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Bobingen-Waldberg

21.01.2018

Theaterstadl in Waldberg wird zum Musikerheim

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Instrumente hoch! Die Schwarzachtaler planen ein eigenes Musikerheim in Waldberg.
Bild: Anja Fischer

In Bobingens Ortsteil Waldberg wollen sich die Schwarzachtaler ein Haus bauen. Dies hat einen ganz besonderen Grund. Andere Vereine wären froh, wenn sie dies „Problem“ hätten. 

Schon seit einigen Jahren plagt den Musikverein „d’Schwarzachtaler“ ein Problem: „Wir sind ein wachsender Verein“, sagt der Vorsitzende Markus Kugelmann. Eigentlich ein Grund zur Freude. Aber: Die Probenräume in der Alten Schule in Waldberg platzen aus allen Nähten. „Im großen Probenraum müssen wir auf knappen 70 Quadratmetern nicht nur unsere Noten und Leihinstrumente unterbringen, sondern bei der Probe des großen Orchesters auch über vierzig aktive Musiker.“ Das sei einfach zu eng. Und zu laut.

Zu wenig Platz gibt es zudem für Einzelunterricht, wie Lehrerstunden oder den Flötenunterricht. Derzeit muss gerade auch der Nachwuchs Unterrichtszeiten bis 20.30 Abends in Kauf nehmen. Keine Dauerlösung also. So dachte der Verein schon vor rund zehn Jahren und suchte nach einer anderen Möglichkeit. Von einer Erweiterung des Alten Schulhauses war schon einmal die Rede oder der Möglichkeit, anderswo unterkommen zu können. Alles nicht so einfach, immerhin suchten die Schwarzachtaler nach Räumen, die sich durch musikalische Früherziehung, mehrere Flötengruppen, Einzelunterricht durch rund acht verschiedene Lehrer, die Nachwuchsgruppe, die Jugendkapelle und das Blasorchester nutzen lassen.

Bauvoranfrage wurde positiv beschieden

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Nun scheint es eine durchführbare Lösung zu geben. In der jüngsten Bauausschusssitzung der Stadt Bobingen wurde eine Bauvoranfrage zur Errichtung eines Musikerheimes in Waldberg positiv beschieden (wir berichteten). „Damit können wir konkrete Planungen aufnehmen und hoffentlich bald tatsächlich in unsere eigenen vier Wände ziehen“, freut sich Markus Kugelmann. Kassierer Michael Spatz, der ebenfalls in die Planungen involviert ist, erklärt, wo das neue Heim hinkommen soll: „Derzeit steht auf dem Gelände noch der alte Theaterstadel der Pfarrgemeinde.“ Dieser ist jedoch mehr als baufällig und kann kaum mehr genutzt werden.

Das Grundstück gehört der Diözese. Wenn alles klappt, übernehmen die Schwarzachtaler den Platz im Erbbaurecht und bauen dort ein Musikerheim. Geplant ist ein Gebäude mit einer Grundfläche von 20 mal 13 Metern in Ost-West-Ausrichtung. „Das Zentrum unseres Musikerheimes soll ein 124 Quadratmeter großer Probenraum sein, in dem das ganze Orchester bequem Platz hat“, sagt Michael Spatz. Lagerräume für Noten, Trachten und die Vereinsinstrumente sowie Zimmer für Einzelunterrichte und eine kleine Küche vervollständigen das Ensemble. Damit sollen vor allem auch die Unterrichtszeiten für Kinder und Jugendliche wieder mehr in die Nachmittagsstunden verlegt werden können.

Pfarrgemeinde hat derzeit keine eigenen Räume

Einen zusätzlichen positiven Aspekt fügt Kirchenpfleger Helmut Gaul an: „Unsere Pfarrgemeinde hat derzeit keine eigenen Räume.“ Deshalb hat die Kirchenverwaltung den Bedarf einer Mitnutzung angemeldet. „Wir könnten sowohl die Proben- und Unterrichtsräume mitnutzen als auch einen eigenen Lagerraum bekommen“, sagt Gaul. Pfarrer Kresimir Gagula und er unterstützen deshalb das Projekt.

Mit dem positiven Bauausschussbeschluss kann der Musikverein „d’Schwarzachtaler“ nun in die weiteren Planungen einsteigen. Rund 400 000 Euro wird der Neubau möglicherweise kosten, damit rechnet zumindest Kassierer Michael Spatz. „Die Finanzierung ist über unser angespartes Eigenkapital, die Drittelförderung der Stadt Bobingen und eine Menge Eigenleistung angedacht“, verrät er. Möglicherweise kommen noch ein Zuschuss des Europäischen Kulturfonds in Frage und Spenden aus der Bevölkerung. Lässt sich alles klären, könnte bestenfalls schon im kommenden Sommer mit dem Abbruch des Pfarrstadels begonnen werden. Ein Spatenstich für den Neubau wäre dann eventuell noch in diesem Jahr machbar.

Es ist eine Herausforderung, vor der die Schwarzachtaler mit dem geplanten Bauvorhaben stehen werden. Aber eine die sich lohnt, dessen sind sich die Verantwortlichen gewiss: „Es ist eine Investition in unseren Nachwuchs und in unsere Zukunft!“

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