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Königsbrunn

26.02.2010

Straßenbahn: Gute Zahlen, aber knappe Kassen

Details zur Bewertung einer Verlängerung der Straßenbahnlinie 3 von Haunstetten nach Königsbrunn erfuhren am Donnerstagabend Stadträte und rund 50 Zuhörer im Rathaus. Von Hermann Schmid

Königsbrunn. Details zur Bewertung einer Verlängerung der Straßenbahnlinie 3 von Haunstetten nach Königsbrunn erfuhren am Donnerstagabend Stadträte und rund 50 Zuhörer im Rathaus. Wirtschaftsingenieur Christoph von Nell vom Ingenieurbüro Spiekermann erläuterte, wie der sehr gute Wert von 6,48 für das gesamtwirtschaftliche Nutzen-Kosten-Verhältnis (wir berichteten) ermittelt wurde.

Norbert Walter, Geschäftsführer der Stadtwerke Augsburg (StaWA) und von deren Tochter Augsburger Verkehrsgesellschaft mbH (AVG), schilderte dann die weiteren Schritte - und die Hürden der Finanzierung. Die werden durch die erwarteten hohen Einnahmen nicht unbedingt geringer, merkte Walter an.

In einem bundesweit vorgeschriebenen Verfahren hatte von Nell verschiedene Aspekte einer Anbindung - der sogenannte Mitfall - kalkuliert, mit Geldbeträgen gewichtet und mit den erwarteten Zahlen ohne diese Anbindung - der sogenannte Ohnefall - verglichen. So flossen geschätzte Einsparungen beim Pkw-Individualverkehr von 4,6 Millionen Euro pro Jahr und Vorteile durch geringere Umwelt- und Unfallschäden von 2,44 Millionen ein und ergaben einen gesamtgesellschaftlichen Nutzen von 6,7 Millionen Euro pro Jahr. Ein außergewöhnlich hoher Wert.

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Auch die langfristigen Folgekosten des Betriebs - für alle Beteiligten die entscheidende Frage - ergeben für von Nell ein "durchaus positives Bild". Die Stadtwerke Augsburg könnten mit großen Zuwächsen auf der Linie 3 rechnen. Der Augsburger Verkehrsverbund (AVV), der den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Augsburg und den angrenzenden Landkreisen organisiert, könne den Busbetrieb in Königsbrunn reduzieren und so sein Betriebsergebnis verbessern.

Kackpunkt wird aber genau diese Aufteilung von Kosten und Erlösen zwischen den Partnern werden, machte Walter deutlich. Betriebswirtschaftliche Fragen müssen Stadt und Landkreis Augsburg als Aufgabenträger für den ÖPNV klären.

Die StaWA bereiten dazu gerade Berechnungen vor, die Walter auch von externen Sachverständigen prüfen lässt. Fragen von Stadträten nach Schätzungen der Folgekosten wehrte Walter ab: "Das ist eigentlich nicht kompliziert - aber wenn Zahlen erst mal im Raum stehen, wird es schnell heikel!" Ihm ist daran gelegen, hier schnell eine Abstimmung zu erreichen - wenn möglich noch im März. Erst dann will er damit an die Öffentlichkeit gehen. Eile sei noch aus anderen Gründen geboten, führte Walter aus: Die Förderung über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) verschlechtere sich zunehmend. Ab 2014 werden daraus auch andere Infrastrukturmaßnahmen finanziert. 2019 laufe das GVFG aus, die Neuregelung werde sicher nicht so großzügig ausfallen.

Die Aussprache zeigte, dass alle Fraktionen die Perspektive für die Tram begrüßten. Grundsätzliche Vorbehalte waren nicht zu hören. Und Norbert Walter betonte, ihm sei wichtig, Folgekosten und Einnahmen gerecht zu verteilen: "Wir sollten hier vorausschauend planen, damit auch in 30 oder 40 Jahren Mobilität noch möglich ist."

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