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Untermeitingen

29.01.2019

Stianghausratschn überrascht mit ihrem Outfit

Roswitha Spielberger in ihrer typischen Rolle als „Stianghausratschn“ mit Gitarre und ihren Handpuppen.
Bild: Hieronymus Schneider

Roswitha Spielberger alias „Stianghausratschn“ singt in Untermeitingen über „Dr. Google“, rote Handtaschen und menschliche Alltäglichkeiten.

Beim Wiedersehen mit der „Stianghausratschn“ konnte Peter Daake von der Initiative „Kultur im Lechfeld“ etwa 100 Besucher im Dachgeschoss des Imhof-Hauses begrüßen. Roswitha Spielberger scheint sich mit ihrem bayerischen Musikkabarett auch im schwäbischen Sprachraum ihr Stammpublikum zu erobern. Nach ihrem Begrüßungslied „Schee, dass da seid’s“ bekannte sie sich musikalisch „I bin a Ratschn“. Und als solche ist sie immer auf Neuigkeiten aus und sie brachte auch etwas Neues mit.

Ihr Programm mit dem Titel „Ois menschlich“ wurde im März 2018 auf ihrer vierten CD herausgegeben und daraus kramte sie neben bekannten und beliebten Liedern etliche neue Texte aus ihrer „großen, roten Handtasche, in der man nie was findet“. In ihren selbst verfassten Liedern „Über’s Leben, wia’s halt so is“ setzt sie sich mit modernen Zeiterscheinungen auseinander, wie mit dem überquellenden Spam-Ordner im Computer. Den Refrain „Dean ma’s löschen, löschen, löschen“, sang das Publikum aus ganzem Herzen mit. Gereimte Texte gehören auch zum Repertoire von Roswitha Spielberger.

Stianghausratschn Roswitha Spielberger singt in Untermeitingen über Google

So beschreibt sie die schrecklichen vier Tage ohne Internet, die sich dann als Segen herausstellen, weil man plötzlich zu so vielen anderen Dingen Zeit hat. Auch den scheinbaren Alleswisser „Dr. Google“ nimmt sie aufs Korn, dessen Antworten auf mögliche Ursachen, wenn „der Bua krank is“ ihr nur Ängste einflößen und sich dann auf dem Weg ins Krankenhaus eine ganz einfache Lösung ergibt. In menschlichen Alltäglichkeiten, wie das unaufgeräumte Kinderzimmer oder der „Aufheberitis“ des Ehemannes kann sich jeder Zuhörer selbst wiederfinden. Dabei haben ihre Lieder, wie „Schmeiß weg, bevor da Papa kimmt“ am Ende immer auch eine Retourkutsche auf sich selbst parat.

Etwas Neues ist auch ihr Schafkopfkarten-Packerl „D’Arschkartn“, das neben ihren CDs angeboten wird. Dazu singt die passionierte Schafkopfspielerin „I bin da ärmste Mensch“ und genießt das Jammern auf hohem Niveau mit dem gespielten Mitleid des Publikums, das sich in lauten „Ohh-Seufzern“ ausdrückt. Nach der Pause überrascht Roswitha Spielberger mit einem ganz anderen Outfit mit Glitzer-Sakko und goldenem Hut und macht sich über die „Schicki-Micki-Bussi-Bussi-Szene“ lustig.

Roswitha Spielberger über Fleischkäse und die Hymne über Aldi

Das Motto „Ratschn, Tratschn, Leit ausrichten“ kommt vor allem in den Dialogen ihrer Handpuppen „Frau Gscheid und Frau Haferl“ mit ihren Ehegatten und dem „Professor“ zur Geltung. Hier werden die „G’schichten aus dem Stianghaus“ in all ihrer Neugierde und Scheinheiligkeit ebenso genüsslich produziert wie Ehegespräche, bei denen beide aneinander vorbei reden. Bekenntnisse zum „Tante Emma Lon“ und zum „Lebakas“, der in Bayern nicht Fleischkäse heißen soll, dürfen an dem vergnüglichen Abend ebenso wenig fehlen, wie die Hymne „Aldi, du meine Heimat“. Darin beschreibt „Rosi“ das Verhalten der Schnäppchenjäger bei Sonderangeboten.

Mit einem Gedicht über das schlechte Fernsehprogramm und dem Rausschmeißer „Der Ohrwurmwilli“ verabschiedet sich die Stianghausratschn mit dem musikalischen Versprechen „Bald wird’s neie G’schichten gebn“ von ihrem Lechfelder Publikum.

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