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Landkreis Augsburg

27.02.2020

Tote Katzen an der B 17: Was diese Tierschützerin jetzt fordert

Tierschützerin Michaela Merline Goll hat elf Katzen zun Hause – einige haben eine schwere Zeit hinter sich und wurden misshandelt.
Bild: Goll

Plus Der Fund mehrerer toter Katzen entsetzt die Straßberger Tierschützerin Michaela Merline Goll. Welche erschreckenden Erfahrungen sie im Kreis Augsburg macht.

„Da geht mir die Galle hoch“, sagt Michaela Merline Goll , als sie von den toten Katzen auf dem Mittelstreifen der B17 hört. Die Tierheilpraktikerin ist nicht nur empört. Sie ist wütend. Jemand hatte offenbar sieben oder acht Tiere, die wohl schon tot waren, von der Brücke eines Wirtschaftsweges bei Igling im Nachbarlandkreis Landsberg geworfen. Als die Polizei die Katzen entdeckte, waren sie zum Teil schon verwest. Offenbar wurden die Katzen erschlagen.

Tote Katzen an der B 17: Tierschützerin Michaela Merline Goll entsetzt

Jetzt wird wegen Sachbeschädigung sowie einem Vergehen nach dem Tierschutzgesetz ermittelt. Für Michaela Merline Goll aus Straßberg geht das nicht weit genug. Sie kritisiert, dass der Gesetzgeber Tiere rechtlich als „Sachen“ betrachtet. „Das kann doch nicht sein“, sagt sie. „Das sind genauso Lebewesen.“ Die 52-Jährige hat die Vierbeiner ins Herz geschlossen. Insgesamt elf Katzen hat sie zu Hause. Sie haben zum Teil eine schwere Zeit hinter sich, wurden misshandelt.

„Ich habe sehr oft Tiere mit Augenverletzungen in meiner Praxis, und es tut einem als Therapeut und Tierfreund in der Seele weh, welche Schmerzen und Qualen das für ein Tier bedeutet. Noch dazu, wenn dies mutwillig herbeigeführt wurde“, sagt Michaela Merline Goll. Tausende Euros hat sie schon aus eigener Tasche bezahlt, um Tieren zu helfen.

Tierschützerin Michaela Merline Goll: Viele Autofahrer rücksichtslos

Dazu gehören auch die Katzen, die scheinbar leblos am Straßenrand lagen. Die Tierheilpraktikerin hielt an, stieg aus und kümmerte sich. Einigen Tieren konnte noch geholfen werden. Andere seien in ihren Armen gestorben. Dass andere Autofahrer nicht anhalten, und sich nicht nach angefahrenen oder verletzten Tieren schauen, stößt der Straßbergerin auf. „Das ist rücksichtslos“, sagt Michaela Merline Goll , die schnell emotional wird, wenn sie von Menschen erfährt, die Tiere misshandeln.

Auf dem Mittelstreifen unter dieser Brücke zwischen Kaufering und Igling an der B 17 lagen die acht toten Katzen.
Bild: Thorsten Jordan

Dazu gehört auch ein Unbekannter, der vor Wochen in Schwabmünchen offenbar Giftköder in einem Wohngebiet ausgelegt hatte. Zwei Katzen hatten die Brocken gefressen und zeigten danach Vergiftungserscheinungen. Beide Tiere aus dem nordöstlichen Wohnviertel wurden schnell behandelt und konnten so gerettet werden. Laut Polizei gibt es keinen neuen Hinweise zu den Ködern oder zu einem möglichen Täter.

Unbekannter sprühte in Kissing Pfefferspray auf Katzen

Auch im Fall von zwei misshandelten Katzen aus Kissing fehlt noch eine konkrete Spur. Ein Unbekannter hat die Tiere offenbar mit Pfefferspray malträtiert. Bereits kurz nach dem Silvestertag war Dirk Sprenger aufgefallen, dass seine Katze Lily, eine sogenannte Heilige Birma , sich ungewöhnlich verhielt. „Sie hatte etwas im Fell und leckte sich daran“, erinnert er sich. Als seine beiden acht und sieben Jahre alten Kinder die Katze streichelten, hatten sie anschließend Reizungen und Rötungen der Augen. Durch Gespräche mit Nachbarn wurde Sprenger nun darauf aufmerksam, dass eine weitere Katze in Kissing mit Pfefferspray angegangen wurde.

Tierheilpraktikerin Michaela Merline Goll aus Straßberg rät Tierbesitzern generell: „Halten Sie die Augen und Ohren offen, beobachten Sie ihre Tier auch mal beim Freigang und bilden Sie eine Interessensgruppe.“ Jeder Verdacht sollte unverzüglich bei der Polizei gemeldet werden.

Zum Fall der toten Katzen an der B 17 lesen Sie auch den Kommentar:

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