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Bobingen

18.11.2019

Tod, Teufel und Gänsehaut-Garantie

Der „Jedermann“ in Bobingen fand großen Zuspruch. Die Freiluft-Inszenierung wurde freilich an die veränderten Bühnenverhältnisse angepasst.
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Der „Jedermann“ in Bobingen fand großen Zuspruch. Die Freiluft-Inszenierung wurde freilich an die veränderten Bühnenverhältnisse angepasst.
Foto: Anja Fischer

Auch in der Bobinger Singoldhalle gibt es Beifallsstürme für den Klassiker aus der Feder von Hugo von Hofmannsthal. Das Stück wurde schon im Sommer vor dem Rathaus gespielt und bejubelt.

Wieder einmal hat es die Theaterschmiede Bobingen unter der Leitung von Kulturpreisträgerin Ingrid Schmid geschafft, in Bobingen mit dem Stück vom „Jedermann“ Stadtgespräch zu werden. Schon im Sommer, als das Werk von Hugo von Hofmannsthal in einer Bearbeitung von Manfred Wekwerth auf der Freilichtbühne vor dem Rathaus aufgeführt wurde, waren die Besucher voll des Lobes gewesen. Ob das Stück, welches auf vielfachen Wunsch noch einmal aufgeführt wurde, wohl auf der Bühne in der Singoldhalle genauso grandios wirken würde?

Ein direkter Vergleich ist wegen der unterschiedlichen Voraussetzungen wohl kaum möglich. Tatsache ist aber, dass die Besucher auch nach diesen beiden Vorstellungen restlos begeistert entlassen wurden. Allseits wurden die schauspielerischen Glanzleistungen und die unglaubliche Wirkung des Theaterklassikers direkt nach den Aufführungen und in den nächsten Tagen gelobt.

Eindrucksvoll spielte das Laientheater das für sie adaptierte Stück, vor allem Peter Sedlacek als Jedermann war eine der tragenden schauspielerischen Säulen. „Er lebt das Stück auch hinter der Bühne“, wurde ihm von seinen Mitspielern attestiert, und das war auch vor der Bühne zu spüren. Viele Szenen und Texte hatte Ingrid Schmid als Regisseurin und Theaterleiterin bereits im Sommer so verändert, dass sie zu ihrer Truppe passten. Nun wurden einzelne Szenen noch einmal in intensiven Proben auf die veränderten Bühnenverhältnisse angepasst. Und obwohl es quasi schon die dritte Aufführung des Stückes war, sei das Lampenfieber doch ungebrochen hoch gewesen, verrieten die Schauspieler. Entspannt habe man dagegen die Wetterlage betrachten können: Während bei den Sommeraufführungen gebangt werden musste, spielte hier die Singoldhalle ihren entscheidenden Vorteil aus.

Den Rest übernahm die Theaterschmiede in einer grandiosen Premierenvorstellung. Fast keinen Einsatz hatte Souffleuse Margit Slansky, dabei hatten doch Andreas Lange als Guter Gesell, Martina Lange als Jedermanns Weib oder die Buhlschaft Katharina Liebel so manche Textzeile zu bewältigen. Ganz zu schweigen vom Tod (Jürgen Reichardt). Und Teufel Christian Vollmann spielte seine Schlussszene so eindrucksvoll, dass sich die Besucher erst kaum zu klatschen trauten.

Gefangen waren sie immer noch in dem Kampf des Mammons (Dominik Reusch) gegen den Glauben (Bernadette Gobber). Dann aber gab es stehende Ovationen für die gezeigte Leistung.

Beeindruckend und viel gelobt war bei dieser Aufführung im Saal die ausgeklügelte Licht- und Tontechnik. Besonders gut kamen auch der Chor, die Solisten und die Musiker auf der Bühne zur Geltung. Die musikalische Leitung hatte Jacqueline Burckhardt inne, die die einzelnen Szenen zudem mit passender Musik untermalte und damit für weitere Gänsehautmomente sorgte.

Unter den Zuschauern waren einige, die die Vorstellung im Sommer schon gesehen hatten und beeindruckt gerne noch ein zweites Mal verfolgen wollten. Und viele, die von begeisterten Besuchern der ersten beiden Vorstellungen geworben worden waren und den Saal nun ebenso beeindruckt verließen. „Faszinierend“, „unglaublich“, „Wahnsinn“ – mit diesen Worten wurden die beiden Aufführungen beschrieben. Bobingen müsse den Vergleich mit dem Salzburger Original keineswegs scheuen, befand sogar ein Besucher.

Breite Einigkeit herrschte jedenfalls darin, dass sowohl die Schauspieler und Statisten als auch die Sänger und Musiker eine ausnehmend hervorragende Leistung gezeigt und wieder einmal ein wunderbares Theatererlebnis auf die Bühne gebracht hatten.

Hatte am Anfang erst eine Idee zu einem besonderen Schauspiel zum 50. Stadtjubiläum im Raum gestanden, so hat sich diese Idee nun selbst mit viel Mut und Enthusiasmus zu einem besonderen Erlebnis entwickelt.

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