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19.10.2009

Todesfahrer steht ab heute wieder vor Gericht

Augsburg/Untermeitingen Der Todesfahrer von Untermeitingen steht ab heute wieder vor Gericht. Nachdem sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidiger Berufung gegen das Urteil des Jugendschöffengerichts eingelegt hatten, wird der Fall nun vor der Jugendkammer am Landgericht Augsburg neu aufgerollt.

Der junge Mann, der im Dezember 2006 eine Frau in Untermeitingen angefahren haben soll, wurde Ende 2007 nach Jugendstrafrecht (weil er zur Tatzeit noch keine 21 Jahre alt war) zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Das heißt, er müsste ins Gefängnis, da nur Strafen bis zu zwei Jahren auf Bewährung ausgesetzt werden können.

Angeklagt war er unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und unerlaubten Verlassens des Unfallortes. Verteidiger Dr. Hermann Kühn kündigte damals noch im Gerichtssaal an, dass er in Berufung gehen wolle.

Kühn möchte zumindest für den Angeklagten eine mildere, also nach Möglichkeit eine Bewährungsstrafe, erwirken, sagte er gegenüber unserer Zeitung. "Ziel ist es, dass mein Mandant, der seit zwei Jahren auf diese Verhandlung wartet, nicht ins Gefängnis muss."

Todesfahrer steht ab heute wieder vor Gericht

Staatsanwaltschaft fordert mindestens drei Jahre

Das wesentliche Ziel der Staatsanwaltschaft ist es dagegen, dass der mittlerweile 23 Jahre alte Angeklagte nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt wird, da nach ihrer Ansicht die Voraussetzungen für die Anwendung des Jugendstrafrechts nicht gegeben sind, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Matthias Nickolai. Anvisiert sei eine Freiheitsstrafe "nicht unter drei Jahren", so Nickolai.

Bleibt es beim Jugendstrafrecht, wird das Urteil der Jugendkammer rechtskräftig. Wird jedoch Erwachsenenstrafrecht angewandt, gibt es die Möglichkeit, Revision einzulegen, sodass dann gegebenenfalls in einem weiteren Verfahren das Oberlandesgericht in München entscheiden müsste.

Im Moment sind für den Fall acht Verhandlungstage angesetzt, rund 50 Zeugen sollen aussagen und so wie es bislang aussieht, wird diesmal öffentlich verhandelt. Im ersten Prozess schloss der Richter die Öffentlichkeit aus. Zum Schutz des Heranwachsenden, wie er damals sagte, da der Fall bayernweit für Aufsehen sorgte. Verteidiger Dr. Kühn will heute jedoch wieder beantragen, die Öffentlichkeit auszuschließen.

Dem jungen Mann wird vorgeworfen im Dezember 2006 eine 41-jährige Frau in Untermeitingen angefahren und Unfallflucht begangen zu haben. Er soll das Licht des Wagens ausgeschaltet haben und weggefahren sein, ohne sich um die Verletzte zu kümmern. Die Frau blieb reglos im Acker liegen. Unfallzeugen riefen zwar sofort den Notarzt, doch die Mutter einer damals 15 Jahre alten Tochter starb wenig später im Krankenhaus. Sechs Monate dauerte es, bis die Polizei dem Täter schließlich auf die Schliche kam.

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