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Bobingen

15.11.2019

Umweltschutz bewahrt Schöpfung

Auch die Solaranlage auf dem Kirchendach gehört zu den Maßnahmen der Pfarrei Heilig Kreuz in Straßberg, um Umwelt zu schützen und die Schöpfung zu bewahren.
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Auch die Solaranlage auf dem Kirchendach gehört zu den Maßnahmen der Pfarrei Heilig Kreuz in Straßberg, um Umwelt zu schützen und die Schöpfung zu bewahren.
Bild: Karl Rosengart

Die Pfarrei Heilig Kreuz in Bobingen hat seit zehn Jahren praktische Erfahrung mit Ökologie. Inzwischen erfasst dieses Thema auch die Gottesdienste immer stärker.

Die Pfarrei Heilig Kreuz in Straßberg kann nun auf eine schon zehnjährige Erfahrung beim Umweltschutz zurückblicken. Seit 2009 ist sie EMAS-zertifiziert. Und ihr Bestreben geht weiter. Die Abkürzung für den Begriff „Eco-Management and Audit Scheme“ steht für ein Ökozertifikat, das auch in Industriebetrieben Anwendung findet, jedoch für Kirchen hin modifiziert wurde.

Los ging es mit Wasser, Energie und Nachhaltigkeit

Mittlerweile ist vieles geschehen. Der Kirchenvorplatz wurde entsiegelt, um Wasser versickern zu lassen. Eine eigene Solaranlage erzeugt Ökostrom. Große Teile der Kirchenbeleuchtung wurden schon erneuert, um Energie zu sparen. In allen Gruppen der Pfarrei wird versucht, möglichst viel Plastik zu vermeiden. Und bei vielen Verbrauchsgütern – von Putzmittel bis Lebensmittel – wird auf Nachhaltigkeit geachtet.

Schon vor zehn Jahren hat sich die Pfarrei ein entsprechendes Umweltprogramm mit Leitlinien gegeben und versucht, auf dieser Grundlage umweltgerecht zu handeln. Das dazugehörige Team wurde in den ersten Jahren angeführt von Max König. Mittlerweile heißt der EMAS-Chef Jakob Vellinger, der sich sogar in seinem Studium mit diesen Themen wissenschaftlich beschäftigt. Das sei ein echter Glücksfall, sagt Beate Bischoff vom Umweltteam. Denn die Anforderungen der Zertifizierung, die alle zwei Jahre neu ansteht, seien nicht zu unterschätzen.

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Von der Diözese prämiert

Diese Arbeit strahlt aus: Mit dem Hintergrund dieser Erfahrung bewarb sich die Pfarrei beim diesjährigen Wettbewerb zum Schöpfungspreis des Bistums Augsburg und gewann prompt den zweiten Preis. Damit wurde das Engagement und Vorreiterrolle in der Straßberger – als erste derartig zertifizierte Pfarrei in der Diözese – gewüdigt und auch die Ausdauer dieses Bestrebens. „Ganz nebenbei konnten wir aus der Preisverleihung gute Ideen von anderen Pfarreien mitnehmen. Man muss ja nicht alles selber neu erfinden!“, sagt Beate Bischoff. Im Sommer hatte im Rahmen der Konferenz der Diözese zur Schöpfungsverantwortung das Bobinger Team-Mitglied Ottmar Vellinger im Haus St. Ulrich einen Vortrag zum Thema „Wildbienen und Insektenhotel“ gehalten. Ganz anschaulich und mit viel Fachwissen erklärte er an einem selbst gebauten Insektenhotel – das mittlerweile in Straßberg hinter der Kirche steht – die häufigsten Fehler, die man beim Bau machen kann. Sein Vortrag kam bei den Zuhörern so gut an, dass er daraufhin viele Nachfragen von den Zuhörern bekam, die ebenfalls so ein Insektenhotel nachbauen wollten.

Auch eine Wallfahrt gehört dazu

Und das Wirken geht weiter: Gedanken, Lieder und Bitten zur Bewahrung der Schöpfung haben die engagierten Gläubigen im September bei einer Fuß-Wallfahrt nach Oberschönenfeld an zwei Stationen eingebracht. Gerade auf diesem Weg durch die Westlichen Wälder wurde ihnen hautnah bewusst, wie schön und doch zerbrechlich die Schöpfung ist.

Zum Abschluss des Jubiläumsjahres stellte das EMAS-Team seine Leitlinien, sozusagen seine Kernbotschaften, mit Texten, einem eigenen Glaubensbekenntnis und selbst formulierten Fürbitten in den Fokus. Dabei war ihm wichtig, alle Generationen mitzunehmen. So bezog Pfarrer Dr. Florian Schuller die anwesenden Kinder sehr aktiv in eine Art Predigtgespräch mit ein.

Die Schöpfung gerät in den Vordergrund

Im Oktober besuchte ein Fernsehteam von Katholisch TV Straßberg. Daraus entstand ein kurzer Film-Beitrag zu dem kirchlichen EMAS-Projekt, der in der Mediathek des Senders zu sehen ist.

Das Engagement lässt nicht nach: „Motiviert von so vielen guten Erlebnissen und Rückmeldungen gehen wir optimistisch in das nun elfte EMAS-Jahr und freuen uns über jeden und jede, die sich mit uns oder im eigenen Umfeld für die Schöpfung einsetzt,“ heißt es in einem Fazit. Wie Ottmar Vellinger feststellt, werden inzwischen viele Möglichkeit, die mit Material- und Energieeinsatz zusammenhängen, bereits ausgeschöpft. Daneben jedoch reiche das Thema immer stärker in die Bewusstseinsbildung hinein. „Es ist Teil der Verkündigung geworden“, sagt Vellinger. Ob in Firmguppen oder bei der Vorbereitung von Gottesdiensten: Der Schutz der Schöpfung rücke immer häufiger in den Mittelpunkt von Betrachtungen. (ppl)

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