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Schwabmünchen

14.11.2018

THW eröffnet Katastrophenschutz-Zentrum  

Die Gäste versammelten sich vor und nach der Feierstunde vor der neuen Halle, um das Gerät in Augenschein zu nehmen.
Bild: Uwe Bolten

Neues Heim für schweres Gerät: In einer Feierstunde eröffnete das THW Schwabmünchen das neue Katastrophenschutz-Zentrum Süd. Was dort geboten ist.

Im Jahr 2014 sei es in den Garagen des Technischen Hilfswerkes (THW) an der Augsburger Straße sehr eng geworden. „Die Ausbildung unserer Kräfte hatte schon Ähnlichkeit mit Tetris, so knapp war der Platz. Wir mussten da unbedingt etwas tun“, erzählte Karsten Köhler, der Ortbeauftragte des THW Ortsverbandes Schwabmünchen bei der feierlichen Eröffnung des neu errichteten Katastrophenschutz-Zentrums Süd auf dem THW-Gelände in der Augbsugrer Straße in Schwabmünchen. „Unser Wunsch war es immer, eine Halle nahe den bestehenden Einrichtungen zu haben“, erläuterte er weiter. Nach der Betrachtung einiger Modelle sei das Ergebnis die Pacht des vorgelagerten Geländes von der Stadt und die Finanzierung aus eigenen Mitteln gewesen. „Wir haben zahlreiches Gerät für den Katastrophenschutz vom Landkreis in Wartung und Nutzung. Deshalb habe der Bund als Träger der Behörde sich nicht in der Pflicht gesehen. Durch die Vermietung von zwei Dritteln der Halle an den Landkreis ist die Finanzierung gesichert“, beschrieb er die Gründe des gewählten Kostenmodells.

Platz für Pumpe, Stromerzeuger und Sandsackfüllanlage

Der durchführenden THW-Helfervereinigung Schwabmünchen kamen als Förderverein auch die derzeit günstige Zinslage bei Baukrediten zu Gute, fügte dessen Vorsitzenden Manfred Köhler hinzu. „Mit der Fertigstellung können nun die Hochleistungspumpe, die Netzersatzanlage (Stromerzeuger), die Sandsackfüllanlage, mehrere Tankersatzsysteme sowie eine Dekontaminationsschleuse für Lastwagen adäquat auf 210 Quadratmeter untergebracht werden“, zählte der Ortbeauftragte weiter auf.

Unter zahlreicher Beteiligung von Repräsentanten aus Politik sowie Abordnungen von Polizei, THW, Feuerwehren, Rotem Kreuz sowie vieler Festgäste wurden in Reden und Grußworten besonders die Leistungen der ehrenamtlichen Kräfte gewürdigt. „Im Mai dieses Jahres ging es los. Bis heute sind über 2000 Helferstunden von mehr als 20 ehrenamtlichen Mitgliedern neben den Leistungen der Baufirmen eingeflossen. Davor ziehe ich mit Stolz auf diese Gemeinschaft den Hut“, sagte Karsten Köhler. Sein Vater Manfred von der Helfervereinigung nickte zustimmend und ergänzte: „Auch die finanzielle Unterstützung durch Spenden ortansässiger Firmen sowie der Verzicht von beteiligten Unternehmen auf Leistungen bei der Rechnungsstellung hat viel zum Erfolg beigetragen.“

Landrat dankt für ehrenamtliches Engagement

Landrat Martin Sailer bedankte sich für die gute Zusammenarbeit zwischen dem THW und dem Landkreis. „Besonderer Dank geht an das ehrenamtliche Engagement in allen Hilfsorganisationen. Ich konnte mich selbst bei der Evakuierung in Stadtbergen und dem LKW-Unfall mit Langholz in Biberbach davon überzeugen, wie leistungswillig und professionell die Kräfte arbeiten“, so Sailer.

„Das was sie hier haben, ist kein Spielzeug“, nahm Bürgermeister Lorenz Müller ein Wort des Ortsbeauftragten auf. „Es ist die notwendige Ausstattung, die sie zur Hilfeleistung für die Mitbürger im Notfällen benötigen“, sagte er und fügte ebenfalls ausdrücklich den Dank an die Ehrenamtlichen hinzu. Bundestagsabgeordneter Hansjörg Durz ( CSU) betonte, dass heutzutage vieles nicht mehr so selbstverständlich sei und verband damit dem Dank an den Einsatz von Bürgern in Hilfsorganisationen. Sein Bundestagskollege Stephan Stracke (CSU) bezog sich als Vorsitzender der THW-Landesvereinigung Bayern mit seinen Worten besonders auf die Leistung des Helfervereins bei der Realisierung des Projektes: „Von Seiten des Bundes hätte diese Halle nicht realisiert werden können. Der Verein hat mit seinem Engagement und Reichtum an Ideen maßgeblich dazu beigetragen.“ Die THW-Familie habe sich mit dem Projekt ein neues Zuhause geschaffen.

Aus den Hand seines Vaters Manfred Köhler (rechts) übernahm THW-Ortsbeauftragter Karsten Köhler symbolisch den Schlüssel zum Zentrum. Landrat Manfred Sailer (links) und seine Referatsleiterin für Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Verena Wanner, assistierten.
Bild: Uwe Bolten

Der Kreisbrandrat Alfred Zinsmeister gratulierte zur gelungenen Halle und bedankte sich für die hervorragende Zusammenarbeit mit dem THW. Frank Simon, Leiter der THW-Regionalstelle München zog einen zeitlichen Vergleich zu anderen Projekten: „Nicht alles ist so gut geplant und wird so schnell fertig“, sagte er mit Blick auf den Berliner Hauptstadtflughafen.

Kritik an der Bundesanstalt, die sich nicht sonderlich hervorgetan hat 

Walter Bunz, im Jahr 1973 erster Ortsbeauftragter des THW Schwabmünchen, dankte ebenfalls der Helfervereinigung für deren Einsatz. „Die gesamte Organisation um den Bau der Halle lag bei der Vereinigung. Geht nicht, gibt’s nicht, war die Devise bei der Umsetzung des Plans“, sagte er rückblickend. Die Bundesanstalt des THW habe sich nicht unbedingt mit Hilfestellung hervorgetan, fügte er mit leichter Kritik hinzu.

Nachdem Manfred Köhler einen Abriss über die komplexe Planung und Durchführung der Bauarbeiten gegeben hatte, konnte Ortsbeauftragter Karsten Köhler im Beisein von Martin Sailer und Verena Wanner, Fachbereichsleiterin Öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landratsamt, symbolisch den Schlüssel zum Katastrophenschutz-Zentrum Süd übernehmen. „Wir hätten die Halle auch Lagerhalle nennen können. Da hier für den südlichen Landkreis wichtiges Gerät lagert und betrieben wird, haben wir uns für diese Bezeichnung entschieden“, erläuterte Karsten Köhler die Bezeichnung. Die Geräteschau auf dem Hof sowie das Gulasch nebst Nachtisch von der THW-Küchentruppe aus Friedberg fand abschließend bei allen Gästen des Festaktes große Zustimmung.

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