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Königsbrunn/Augsburg

21.01.2020

Tram: Klagen sind die einzigen Unsicherheitsfaktoren

Mit dem offiziellen Spatenstich an der Endhaltestelle in Haunstetten im Sommer die Arbeiten zu Verlängerung der Linie 3 nach Königsbrunn. Die Verantwortlichen hoffen, dass 2021 die ersten Bahnen rollen.
Foto: Sylvio Wyszengrad

Die Verantwortlichen bei AVV und Landkreis sind zufrieden mit dem Fortschritt an der Tramtrasse nach Königsbrunn. Den Prozessen sieht man gelassen entgegen.

Die Planungen für die Verlängerung der Linie 3 laufen weiter. Während im Königsbrunner Stadtrat noch einiger Redebedarf bezüglich der Gestaltung der Verträge, der künftigen Stadtbuslinien und der Ticketpreise herrscht, ist man im Kreistag sehr zufrieden mit der Entwicklung des Projekts. Beim Bericht zum aktuellen Stand des Verkehrsprojekts im Kreisausschuss kam auch zur Sprache, wie man sich im Bezug auf die Klagen zweier Königsbrunner gegen das Projekt (wir berichteten) vorbereitet hat.

Die Klagen und der Wunsch nach einer einstweiligen Verfügung der Kläger hätten derzeit keinen Einfluss auf das Projekt, sagte Dr. Walter Michale, der Justiziar des Landkreises. Es darf also erst einmal weitergebaut werden, solange der Bayerische Verwaltungsgerichtshof nichts Gegenteiliges entscheidet, sagte Michale: „Wir hoffen, dass die Regierung von Schwaben bei der Erstellung des Planfeststellungsbeschlusses genau gearbeitet hat und nichts zu beanstanden ist. Aber ein gewisses Restrisiko bleibt natürlich auf dem Verfahren.“

Zuschüsse würden bei gerichtlichem Stopp der Arbeiten ausgesetzt

Durch den Baubeginn im Herbst werden schon in diesem Jahr die ersten Rechnungen fällig. Der Landkreis bezahlt zwei Drittel des Zuschusses, die Stadt Königsbrunn ein Drittel. Falls das Bauprojekt tatsächlich juristisch gestoppt würde, gibt es einen entsprechenden Passus im Vertrag. Dieser erlaubt es der Stadt Königsbrunn und dem Landkreis die Zuschuss-Zahlungen bis zu einer möglichen Wiederaufnahme der Arbeiten auszusetzen.

Doch Stand jetzt sind die Verantwortlichen guten Mutes, dass es mit dem Projekt ähnlich rund weiterläuft, wie bislang. Michale stellte heraus, wie unerwartet schnell die Stadt Augsburg die Verhandlungen mit mehr als zehn Eigentümern abschließen konnte, deren Grundstücke für die Trasse benötigt wurden. In Königsbrunn war die Trasse bereits seit vielen Jahren freigehalten worden, sodass die Stadt nur für die zusätzlichen Lärmschutzmaßnahmen Grund erwerben musste.

Vier Stadtbuslinien soll Bürger durch Königsbrunn und zur Tram bringen

Um den Königsbrunnern den Weg zur Straßenbahn möglichst komfortabel zu machen, wird auch ein neues Buskonzept geplant. AVV-Geschäftsführer Andreas Mayr und Franziska Benz, die Spezialistin für das Thema Buslinien stellten im Kreisausschuss die Ideen für die künftige Linienführung vor. Aufgrund der Tram-Anbindung werden die Linien 733, 734, 735 und 740 eingestellt oder stark verändert. Dadurch werden 610000 Buskilometer pro Jahr frei, die nun anders verteilt werden können.

Statt die Menschen wie bislang direkt in die Augsburger Innenstadt oder zu den bestehenden Straßenbahn-Enthaltestellen in Haunstetten zu bringen, soll es einen besseren innerstädtischen Busverkehr mit vier Linien, sowie einer zentralen Haltestelle mit Tramübergang am ZOB geben. Eine Buslinie führt weiterhin zum derzeitigen Endpunkt der Linie 2. Mit dem neuen Konzept soll das Gewerbegebiet Süd ebenso besser angebunden werden, wie die bestehenden und neuen Wohngebiete im Südosten der Stadt, sagte Franziska Benz: „Wir wollen uns so aufstellen, dass wir flexibel reagieren können, wenn die neuen Baugebiete fertig sind.“

Zu den Hauptverkehrszeiten sollen alle, in den Nebenzeiten jede zweite Straßenbahn mit den Buslinien erreicht werden. Um den Gegebenheiten besser gerecht zu werden, sollen in vielen Wohngebieten künftig auch nicht mehr die langen Gelenkbusse, sondern kürzere Fahrzeuge eingesetzt werden. Insgesamt sieht die momentane Planung 620000 Buskilometer pro Jahr vor.

Die Königsbrunner Stadträte meldeten zuletzt noch Gesprächsbedarf bei der Ausgestaltung der Linien an, im Kreisausschuss herrschte allgemeine Zufriedenheit. Mit der Planung bekomme Königsbrunn die beste Verkehrsanbindung seiner Geschichte, sagte Landrat Martin Sailer (CSU). Der Königsbrunner Manfred Buhl (FDP) merkte an, dass er schon bei seinem Hauskauf darauf geachtet habe, dass es in der Nähe der künftigen Straßenbahntrasse liegt: „Ich hatte nicht gedacht, dass es 35 Jahre dauert, bis sie kommt.“ Die Planung enthalte viele sehr sympathische Dinge und lobte unter anderem die kürzeren Busse für die Linien in den Wohngebieten.

Fabian Mehring (Freie Wähler) regte an, die Linie 100 Richtung Bahnhof Mering noch stärker als bisher als Zubringer zur Bahnstrecke Richtung München und Entlastung der B17 auszugestalten. Dies nahmen die AVV-Vertreter als Anregung mit.

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