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Untermeitingen

17.06.2019

Untermeitingen: Post will Grundstück erneut erweitern

Das Gelände der Post in Untermeitingen wurde auf dieser Seite des Grundstücks bereits einmal erweitert, um Parkplätze zu schaffen. Nun will die Post sich noch einmal vergrößern. Diesmal geht es um Platz für E-Autos.
Bild: Daniel Weber

Darf die Post ihr Gelände in Untermeitingen vergrößern? Den Gemeinderat stören nicht eingehaltene Absprachen. Er entscheidet auch über Werbung am Ärztehaus

Die Deutsche Post will an ihrem Standort am Siebenerweg das Firmengelände auf der ortsabgewandten Nordseite um rund 500 Quadratmeter erweitern. So will sie Parkplätze für ihre neuen Elektrofahrzeuge schaffen. Schon 2017 habe man die Grundstücksgrenze sechs Meter nach Norden verschoben, erklärte Bürgermeister Simon Schropp (CSU). Nun sollen weitere zehn Meter folgen.

Alexandra Mosler (CSU) kritisierte, dass der Gemeinderat der Vergrößerung des Geländes bereits damals nur unter der Bedingung zustimmte, dass die Mitarbeiter der Post künftig nicht mehr im öffentlichen Raum parken. Das habe aber nichts bewirkt. Herbert Riess (Freie Wählervereinigung) führte aus, dass der nahe Friedhofsparkplatz noch immer halb zugeparkt sei von Postmitarbeitern. Bernd Früchtl (SPD/FDP) gab zu bedenken: „Alle reden über E-Autos, hier will jemand E-Autos.“ Doch auch er wolle nicht alle paar Jahre eine neue Erweiterung des Grundstücks.

Die Post löse mit der Erweiterung möglicherweise eine Kette von Ereignissen aus, sagte Schropp: Faktisch sei der Bereich inzwischen ein Gewerbegebiet, wenn auch noch nicht auf dem Papier. Wenn das Grundstück auf Kosten der landwirtschaftlichen Fläche erweitert würde, könnte das Landratsamt bei dieser Gelegenheit einen Bebauungsplan einfordern. Auch müsste zum Beispiel die Erschließung des Grundstücks neu beurteilt werden. Mit zehn Stimmen und fünf Gegenstimmen segnete der Gemeinderat schließlich die Erweiterung ab

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Der Gemeinderat will keine Sparkassenwerbung vor dem Ärztehaus

Die Sparkasse würde gerne ihren Werbepylon vor dem Ärztehaus aufstellen statt wie bisher bei ihrer Filiale. Der Bebauungsplan spricht jedoch dagegen, ebenso alle Mitglieder des Gemeinderats. Gegen zwei weitere Pylone haben die Räte jedoch nichts einzuwenden. Auf den bis zu 3,5 Meter hohen Säulen sollen die Namen und Kontaktdaten der Ärzte stehen, die im Ärztezentrum arbeiten. „Es heißt Ärztehaus, nicht Sparkassenhaus“, brachte Karl Strass (CSU) die Kritik der Ratsmitglieder auf den Punkt.

Zwei große Gebäude im Buchenbergweg

Gleich zwei große Gebäude sollen im Buchenbergweg entstehen. Der Bauherr eines Mehrfamilienhauses mit 15 Wohneinheiten bat darum, mehr Stellplätze als üblich unterirdisch nachweisen zu dürfen. Zwar plante er die 30 erforderlichen Plätze ein, davon aber nur zehn oberirdisch, den Rest in der Tiefgarage. Die Stellplatzverordnung der Gemeinde sieht mindestens zwölf oberirdische Parkplätze vor. Mosler sah einen Vorteil in weniger versiegelter Fläche durch mehr Tiefgaragenplätze und der Gemeinderat gab dem Bauherrn einstimmig grünes Licht.

Für das Grundstück direkt neben dem Mehrfamilienhaus stellte ein anderer Bauherr eine Bauvoranfrage für eine Wohnanlage mit elf Wohneinheiten und Tiefgarage. Er will das Dachgeschoß an zwei Seiten um 0,75 Meter einrücken, an der dritten um einen Meter. Der Bebauungsplan sieht jedoch eine Einrückung an drei Seiten um je 1,5 Meter vor. Karl Strass (CSU) merkte an, dass sich der Gemeinderat zwar bei einem anderen Gebäude kulant bei der Einrückung zeigte, doch da sei das Dachgeschoß insgesamt sogar kleiner ausgefallen als erlaubt. Hier hingegen werde auch die Grundfläche überschritten. Riess stimmte dem zu und kritisierte das Ansinnen des Bauherrn mit den Worten: „Die Tinte (des Bebauungsplans, Anm. d. Red.) ist noch nicht trocken, da kommt schon der Antrag auf Befreiung.“ Mit Ausnahme von Bürgermeister Schropp erteilten die Räte dem Anliegen des Bauherrn eine Absage.

Die Grundschule bekommt einen Aufzug

Nach der Mittelschule bekommt nun auch die Grundschule in Untermeitingen einen Aufzug. Die Verwaltung habe schon vor einiger Zeit einen Schubladenplan vorbereitet und einen Förderantrag eingereicht, sagte Schropp. Nun sei das Projekt nachträglich in ein Förderprogramm gerutscht, die Gemeinde müsse nur zehn Prozent der Kosten selbst tragen und spare fast 160000 Euro. Architekt Philipp Bosse erläuterte, dass ein Modell aus Stahl und Glas zwischen der Imhofhalle und der Nordseite der Grundschule an der Außenwand errichtet werde. Wegen kleiner Treppen zwischen Nord- und Südbereich der Schule seien allerdings auch mit dem Aufzug einige wenige Räume nicht behindertengerecht zugänglich. Schropp merkte an, dass derzeit ohnehin niemand mit einer Gehbehinderung die Schule besuche. Für andere Zwecke wie den Essenstransport sei der Aufzug aber nützlich. Der Gemeinderat entschied sich einstimmig für diese Variante des Aufzugs.

Untermeitingen fördert den Erhalt alter Bäume

Der Gemeinderat verabschiedete mit Gegenstimmen von Bernd Früchtl und Xaver Aurbacher die „Richtlinie zur Förderung der Erhaltung ortsbildprägender Bäume“. Sie stellt Eigentümern Fördergelder in Aussicht, wenn sie besonders alte Bäume auf ihrem Grundstück pflegen und erhalten.

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