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Königsbrunn

13.03.2019

Streit bei Diskussion um Königsbrunner Forum

Die Königstherme zog in ihrer Anfangszeit als einziges Spaßbad in der Region viele Menschen aus dem Umland nach Königsbrunn. Im Stadtrat wurde die Frage diskutiert, ob die Pläne für das Forum dazu angelegt sind, ebenfalls solche Strahlkraft zu entwickeln.
Bild: Ulrich Wagner

Der Stadtrat bereitet den Architektenwettbewerb für das ehemalige Areal der Königstherme vor. Die Diskussion wird zwischenzeitlich zu einem Schreiduell.

Die Vorbereitungen für den Architektenwettbewerb für das Areal der ehemaligen Königstherme laufen weiter auf Hochtouren. Am Dienstagabend beschäftigte sich der Stadtrat mit dem Aufgabentext, an dem sich die Wettbewerbsteilnehmer orientieren sollen. Das Exposé soll in der Sitzung am 26. März verabschiedet werden.

Werner Lohmann, der Leiter des Technischen Bauamts, und Josef Mittertrainer vom Münchner Architektenbüro bgsm, das den Wettbewerb mit betreut, stellten den Räten ihren Entwurf für die Vorgaben an die Teilnehmer vor. Darin wurden detailliert und mit Quadratmeterzahlen die Wünsche aufgelistet, was das künftige Forum alles haben soll. Dazu gehört unter anderem ein Bürgersaal mit 500 Plätzen. Zudem sind Multifunktionsräume geplant, die Musik- und Volkshochschule als Kursraum nutzen können, wie auch andere Gruppen aus der Bürgerschaft für Gymnastik oder Musik.

Ein großes Foyer soll die verschiedenen Abschnitte auf dem Areal der ehemaligen Königstherme verbinden.

Gewünscht wird ein repräsentativer Eingangsbereich von der Königsallee her, auf der anderen Seite sollen Stadt und Park architektonisch verflochten werden. Ein großes Foyer soll die künftigen Nutzungen sowie die bestehende Eishalle miteinander verbinden. Gatronomiebetriebe und möglicherweise ein Tanzlokal im Keller sollen das Angebot abrunden. Im Außenbereich soll ein Amphitheater geplant werden, beispielsweise für den Serenadenabend. Ein Bereich für Märkte soll einkalkuliert werden, ebenso wie Platz für eine Rettungswache fürs Rote Kreuz.

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Gewünscht ist ein Konzept, dass eine Realisierung in mehreren Schritten erlaubt. Neben dem Forum soll ein „Museum auf dem Lechfeld“ entstehen, wo die Sammlungen der städtischen Museen eine neue, repräsentative Heimat bekommen sollen. Auch ein Familienbad mit Sauna soll beim Ideenwettbewerb mit im Sportpark West untergebracht werden. Eine mögliche Realisierung ist aber erst in der letzten Phase des Neugestaltungsprozesses vorgesehen. Drei Phasen sind für die Umsetzung des Projekts vorgesehen, um die Finanzierung im Haushalt unterzubekommen.

Der detaillierte Raumplan für das Forum lasse kaum Platz für kreative Ideen.

Alwin Jung (Grüne) bemängelte, dass die Projektbeschreibung sehr stark auf die Königsbrunner Bürger zugeschnitten sei und wenig biete, um Menschen von außerhalb in die Stadt zu locken. Auch wunderte er sich, dass im Text immer wieder von der „Struktur des Straßendorfs“ die Rede sei, aber nie vom aktuellen Stand als größte Stadt im Landkreis: „Wollen wir uns so Menschen präsentieren, die nicht von hier sind und die Gegebenheiten nicht kennen?“ Zudem lasse der detaillierte Raumplan kaum Platz für kreative Ideen. Er plädierte dafür, zu versuchen, Platz für Kongresse und ähnliche Veranstaltungen zu schaffen. Beim geplanten Indoor-Spielplatz war er skeptisch, ob sich angesichts hoher Bau- und Mietkosten ein Betreiber finden ließe. Auch die Freien Wähler sahen diesen Punkt als problematisch, sodass ein neuer Standort für einen Spielplatz gesucht wird.

Florian Kubsch (SPD) ließ in einem langen Monolog kein gutes Haar an der Planung. Das Forum sei ein sinnloses Millionengrab und eine fixe Idee, die nur so schnell vorangetrieben werde, um bei der Kommunalwahl gut dazustehen. Der Saal sei zu klein, Gemeinschaftsräume würden nicht funktionieren und angesichts der Vorgaben könne man sich die halbe Million Euro für den Architektenwettbewerb sparen und einfach eine Ausschreibung machen.

Das Forum soll nicht mit zu vielen Nutzungen überfrachtet werden.

Werner Lohmann versicherte, dass diese Prozedur Standard bei Realisierungswettbewerben sei und erfahrungsgemäß trotzdem viele unterschiedliche Lösungen herauskämen. Aber man werde die Vorgaben zu Erhalt oder Abriss des ehemaligen Funktionsgebäudes der Therme noch einmal überarbeiten, um den Architekten die Entscheidung für einen Abriss weniger schwer zu machen. Alwin Jung und Jürgen Raab (Freie Wähler) hatten sich dafür ausgesprochen. Christian Toth (FDP/BF) regte an, einen alternativen Standort für die Rettungswache zu prüfen und warnte davor, das Forum mit einem zu großen Sammelsurium an Nutzungen zu überfrachten.

Bürgermeister Franz Feigl (CSU) betonte, dass es sich bei den Vorschlägen keineswegs um fixe Ideen aus dem Rathaus handle, sondern, dass auch viele Wünsche aus den Bürgerworkshops aufgegriffen wurden. Die Diskussion sei explizit dazu gedacht, über Kritikpunkte im Exposé zu sprechen. Den Wettbewerb brauche man, um Städtebauförderung zu bekommen. Florian Kubsch echauffierte sich, der Bürgermeister habe schon bei den Beratungen im Juli 2018 gelogen, was die Abläufe angeht. Das wollte Feigl nicht auf sich sitzen lassen und die Diskussion entgleiste in Geschrei, bis der Bürgermeister dazu aufrief, dass man sich wieder zusammenreißen müsse. Alexander Leupolz (CSU) kritisierte Kubsch für seinen inakzeptablen Tonfall, disziplinlosen Diskussionsstil und Vorwürfe unter der Gürtellinie: „So etwas höre ich mir nicht noch einmal an.“

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