zeit.

Als dann der Freistaat Bayern die Bestellgarantie ausgesprochen habe, habe der Trägerverein aufgrund dieses Paragrafen nach längeren Verhandlungen einen Nutzungsvertrag mit der BBG abgeschlossen. Dies sei 2017 erfolgt. „Der Vertragszweck war ausdrücklich die Reaktivierung des täglichen Schienenpersonennahverkehrs auf der Bahnstrecke Gessertshausen-Langenneufnach“, verdeutlichte der Rathauschef. Dabei bringe sich allein die Marktgemeinde Fischach mit rund 2,7 Millionen Euro ein, ohne die Kosten für Bahnhof und Park & Ride-Platz. Darüber hinaus habe die Kommune eine Fläche von circa 20000 Quadratmeter in Bahnhofsnähe im Glauben in die Reaktivierung erworben.

Die Reaktivierung der Staudenbahn bezeichnete Ziegelmeier als Herzensangelegenheit: „Die Staudenbahn dient sowohl der Infrastruktur als auch dem ökologischen Aspekt.“ Die beteiligten Gemeinden hätten jedenfalls ihre Hausaufgaben im Interesse des Projekts gemacht, betonte er mit Nachdruck. Sie seien auch bereit, sich an einer Auffanggesellschaft zu beteiligen. Das setze aber voraus, dass das Nutzungsrecht an der Bahn auf die Gemeinden übertragen werde. Zum Schluss seines Statements äußerte Ziegelmeier noch seine persönliche Meinung: Ohne Beteiligung des Freistaats werde es in der jetzigen Situation wohl nicht gehen.

Auch Landrat Martin Sailer zeigte sich kämpferisch und versicherte: „Wir werden den langen gemeinsamen Kampf zum Erfolg bringen.“ Einfach werde es aber nicht, so der Landkreischef. Aktuell geht es um den Eintritt ins Planfeststellungsverfahren.

Doch hier liegt der Knackpunkt: Die BBG findet dafür keinen Geldgeber. Danach ist noch mehr Geld fällig. Im Raum stehen Gesamtkosten von bis zu 20 Millionen Euro. „Wir brauchen einen Partner, der diese Summe vorfinanziert“, resümierte Sailer. Hereinkommen soll das Geld wieder über das Benutzungsentgelt der Unternehmen, die auf der 13 Kilometer langen Strecke zwischen Gessertshausen und Langenneufnach fahren.

Gleichzeitig verdeutlichte der Landrat, dass die Reaktivierung der Staudenbahn von allen politischen Fraktionen unterstützt werde. Die Schiene sei das Rückgrat für ein attraktives Nahverkehrsangebot in der Region.

„Wir müssen nun eine Lösung finden, um ins Planfeststellungsverfahren zu gelangen.“ Dabei müsse jeder Einzelne seinen Beitrag leisten und alle etwaigen persönlichen Befindlichkeiten beiseiteschieben, so Sailer. In den kommenden Wochen werde es noch spannend“, meinte er. Es stünden nämlich etliche wichtige Gespräche an.

Unter anderem geht es darum, die Bestellgarantie des Freistaates zu verlängern. Wie die Staatssekretärin und CSU-Landtagsabgeordnete Carolina Trautner gestern mitteilte, setze sie sich dafür ein, diese Garantie von zwölf auf 15 Jahre auszudehnen.

Das würde das finanzielle Risiko vor Ort vermindern, weil somit für einen längeren Zeitraum mit der so genannten Gleismiete kalkuliert werden kann, über die die Modernisierung der Strecke letztlich finanziert werden soll. Verkehrsminister Hans Reichhart habe eine wohlwollende Prüfung zugesagt. Trautner: Wir sind hier auf einem guten Weg.“ Voraussetzung sei allerdings, dass die Strecke vor Ort rechtzeitig ertüchtigt werde.

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Die Diskussion ist geschlossen.

23.11.2019

>> Unter anderem geht es darum, die Bestellgarantie des Freistaates zu verlängern. Wie die Staatssekretärin und CSU-Landtagsabgeordnete Carolina Trautner gestern mitteilte, setze sie sich dafür ein, diese Garantie von zwölf auf 15 Jahre auszudehnen. <<

Es müsste doch jedem wirtschaftlich denkendem Menschen klar sein, dass man den Ausbau einer langlebigen Eisenbahnstrecke nicht auf 12 Jahre kalkulieren kann. Dazu kommt natürlich noch der bislang nicht erwähnte Umstand, dass sich die Kosten des Ausbaus durch explodierende Baupreise deutlich erhöht haben.

>> „Wir brauchen einen Partner, der diese Summe vorfinanziert“ <<

Eine völlig bizarre Szene in einem Land, dessen Politik inzwischen Negativzinsen ab dem 1. Euro verursacht hat.

>> https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/negativzinsen-volksbank-1.4688164 <<

Gleichzeitig befürwortet praktisch die gesamte Politik Preiserhöhungen bei den Kosten für individuelle Mobilität. Auch wenn man es bei dem Gejammer von FFF nicht glaubt, auch die GroKo will Benzin ja teurer machen.

Der Staat verdient an negativen Zinsen und nun stellt ernsthaft ein Politiker einer Regierungsfraktion die Frage nach der Finanzierung?

https://www.focus.de/finanzen/boerse/anleihen/deutschland-30-jaehrige-bundesanleihe-rentiert-erstmals-negativ_id_10990460.html

Nein, ein Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel scheint nicht wirklich politisch gewollt zu sein. Man sieht das ja auch aktuell in Augsburg, wo dieser unsinnige Bahnhofstunnel auf seine Eröffnung ohne neue Tramlinie zusteuert und dazu noch die bestehende 3er ins Stauchaos auf der Westseite des Bahnhofs führt. Auch bei den kommunalen Groko-Grünen komplette Ruhe zu diesem Thema - wir ahnen alle, wofür die das Benzingeld der Bürger ausgeben wollen.

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