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Schwabmünchen

19.11.2019

Übung: Tausende Schüler bringen sich in Sicherheit

Ziemlich geordnet zogen die fast 2500 Schüler der LWS vom Breitweg zur St. Michaelskirche und in die Turnhalle der Grundschule
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Ziemlich geordnet zogen die fast 2500 Schüler der LWS vom Breitweg zur St. Michaelskirche und in die Turnhalle der Grundschule
Bild: Christian Kruppe

Für eine Evakuierung muss die komplette Leonhard-Wagner-Schule geräumt werden. Dabei gilt es, rund 2500 Schüler sicher vom Breitweg in die St. Michaelskirche und die Hans-Nebauer-Sporthalle zu bringen

Es ist gestern ruhig auf dem Gelände der Leonhard-Wagner-Schulen. Die Uhr zeigt kurz vor halb zehn, die dritte Unterrichtsstunde läuft. Dann unterbricht ein Gong die Ruhe, es folgt eine Durchsage: „Die Evakuierungsübung beginnt jetzt. Bitte verlasst das Schulhaus und leistet dem Einweisern Folge. Das ist eine Übung.“ Es dauert ein paar Sekunden und die Türen der Mittelschule gehen auf. Ruhig, beinahe gelassen, strömen die Schüler über die Nottreppen und Ausgänge ins Freie. Sofort geht die Schülermasse Richtung Tunnel unter dem Breitweg und dann weiter zur Grundschule. Die letzten Mittelschüler sind gerade aus dem Gebäude, da gehen die Türen der Realschule auf und auch hier machen sich die Schüler geordnet auf den Weg, wie auch dann die Gymnasiasten.

Innerhalb weniger Minuten ist das Schulgelände geräumt

Inzwischen sind auch Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst zu sehen. Die Straßen werden gesichert und nicht gehfähige Schüler übernimmt das Rote Kreuz. Innerhalb weniger Minuten herrscht wieder Ruhe um das Schulgelände, die Schule ist geräumt.

Die Schüler sind auf den Weg Richtung Grundschule und Kirche. Am Festplatz stehen Grundschullehrer und halten Transparente mit den Namen der drei Schularten in die Höhe. Denn dort trennt sich der Weg der gut 2500 Schüler. Mittel- und Realschüler gehen in die Hans-Nebauer-Sporthalle, das Gymnasium zieht weiter in die St. Michaelskirche.

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In der Grundschulturnhalle werden die beiden Schulzweige getrennt und überprüft ob alle da sind. Als Realschulleiter Markus Rechner wenig später mit dem Handy am Ohr im Flur der Turnhalle und der Polizei melden will, dass seine „Schäfchen“ alle vollzählig sind, kommt sein Mittelschulkollege Johannes Glaisner mit der selben Info hinzu.

„Schneller als erwartet“

Gut 20 Minuten hat es von der Alarmierung bis zur vollständigen Ankunft gedauert. „Schneller als erwartet“, stellt Markus Rechner fest. Wenig später meldet auch das Gymnasium Vollzug. Somit sind alle 79 Klassen angekommen. Die Kirche ist proppenvoll, was aufzeigt, dass die Wahl dieses „Zufluchtsortes“ eine gute war. In der ersten Planung sollten alle drei Schulen in die Grundschulturnhalle gehen. Dieser Gedanke wurde aber zu Recht verworfen.

Im Großen und Ganzen verlief die Übung ohne Probleme. In einem kleinen Nachgespräch gab es nur geringfügige Kritikpunkte, die für die Zukunft beachtet werden.

Geplant hat die Maßnahme Robert Künzel. Der stellvertretende Dienststellenleiter der Schwabmünchner Polizei erklärt: „Bislang sollte eine Evakuierung mit Bussen stattfinden. Doch woher sollen auf die Schnelle so viele Busse kommen?“ Daher wurde für den Fall, dass die Schule komplett geräumt werden muss, ein neuer Plan erstellt – und gleich geprobt. „Wir wollen die Schüler im Falle eines Falles schnell von der Schule wegbringen und sicher unterbringen, das hat funktioniert“, so Künzel. Die Rädchen der beteiligten Einsatzkräfte haben gut ineinander gegriffen.

Der Ernstfall trat in Neusäß ein

Wie wichtig ein solcher Plan und eine solche Übung ist, zeigt sich mit Blick auf das Berufsschulzentrum Neusäß. Dieses musste gestern wegen eines Gasalarmes komplett evakuiert werden. Ein Schüler hatte nach ersten Erkenntnissen Reizgas versprüht.

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