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Einzelhandel in Königsbrunn

18.03.2009

Tauziehen um neues Einkaufszentrum

Eine Verwechslung mit einem Schloss ist schwerlich möglich und auch der sprichwörtliche Dornröschenschlaf wird immer noch von regelmäßigen Lkw-Anfahrten unterbrochen - dennoch scheint auf dem Hochtief-Gelände im Bereich von Gulden- und Augsburger Straße in Königsbrunn die Zeit still zu stehen. Von Hermann Schmid

Königsbrunn. Eine Verwechslung mit einem Schloss ist schwerlich möglich und auch der sprichwörtliche Dornröschenschlaf wird immer noch von regelmäßigen Lkw-Anfahrten unterbrochen - dennoch scheint auf dem Hochtief-Gelände im Bereich von Gulden- und Augsburger Straße in Königsbrunn die Zeit still zu stehen. Seit Ende 2000 das frühere Fertiggaragenwerk seinen Betrieb einstellte, wird nur noch die große Halle genutzt.

Jetzt hat ein Investor das 85 000 Quadratmeter große Gelände erworben und will darauf eine vielgestaltige Einkaufswelt errichten - mit einem großflächigen SB-Warenhaus als Zentrum (wir berichteten). Teillösungen in diese Richtung hatte der Stadtrat früher kategorisch abgelehnt. Diesmal signalisierte er jedoch überwiegend Zustimmung.

Im Bauausschuss am Dienstag wurde der Antrag auf Erteilung eines Vorbescheids jedoch kurzfristig von der Tagesordnung genommen. Das dicht gepackte Programm der Sitzung lasse keine Zeit für die nötige ausführliche Aussprache, hieß es. Aus der CSU-Fraktion, die mit ihrer absoluten Mehrheit die Weichen im Rat stellen kann, war allerdings auch zu hören, man stecke noch mitten in der Diskussion.

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Die Gemengelage hat verschiedene Auswirkungen

"Es gibt sehr viel abzuwägen", skizziert Fraktionsvorsitzender Alexander Leupolz die Gemengelage, "die Auswirkungen auf den bestehenden Einzelhandel, die Anliegen der Anwohner, die Vorschläge für eine künftige Verkehrsführung - aber auch die Chancen, die sich Königsbrunn damit bieten". Dies hatten in den vergangenen Wochen Vertreter des Investors und der Handelskette Globus, die das SB-Warenhaus betreiben will, in Gesprächen mit Vertretern der Kommunalpolitik immer wieder betont: Königsbrunn werde damit für Kunden zwischen Augsburg und Landsberg zu einer attraktiven Einkaufsstadt, so ihr Hauptargument - davon könnten auch Fachgeschäfte im Umfeld wie im Stadtzentrum profitieren, die allein deutlich weniger Kunden anlocken würden. Auch der örtliche Gewerbeverband unterstützt diese Argumentation.

Nun haben sich auch Vertreter des ansässigen Einzelhandels über Konzerngrenzen hinweg zusammengetan, um den Entscheidern vor Ort ihre Sicht von "Tragweite und Problematik" der geplanten Neuansiedlung vor Augen zu führen. Weil es in der Stadt bereits sehr viele Anbieter gibt und sie dem Neuling "Preisaggressivität" unterstellen, befürchten sie negative Auswirkungen auf die Nahversorgung und skizzieren einen erheblichen Verkehrsanstieg in der schon jetzt stark befahrenen Augsburger Straße.

Baurecht setzt Grenzen für Verbrauchermärkte

Diese Argumente seien nicht ganz vom Tisch zu wischen, heißt es aus verschiedenen Fraktionen. Doch es ist fraglich, ob hier die Bürgervertreter tatsächlich das letzte Wort haben werden. Das Baurecht setzt ihrem Spielraum enge Grenzen.

Der Bebauungsplan von 1968 weist ein Industriegebiet aus, in dem nur Verbrauchermärkte für überwiegend örtliche Versorgung zulässig sind. Das haben die Investoren zwar mit einem Gutachten zu untermauern versucht, doch die Landesplanungsbehörde bei der Regierung von Schwaben kam zu einer anderen Einschätzung. Nun kann die Kommunalpolitik versuchen, hier ein Sondergebiet auszuweisen - oder die Investoren passen ihr Konzept an.

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