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Königsbrunn

29.06.2020

Tram-Linie 3 in Königsbrunn: Droht jetzt ein Verkehrschaos?

Im September 2019 wurde symbolisch das erste Gleis für die Verlängerung der Linie 3 nach Königsbrunn verlegt. Ein Königsbrunner Stadtrat befürchtet nun wegen des Bauzeitenplans ein Verkehrschaos durch zu viel Verkehr auf Schleichwegen.
Bild: Michael Hochgemuth (Archiv)

Plus Ein Stadtrat befürchtet ein Verkehrschaos, wenn im Herbst fast gleichzeitig an drei Bahnübergängen gebaut wird. Wie das laut Stadtwerken gelöst werden soll.

Im Dezember 2021 sollen die ersten Fahrgäste in die neue Straßenbahnlinie 3 einsteigen können. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg – wie der aussieht, zeigt jetzt ein verfeinerter Terminplan. Beispielsweise gibt es jetzt feste Termine für die Fertigstellung der Gleisanlage und für den Umbau an der Simpertstraße. Kritik hagelt es am Start der Baustelle: Die Bauarbeiten hätten im besten Fall im April 2020 beginnen können und wären dann im Juni 2021 beendet gewesen. Stadtrat Helmut Schuler befürchtet jetzt ein Verkehrschaos.

Tram-Linie 3: An drei Bahnübergängen wird im Herbst parallel gebaut

Schuler hatte Bedenken, dass die Bauarbeiten an den Querungen an der Königsallee, an der Augsburger Straße und an der Föllstraße jetzt nahezu gleichzeitig im September und Oktober stattfinden sollen. „Da sehe ich ganz große Probleme, weil das unsere Hauptverkehrsstrecken auf die B17 sind.“ Er bat um eine Entzerrung, um ein Verkehrschaos über Schleichwege zu vermeiden. Helmut Schuler schlug außerdem vor, dass ein Verantwortlicher der Bauleitung von den Stadtwerken Augsburg zur nächsten Besprechung im Königsbrunner Stadtrat kommen soll.

Die Stadtwerke teilten am Montag mit, dass die Bahnübergänge zwar teilweise parallel gebaut würden, man aber Lösungen erarbeitet habe. Die Querung der Augsburger Straße erfolge in zwei Bauphasen. So bleibe immer eine Fahrspur pro Fahrtrichtung bestehen. Im Norden der Föllstraße werde außerdem eine provisorische Überfahrt errichtet. Die Querung der Königsallee sorge für die Vollsperrung der Straße westlich der Zufahrt zum ZOB.

Die Stadtwerke teilten mit, dass die Querung der Königsallee für die Vollsperrung auf der Straße westlich der Zufahrt zum ZOB sorge.
Bild: Hermann Schmid (Archiv)

Königsbrunn: Droht jetzt ein Verkehrschaos?

Die Freien Wähler empfinden den Baubeginn als zu spät. Schuler kritisierte den Leerlauf zwischen Oktober 2019 und Juli 2020. Jörg Kratzer vom Tiefbauamt der Stadt erklärte zum verspäteten Startschuss, dass das geplante Szenario vom Planfeststellungsbeschluss abhängig gewesen sei, der im September 2019 eingegangen war – mit drei Monaten Verspätung.

SPD-Fraktionsvorsitzender Florian Kubsch fordert derweil, die Straßenbahnberichte künftig generell mit auf die Tagesordnung im Stadtrat zu nehmen und stellte einen entsprechenden Antrag. Mit dem vorgelegten Bericht war er nicht zufrieden. Er sagte, er habe das Gefühl, es würde nicht genau genug hingeschaut und die Stadtverwaltung sei nicht auf Augenhöhe mit den Stadtwerken. Kubsch monierte, dass der Stadtrat nicht genug in das Thema integriert sei.

SPD-Fraktionschef Florian Kubsch kritisiert Stadtwerke

Im Speziellen kritisierte der Vorsitzende der SPD-Fraktion die Augsburger Stadtwerke, weil sie im Oktober 2019 mit den Bauarbeiten begonnen hatten, ohne zu wissen, ob es eine aufschiebende Wirkung gibt, weil der Planfeststellungsbeschluss mit drei Monaten Verspätung kam. „Wenn es eine aufschiebende Wirkung gegeben hätte, hätten wir das zahlen müssen“, sagte Kubsch und warf den Stadtwerken die Abwälzung des Risikos auf die Stadt Königsbrunn vor. Außerdem kritisierte er die Stadt, die Vereinbarung eingegangen zu sein. Königsbrunn muss seit dem Start der Arbeiten eine sogenannte Betriebszuschusszahlung überweisen. Wie geplant wurde im Oktober 2019 begonnen, das Geld für den Bau zur Verfügung zu stellen.

Derzeit laufen die Spartenarbeiten an der Guldenstraße. „Da kommen wir gut voran und wollen bis Mitte Juli fertig werden“, sagt Jörg Kratzer. Im Juli beginnen die Gleisbauarbeiten. Der Gleisbau soll am 13. November fertig sein, danach kommen die Haltestellen, der Bau der Gefahrleitungen und die elektrische Verkabelung. Letzter Schritt der Arbeiten sind die Schallschutzwände, die von März bis April 2021 errichtet werden sollen. Die Linie soll laut Plan am 10. September 2021 funktionsfähig sein. „Die Stadtwerke brauchen ungefähr drei Monate für die Inbetriebnahme und für Testfahrten“, sagt Kratzer. Das geplante Datum für den offiziellen Betrieb ist dann der 12. Dezember 2021.

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