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Freie Wähler

28.06.2014

Stühlerücken im Vorstand

Nach den Neuwahlen erhielt der neue Vorsitzende der Freien Wähler Königsbrunn, Jürgen Haumann (links) von seinem Vorgänger und jetzigen Stellvertreter Jürgen Raab die kleine Sitzungsglocke überreicht.
Bild: Hermann Schmid

Vorsitzender Jürgen Raab und Stellvertreter Jürgen Haumann tauschen die Plätze. Diskussion um Verkehrsberuhigung

Der 41-jährige Jürgen Haumann ist neuer Vorsitzender der Freien Wähler Königsbrunn (FW). Bei den anstehenden Neuwahlen auf der Jahreshauptversammlung wurde der bisherige 2. Vorsitzende von 30 Mitgliedern einstimmig an die Spitze gewählt. Der bisherige Vorsitzende Jürgen Raab ist künftig sein Stellvertreter, er führt auch die FW-Fraktion im Stadtrat.

Der 61 Jahre alte Raab, der Haumann vorgeschlagen hatte, sprach von einem „Generationswechsel“ an der Spitze. Gegen seine Kandidatur gab es eine Gegenstimme. Alle weiteren Personalentscheidungen (siehe Infokasten) fielen einstimmig oder mit der Enthaltung der jeweiligen Kandidaten.

Haumann ist seit 2007 Mitglied der Freien Wähler Königsbrunn. Damals war er mit seiner Familie nach Königsbrunn gezogen. Seine Frau Michaele (geborene Franke), eine gebürtige Königsbrunnerin, hatte wesentlich zu dieser Entscheidung beigetragen, erzählt er. Die beiden haben einen knapp vierjährigen Sohn. Haumann arbeitet bei einer Augsburger Privatbank und beschloss nach der Kommunalwahl 2008, sich stärker bei den Freien Wählern zu engagieren. Im März 2014 wurde er in den neuen Stadtrat gewählt.

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Haumann regte bei der Jahreshauptversammlung die Gründung eines Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit an, dessen Aktivitäten dazu beitragen sollen, „dass wir mehr Präsenz in Königsbrunn zeigen“. Auch auf Drängen von Stadtrat Christian Kunzi beschloss der Versammlung, dessen Federführung in die Hände eines „Kompetenzteams“ zu legen, dem die drei Vorsitzenden sowie Kunzi und Jürgen Göttle.

In seinem Rechenschaftsbericht warf Jürgen Raab einen Blick zurück auf den Kommunalwahlkampf, das Ergebnis der Wahl und die Folgen im Stadtrat. Die am 16. März errungenen sechs Sitze im Stadtrat nannte er den größten Erfolg der Freien Wähler seit Jahrzehnten. „Das liegt an der Unterstützung durch Familie Fröhlich“, so seine knappe Analyse. Die FW haben nach der CSU und knapp vor der SPD die zweitmeisten Stimmen erhalten. Allerdings haben die FW ihr Ziel, anschließend eine von der CSU unabhängige Mehrheit im Stadtrat zusammenzuführen, nicht erreicht.

Die „Koalitionsvereinbarung“ von CSU, Grüne und FDP, die nun eine knappe Mehrheit im 30-köpfigen Stadtrat bilden, sowie deren 100-Tage-Programm (wir berichteten) kritisierte Raab als „vielfach abgekupfert. „Vieles ist auch das Programm gewesen, das wir uns vorgestellt hatten.“

„Sie werden Schwierigkeiten kriegen“, prophezeite Raab, „zwischen CSU und Grünen klafft ein großer Graben“. Als Beleg führte er die Entscheidung im Rat gegen Beiräte an, die von den Grünen früher gewünscht, aber von der CSU nicht gewollt sind. Stattdessen sollen sich die Referenten des Stadtrats nun als „Kümmerer“ Gruppen von Beratern und Mitstreitern für ihre Themenfelder suchen.

Raab kam auch auf das Thema öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) zu sprechen. „Die Straßenbahn ist nicht alles“, stellte er fest, ein Beitrag zu den Betriebskosten werde wohl jährlich den Haushalt der Stadt belasten. Da müsse man prüfen: „Können wir uns das auf Dauer leisten?“

Wenn die Zahlen bekannt seien, dann sollte darüber die Bevölkerung entscheiden, so Raab. Ein Bürgerentscheid werde auch von CSU und SPD gewünscht, stellte er fest – allerdings nicht von den Grünen.

Als Referent für Verkehr des Stadtrats hat Raab bereits in einem Antrag eine Verkehrsberuhigung auf der Wertachstraße beantragt (wir berichteten). Als er dies den FW-Mitgliedern erläuterte, kam auch Widerspruch auf. „Wenn die wieder Tempo 50 wird, dann kann ich ja gleich durch die Stadt fahren“, hielt ihm etwa der frühere Stadtrat Erich Richter entgegen.

Helmut Schuler, neu für die Freien Wähler im Stadtrat, verwies allerdings auf die Verkaufsstände für Obst und Spargel entlang der Wertachstraße, die viel Ausfahren und Einfädeln von Pkws verursachen und damit Tempo 50 wohl rechtfertigen.

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