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Schwabmünchen

04.02.2019

Streit um Geld, zwei Männer verletzt

In diesem Fall konnte auch die Justiz wenig ausrichten.
Bild: Wolfgang Widemann

Ein 32-Jähriger soll einem Bekannten mit einem Stein die Nase gebrochen haben. Warum der Staatsanwalt bei der Verhandlung einen Vergleich mit dem Kennedy-Attentäter anstellt.

Ein 25-jähriger Syrer hatte ein gebrochenes Nasenbein, sein Kontrahent, ein 32-jähriger Landsmann, hatte Verletzungen an der Stirn. Das ist laut Richterin Ulrike Ebel-Scheufele sicher. Die Verletzungen waren die Folge eines handfesten Streits im Juni in Schwabmünchen. Doch wer ist in diesem Fall Täter und wer ist Opfer? Diese und noch mehr Fragen wurden auch am zweiten Verhandlungstag vor dem Augsburger Amtsgericht nicht eindeutig beantwortet. Ein Urteil gab es trotzdem.

Für die Staatsanwaltschaft ist alles klar

Für die Staatsanwaltschaft stand nach der Befragung des vermeintlich geschädigten 25-jährigen Mannes fest, dass dieser von dem Angeklagten mit einem Stein ins Gesicht geschlagen und dabei an der Nase verletzt wurde. Das gebrochene Nasenbein wurde nach der Auseinandersetzung vom Krankenhaus dokumentiert. Auslöser für den handfesten Streit war – so waren sich alle Beteiligten einig – ein 500-Euro-Darlehen, welches der Angeklagte dem 25-Jährigen nicht geben wollte. Die Staatsanwältin forderte wegen der gefährlichen Körperverletzung eine neunmonatige Bewährungsstrafe sowie eine Geldauflage in Höhe von 1000 Euro. Immerhin sei der Angeklagte „kein unbeschriebenes Blatt“; sie sprach wegen des Steins von einer besonderen Gefährlichkeit.

Felix Dimpfl, der Verteidiger des 32-Jährigen, hatte nach diesen Ausführungen der Staatsanwältin den Eindruck, den „Kennedy-Attentäter“ zu vertreten. Gegen seinen Mandaten gab es bisher nur einen Strafbefehl über einige wenig hundert Euro, da er mit der Straßenbahn fuhr, ohne ein gültiges Ticket zu besitzen. Er beantragte einen Freispruch für den vierfachen Familienvater, da keine der beiden unterschiedlichen Aussagen eine höhere Glaubwürdigkeit habe.

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Richterin erkennt in Schilderung wenig Sinn

Der 25-Jährige habe seiner Meinung nach ein „relativ kurioses“ Motiv vorgetragen. Demnach wollte er zuvor 150 Euro Schulden zurückzahlen, die der 32-Jährige nicht angenommen habe. Danach wollte der 25-Jährige sich angeblich 500 Euro von dem Angeklagten leihen. Als er das Geld nicht bekam, soll der Angeklagte mit einem Stein auf den jüngeren Mann eingeschlagen haben. „Das ist einfach nur Quatsch, was hier erzählt wurde“, sagte Dimpfl in seinem Plädoyer. Zudem würden sich die Aussagen des 25-Jährigen vor Gericht in einigen Teilen erheblich von dessen Angaben bei der Polizei unterscheiden.

Für Richterin Ebel-Scheufele ergab die Variante des 25-Jährigen relativ wenig Sinn. Die beiden Verletzungen seien möglicherweise im Rahmen eines Handgemenges entstanden. Da die Schuld des Angeklagten nicht zweifelsfrei festzustellen sei, wurde er freigesprochen.

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