Königsbrunn

28.11.2016

Toller Abend mit Tuba

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3 Bilder
Eine markante Mimik gehört zum Auftritt von Andreas Martin Hofmeir – der hier bei seinem Auftritt im Trachtenheim einen „Sitzsamba“ zum Besten gibt.
Bild: Claudia Deeney

Für den Tuba-Professor Andreas Martin Hofmeir waren die Auftritte mit LaBrassBanda zu aufwendig – doch im Trachtenheim lässt er sich bei den Zugaben nicht lumpen.

Applaus reicht Andreas Martin Hofmeir als Rückmeldung nicht. Der Professor für Tuba fordert sein Publikum am Freitagabend zur direkten Kommunikation auf und spielt außerdem mit dem Leben seines Mitmusikers Manfred Manhart. „Alles was ich hier erzähle ist wahr, ich schwöre es – beim Leben von Manfred Manhart“, sagt Hofmeir mit dem Brustton der Überzeugung. Und da der Akkordeonist am Ende des äußerst kurzweiligen Abends im Trachten-heim noch recht lebendig war, scheinen die Geschichten aus Hofmeirs Leben zu stimmen.

Hofmeir gehört zu den Künstlern die eine Bühne füllen können, egal wie groß diese ist. Er strahlt eine selbstbewusste Präsenz aus, die bei ihm mit Selbstironie Hand in Hand geht, so dass jegliche Arroganz fehlt. Die rund 200 Besucher beim vom Kulturverein KliK organisierten Auftritt hatte er quasi vom ersten Satz an im Griff und die Lacher auf seiner Seite.

So will er gleich wissen, wer die Karten als Geschenk bekommen habe, also eigentlich nicht freiwillig hier sei. Da meldeten sich doch einige, genau wie auf die Frage, wer ihn noch von der Gruppe „LaBrassBanda“ kenne, deren Tubist er war. Auch hier gab es reichlich Meldungen, so dass Hofmeir mögliche Illusionen über diesen Abend gleich zurechtrücken wollte. Jede Menge Prosa und Lyrik sowie eigenwillige selbst gedichtete Werke stünden auf dem Programm und zwischendurch brasilianische Liebeslieder, eher depressiv vorgetragen auf Tuba und Akkordeon.

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Die Musik war das eine Glanzlicht des Abends, auch für Menschen, die mit einer Tuba nicht so vertraut sind. Die brasilianischen Liebeslieder entpuppten sich als gestaltige Interpretationen, die sich aus ungarischen Opernsuiten bis zu argentinischen Tangostücken zusammensetzten. Hofmeir klärt die Zuhörer darüber auf, dass die 1835 entwickelte Tuba – sie ist damit das jüngste Blechblasinstrument – zur Vorführung der Darmtätigkeit ebenso eingesetzt werden kann wie bei der musikalischen Darstellung klappernder Stöckelschuhe, samt sexy Hüftschwung einer Lady im stetig wiederkehrenden brasilianischen Liebeslied.

Wieso spielt jemand Tuba? Diese Frage beantwortet Hofmeir in seiner Autobiographie, und die aus Prosa, Lyrik und Gedichten kombinierte Lesung daraus war das zweite Glanzlicht des Abends.

„So eine faule Sau habe ich noch nie gesehen“, soll Hofmeirs früherer Musiklehrer zu seiner Mutter gesagt haben. Üben sei sein Ding nicht gewesen, erklärte der Musiker, so habe er sich ein Instrument ausgesucht, bei dem alle Familienmitglieder glücklich gewesen seien, wenn er nicht die geforderten 30 Minuten geübt habe.

Bei dieser Einstellung ist folgerichtig der Titel seines Sachbuches, wie er es nennt: „Kein Aufwand – Teil 1“. Dieses Lebensmotto zieht sich durch Kindheit, Studienzeit und sein Leben als Musiker. Deshalb sei er auch bei LaBrassBanda ausgestiegen: Von Musikern mit einer Wechselunterhose, einem Wechselhemd und der Tuba auf dem Autodach zu einer Band mit großem Gefolge, das war dem Minimalisten zu aufwendig. Gut für die Zuschauer, dass es ihm die Lesungen mit Musik nicht zu aufwendig sind und er auch die vielen Wünsche nach Zugaben erfüllt.

Die Brunnenstadt beschert ihm dann doch einen enormen Aufwand, mit dem er nicht gerechnet hatte. Er suche immer während des Konzerts selbst eine Unterkunft, erzählt er zu Beginn, die Wirtin solle unter 26 Jahre und blond sein. Das gestaltete sich doch schwieriger als angenommen und obwohl Hofmeir im Laufe des Abends seine Erwartungen korrigierte, lässt sich nicht feststellen, ob es ihm gelingt, eine private Unterkunft zu organisieren, oder ob der Verein Klik doch noch ein Hotelzimmer buchen muss.

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