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Königsbrunn

12.11.2019

Theaterpremiere mit viel Herzbumpern im Altenheim

Die Theatergruppe Königsbrunn in Aktion: Bauer Wastl (Peter Walter) schenkt der ehemaligen Schlangentänzerin Silvia (Sylvia Grätz) eine Blindschleiche.
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Die Theatergruppe Königsbrunn in Aktion: Bauer Wastl (Peter Walter) schenkt der ehemaligen Schlangentänzerin Silvia (Sylvia Grätz) eine Blindschleiche.
Foto: Heike John

Die Königsbrunner Theatergruppe feiert Premiere mit „Rock’n’Roll im Abendrot“. Warum es diesmal einen schwesterlichen Wechsel in der Regie gibt.

Bravorufe und viel Applaus gab es gleich dreimal am vergangenen Wochenende in den Aufführungen der Theatergruppe Königsbrunn. Bei der Premiere am Freitagabend sowie den Abendvorstellungen am Samstag und Sonntag begeisterten die Schauspieler ihr Publikum mit dem heiteren Schwank „Rock’n’Roll im Abendrot“ von Cornelia Willinger.

Wenn die „jungen Alten“ in der Seniorenresidenz Abendrot zu den „neuen Wilden“ werden, dann haben Pfleger Norbert (Wilhelm-Peter Haggenmüller) und Schwester Andrea (Ilse Deussen) nichts zu lachen. Das Publikum allerdings um- so mehr. Denn der schon fast scheintote Bewohner Wastl Gundolf (Peter Walter) bekämpft sein Heimweh nach den Almwiesen nicht nur mit der Sense, sondern steht mit seiner Idee vom Heubad bei seinen weiblichen Mitbewohnern Elisabeth Dallmeier (Petra Haggenmüller) und Silvia Menardi (Sylvia Krätz) plötzlich hoch im Kurs. „Kniaschwammerl und Herzbumpern“ ersetzen da schnell die Wehwehchen des Alters. Und ruck, zuck wird auch der untreue Gatte Heinrich Dallmeier (Wilhelm Haggenmüller jun.) abserviert. Auch der junge Pfleger Norbert ist nicht vor Amors Pfeilen geschützt, denn er verliebt sich in Gisi (Miriam Jung), die Enkelin der Dallmeiers.

Diese lässt ihn aber erst einmal mit einem Judogriff sauber abblitzen. Mit diesen beiden Jungdarstellern zeigt sich, dass auch der Nachwuchs aus eigenen Reihen bereits die Schauspielerei im Blut hat.

Desillusionierte Krankenschwester landet die besten Sprüche

Desillusioniert, was die Liebe betrifft, ist vor allem Schwester Andrea. Da hat die Sprücheküche einiges parat, und immer wieder gibt es Zwischenapplaus und laute Lacher, wenn sie zum Beispiel feststellt: „Intuition ist, wenn eine Frau ihren Mann verlässt, bevor sie ihn zum ersten Mal trifft.“ Als dann zu allem Überfluss auch noch der Bischof seinen Besuch ankündigt und sich das Chaos unter dem Blick der Figur der heiligen Barbara so gar nicht zähmen lässt, scheinen Schwester Andrea nur noch kräftige Schlucke aus der Melissengeist-Flasche zu helfen. „Wir wünschen, dass unser Publikum so viel Spaß an dieser Komödie hat, wie wir im Vorfeld bei den Proben“, sagt Christiane Polzer, die in diesem Jahr zusammen mit Dieter Zettl Regie führt. Wie auch weitere Mitglieder des rund 20-köpfigen Teams ist sie bereits 40 Jahre in der Königsbrunner Theatertruppe dabei.

Sie und ihre Zwillingsschwester Sylvia Krätz wuchsen mit dem Theater auf, denn ihre Eltern Helga und Erwin Krätz gehörten vor 62 Jahren zu den Gründungsmitgliedern. „Sonst hat meine Schwester Sylvia immer Regie gemacht, aber sie wollte auch mal wieder selber spielen.“ Wie viel Genuss Sylvia Krätz das Spiel auf der Bühne bereitet, spürt der Zuschauer in jedem Moment: „Meine Faltencreme heißt Tiramisu“, betont sie als die mit ihren üppigen Formen nicht geizende Silvia Menardi. Mit ihren sexy Dessous am Rollator und auf der Wäscheleine bringt sie die männlichen Bewohner förmlich um den Verstand. Eine Augenweide ist auch das Bühnenbild, der Gartenbereich des Seniorenheims, samt Rosenbogen und einem Ambiente mit der kleinen Kapelle und dem Bauernhaus, das verdächtig viel Ähnlichkeit mit einer Örtlichkeit in Königsbrunn zeigt.

Theatergruppe Königsbrunn tritt noch sechs Mal auf die Bühne

Wer wissen will, ob das Liebeschaos ein gutes Ende findet und welche Rolle eine lebensgroße Kuh auf der Bühne spielt, hat am kommenden Wochenende und bei weiteren Aufführungen im Januar noch Gelegenheit, das Stück zu sehen.

Weitere Aufführungstermine sind Samstag, 16. November, um 19.30 Uhr und Sonntag, 17. November, um 18 Uhr. Im neuen Jahr Sonntag, 12. Januar, um 18 Uhr, Freitag, 17., und Samstag, 18. Januar, um 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 19. Januar, um 18 Uhr im Trachtenheim Königsbrunn, Donauwörther Str. 46. Kartenvorverkauf mit Platzreservierung im Kulturbüro Königsbrunn, 08231/606-260 oder unter www.koenigsbrunn.de/tickets

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