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Landkreis Augsburg

21.12.2020

Telefonbetrug im Advent: Ein Betroffener aus Schwabmünchen berichtet

Betrüger wollen in der Weihnachtszeit Menschen hinters Licht führen.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Plus Vor Weihnachten haben Telefonbetrüger Hochkonjunktur - auch im Landkreis Augsburg. Ein Schwabmünchner erzählt, wie Unbekannte an seine Computerdaten wollten.

In Untermeitingen kassierte ein angeblicher Mitarbeiter der Gemeinde wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht ab. 250 Euro soll er verlangt haben. Doch weder die Gemeinde noch die Polizei kontrollierte am Wochenende mit Sofortkasse. Das ist nicht die einzige Masche, mit der Betrüger im Augenblick Geld machen.

Derzeit häufen sich die Anrufe von Unbekannten, die nur eines im Sinn haben: Sie wollen an Geld oder Wertsachen anderer. Da wäre etwa der falsche Polizeibeamte. Er behauptet, in der Nachbarschaft sei eingebrochen worden und die Polizei müsse das Vermögen sichern, bevor die Einbrecher erneut zuschlagen.

Betrüger im Landkreis Augsburg: Enkeltrick soll Großeltern täuschen

Auch der vermeintliche Enkel, der wegen eines vorgetäuschten finanziellen Engpasses dringend Geld benötigt, wird häufig als Betrugsmasche genutzt. Ebenso der Anruf eines Notars oder Rechtsanwalts, der behauptet, man habe einen hohen Geldbetrag, ein Auto oder vielleicht eine Reise gewonnen. Allerdings sei vor Auszahlung oder Übergabe des Gewinnes eine Verwaltungsgebühr fällig.

"Es gibt fast täglich Betrugsversuche", sagt Gernot Hasmüller von der Polizei in Schwabmünchen. Er rät, alle Namen aus Online-Telefonbüchern entfernen zu lassen. Denn sie sind für Betrüger im Ausland der erste Schritt: Die im Internet aufgeführten Listen werden zum Beispiel nach alten deutschen Vornamen durchsucht. Die gehören meistens auch zu älteren Menschen, die dann hinters Licht geführt werden sollen.

Betrug: Automatische Fehlermeldungen an Microsoft

Rupert Beer aus Schwabmünchen erhielt jüngst einen Anruf von einem Mitarbeiter des internationalen Hard- und Softwareentwicklers Microsoft. Die Stimme am anderen Ende der Leitung erklärte, dass Beers Computer mehrere Fehlermeldungen an den Technologieriesen geschickt habe. Um einen wahrscheinlichen Virus in Griff zu bekommen, bräuchten die Mitarbeiter einen Zugriff auf den PC. Aus der Ferne ließe sich das Problem beheben. Doch Beer wollte sich auf die Fernwartung nicht einlassen.

Rupert Beer hatte bereits von der Betrugsmasche gehört. "Am Ende werden Daten ausgespäht oder jemand blockiert den Computer. Nur gegen eine Geldzahlung wird der Rechner dann wieder freigeschaltet." Die Machenschaften warf er dem angeblichen Microsoft-Mitarbeiter unmissverständlich vor und legte dann auf. 20 Sekunden später klingelte erneut das Telefon.

Schwabmünchner berichtet: Der Unbekannte wird energisch

Jetzt beschwerte sich der Unbekannte. "Er war entrüstet", erinnert sich Beer. Wie könne denn jemand einfach auflegen, wenn ein offizieller Microsoft-Mitarbeiter anrufe? Um zu zeigen, dass er kein Betrüger ist, bat der Unbekannte darum, den Fehlerspeicher des Computers zu öffnen. Den gibt es tatsächlich. Und tatsächlich befinden sich darin in der Regel Hunderte Fehlermeldungen. "So etwas kann schon beeindrucken, wenn man nicht allzu viel davon versteht", sagt Rupert Beer, der sich als versierten Computer-Nutzer versteht.

Der Schwabmünchner ließ sich aber nicht hereinlegen. "Ich wollte nur sehen, wie weit sie gehen und welche Argumente sie bringen", sagt er. Im Internet hatte er sich eingelesen und einen Telefonmitschnitt eines anderen Betrugsversuchs gehört - die Maschen ähneln sich. Sein Eindruck: "Die Betrüger gehen Schritt für Schritt vor. Da steckt viel Energie dahinter."

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