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Mickhausen

01.07.2016

Und wieder ein Unfall auf der Rennstrecke

Das ist ein Bild vom bislang folgenreichsten Motorradunfall in diesem Jahr auf der Bergstrecke bei Mickhausen. In dieser Woche folgt ein weiterer Zusammenstoß mit glücklicherweise glimpflicheren Folgen.
Bild: Reinhold Radloff

Zwei Verletzte nach Zusammenstoß am Mickhauser Berg: Jetzt sammelt eine Bürgerinitiative Unterschriften gegen den Motorradtourismus. Auch der Gemeinderat beschäftigt sich am Montag mit dem Thema.

Es gibt erneut Verletzte am Mickhauser Berg zu beklagen. Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte die Polizei gestern, dass bereits am Dienstagabend nach dem Zusammenstoß zweier Motorräder beide beteiligten Fahrer ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Dies ist mindestens der dritte Motorradunfall seit dem Ende der Regenzeit im späten Frühjahr.

In Mickhausen wird sich am Montag der Gemeinderat mit der Verkehrslage auf der Kreisstraße A 16 befassen. Inzwischen gründete sich eine Bürgerinitiative, die Unterschriften gegen den Motorradtourismus an den Mickhauser Berg sammelt. Und auf Facebook hat das Thema ebenfalls viele Kommentare und Schilderungen zur Folge.

Ablauf ähnelt sehr dem vorangegangenen Unglück

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Nur fünf Meter und fünf Tage trennen die beiden jüngsten Motorradunfälle auf der Bergstrecke bei Mickhausen. Am 23. Juni wurden drei Fahrer in der sogenannten Waldkurve zum Teil lebensgefährlich verletzt. Der jüngste Zusammenstoß endete glimpflicher, ähnelt aber im Ablauf sehr dem vorangegangenen Unglück: Ob wegen zu hoher Geschwindigkeit oder eines Fahrfehlers, das ist laut Polizei nicht ganz geklärt, gerieten beide Fahrer auf der Kreisstraße A16 bergab kurz vor der nach rechts schwenkenden Waldkurve auf die linke Straßenseite und schleuderten schließlich in entgegenkommende Zweiräder. Das gibt auch der Motorradszene Rätsel auf. Denn wären die Fahrer jeweils einfach zu schnell gewesen, müsste es sie in oder nach der Kurve nach links getragen haben, nicht schon zuvor.

Beide Maschinen kamen zu Fall

Diesmal kam eine 27-jährige Frau aus Fuchstal am Dienstag gegen 18.30 Uhr aus unklaren Gründen noch auf relativ gerader Strecke auf die linke Straßenseite und krachte gegen ein bergauf entgegenkommendes Moped, das von einem 18-jährigen Fahrer nach Polizeiaussage ganz korrekt bewegt wurde. Beide Maschinen kamen zu Fall, die Fahrer stürzten, verletzten sich aber glücklicherweise diesmal nur leicht. Wegen Prellungen, Abschürfungen und des Verdachts auf einen Schulterbruch kamen beide ins Krankenhaus. An den Zweirädern entstand Totalschaden im Wert von rund 7000 Euro. Die Bergstrecke musste rund eine Stunde von der Feuerwehr Münster gesperrt werden.

Bei den Anwohnern liegen die Nerven blank

Gerade in Münster kocht die Stimmung. Nicht nur, dass von dort viele Helfer und Retter kommen, wenn es wieder einmal gekracht hat, und diese immer wieder Schreckensbilder an den Unfallorten ertragen und ehrenamtlich Aufräumarbeit leisten müssen. Auch der Lärm der Rennen, die sich Motorradfahrer hier an Wochenenden liefern, legt bei den Anwohnern Nerven blank. Eine Bürgerinitiative sammelt daher Unterschriften gegen den Motorradtourismus.

Zudem liegt dem Gemeinderat ein Antrag aus Münster vor, die Kreisstraße für Motorräder sperren zu lassen. Bürgermeister Hans Biechele geht davon aus, dass der Gemeinderat den Antrag an das für Verkehrssperrungen zuständige Landratsamt weiterleiten werde, dieses das Begehren jedoch aus juristischen Gründen ablehnen werde.

Derweil werden die in einem Bericht unserer Zeitung beschriebenen Ängste von Autofahrern aus der Staudenregion im sozialen Netz untermauert. Auf der Facebookseite unserer Zeitung.

„Polizei sieht man dort zu selten“

Michael Kleber gehört zu jenen, die als Autofahrer die Rennstrecke meiden: „Wir nehmen sonntags bei schönem Wetter auch die Strecke über Konradshofen. Wir wurden schon zu oft gefährlich überholt (trotz Verbot), geschnitten, bedrängt usw... Zu jedem, der uns besuchen kommt, sage ich, dass sie ganz rechts fahren müssen, sonst hängt dir einer im Auto. Da freut man sich auf den Winter, wenn der Spuk vorbei ist. Polizei sieht man dort zu selten.“

Jenny Kron Vogel: „Es ist wirklich grausam, was ich schon erlebt habe und es macht immer wieder Angst!“ Alexander Holl schlägt das Vorgehen österreichischer Polizei vor: „Hier sollte der Gesetztgeber ran. Wenn der Fahrer nicht feststellbar ist, wie beim Krad, sollte der Halter zur Verantwortung gezogen werden. Stationärer Blitzer an der Strecke, der von hinten blitzt und bald wäre Ruhe.“ Tom Müller schreibt: „Nachdem Tempolimit und Überholverbot leider nichts gebracht haben, hilft hier nur noch ein striktes Fahrverbot für Motorräder.

Ihre Meinung?  Schreiben uns per Mail an redaktion@schwabmuenchner-allgemeine.de oder per Post an die Redaktion, Bahnhofstraße 17 in 86830 Schwabmünchen

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