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Königsbrunn

15.11.2019

Überfall: Wie Zeugen am besten helfen können

Vor Jahren wurde in Schwabmünchen ein Bankräuber gefasst – weil viele Passanten Zivilcourage bewiesen.
Bild: Foto Kaya

Plus Es ist eine Situation, in die jeder geraten könnte. So wie eine Frau, die zufällig eine Königsbrunner Bäckerei betrat: Der Laden wurde gerade überfallen. Wie Zeugen eines Verbrechens reagieren sollten, weiß Siegfried Hartmann vom Polizeipräsidium Schwaben-Nord.

Grundsätzlich sollte sich niemand selbst in Gefahr bringen oder auch begeben, erklärt Hartmann. Stattdessen gilt es, den Täter genau zu beobachten, um später der Polizei eine präzise Beschreibung geben zu können.

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Nie selbst in Gefahr bringen

Apropos Polizei: Die muss sofort verständigt werden. Wer keine Möglichkeit dazu hat oder sich nicht in der Lage sieht, sollte jemanden damit betrauen – aber gezielt: „Sie in der gelben Jacke, bitte rufen Sie die Polizei“, könnte die Aufforderung lauten. Mithelfer müssten immer konkret angesprochen werden, so Hartmann. Denn sonst könne es passieren, dass sich niemand zuständig fühlt. Was ebenfalls noch wichtig ist: Je nach Möglichkeit sollten Zeugen am Telefon durchgeben, wie und wohin der Täter flüchtet. Können Zeugen den Kriminellen auch verfolgen? „Das kommt auf die Einzelsituation an“, sagt Hartmann. Vor sieben Jahren hatte das couragierte Verhalten von mehreren Passanten im Schwabmünchner Zentrum dazu geführt, dass ein Bankräuber festgenommen wurde.

Passanten nehmen Verfolgung auf

Ein 18-Jähriger hatte damals mit einer schwarzen Sturmmütze über dem Gesicht und mit einer Waffe eine Kassiererin der Kreissparkasse bedroht. Die Mitarbeiterin packte fast 45000 Euro in eine lila Plastiktüte, die der Mann mitgebracht hatte. Dann flüchtete er.

Überfall: Wie Zeugen am besten helfen können

Mit der Pistole scheuchte er vor sich Fußgänger zur Seite. Hinter ihm rannte in sicherer Entfernung ein Zeuge hinterher und warnte mit Rufen weitere Passanten. Eine Frau auf dem Weg in die Mittagspause schloss sich mit einigem Abstand an, rief per Handy die Polizei: Sie gab laufend den Weg des Bankräubers durch. Zum Showdown kam es schließlich im Hofeingang einer Schwabmünchner Bäckerei.

Mann reißt Bankräuber um

Der 18-Jährige hielt dort einem Mann die Waffe vor, um an dessen Auto zu kommen. So wollte er flüchten. Dem Bedrohten zur Hilfe eilte schließlich der Gast eines Döner-Ladens, der alles beobachtet hatte und sofort los rannte. Er stürzte sich auf den 18-Jährigen und warf ihn zu Boden – einerseits mutig, andererseits auch gefährlich. Denn niemand wusste zu dem Zeitpunkt, ob die Waffe des Bankräubers scharf ist. Wie sich später herausstellte, handelte es sich um eine Soft-Air-Pistole.

Die beiden Männer hielten den Täter fest, bis kurz darauf die Streifenbesatzung der Polizei eintraf. Alle Zeugen und Helfer wurden später von der Kreissparkasse und dem Polizeipräsidium für ihren Einsatz gewürdigt.

Polizei hat noch keine Spur

Der Mann, der am Dienstagabend gegen 17.10 Uhr Die Bäckerei am Königsbrunner Eichenplatz überfallen hat, wird so beschrieben: Er war mittleren Alters und ist etwa 1,80 Meter groß. Er hat eine schlanke Statur und trug dunkle Kleidung, eine dunkle Mütze, Handschuhe und einen grau-schwarzen Schal. Zeugen sollen sich unter der Telefonnummer 0821/323-3810 bei der Kriminalpolizei melden.

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