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Untermeitingen

20.01.2020

Untermeitingen bezuschusst fremde Vereine

Die Naturfreunde Klosterlechfeld bitten Untermeitingen um finanzielle Unterstützung bei der energetischen Sanierung ihres Vereinsheims, des Oskar-Weinert-Hauses. Das steht auf dem Gemeindegebiet von Scheuring und ist vom Verein nur gepachtet. Trotzdem zahlt Untermeitingen.
Foto: Daniel Weber

Gleich sieben Vereine bitten Untermeitingen um finanzielle Unterstützung. Manche gehören aber gar nicht zur Gemeinde. 

Die Naturfreunde Klosterlechfeld wollen ihr Vereinsheim bei Scheuring sanieren: Eine Fotovoltaik-Anlage soll auf das Dach, die alte Ölheizung soll ausgetauscht und die Außenfassade erneuert werden. Gesamtkosten: 52000 Euro. Dafür haben die Naturfreunde die Gemeinde Untermeitingen um Unterstützung gebeten.

Aber warum fragt der Verein aus Klosterlechfeld eigentlich bei Untermeitingen an? Tatsächlich ist das gar nicht so seltsam, wie es auf den ersten Blick scheint: Weil die Lechfeldgemeinden Untermeitingen, Graben und Klosterlechfeld eng beieinanderliegen, sind viele Einwohner in Vereinen einer Nachbargemeinde Mitglied.

Die Gemeinden beteiligen sich abhängig von den eigenen Mitgliedern

Deshalb teilen sich die Gemeinden die Förderkosten für ihre Vereine auf: Jede Gemeinde zahlt einen Prozentsatz, der dem Anteil der eigenen Vereinsmitglieder entspricht. Die Naturfreunde Klosterlechfeld bestehen zu 40 Prozent aus Untermeitingern.

Wenngleich der Verein 52000 ausgeben will, diskutierte der Finanzausschuss Untermeitingen über einen viel kleineren Betrag: Nur 23000 Euro brauchen die Naturfreunde schon in diesem Jahr. Die 40 Prozent dieser Summe, um die es für Untermeitingen geht, sind dann 9200 Euro. Die Gemeinde übernimmt bei einer Vereinsförderung in der Regel die Hälfte der Kosten, in diesem Fall also 4600 Euro.

Normalerweise hätte der Finanzausschuss Untermeitingen eine solche Förderung ohne lange Diskussion bewilligt. Doch das Vereinsheim der Naturfreunde Klosterlechfeld steht gar nicht in Klosterlechfeld, sondern auf der östlichen Lechseite auf Scheuringer Boden – und gehört dem Verein nicht einmal. Ein privater Besitzer aus Scheuring verpachtet das Haus an die Naturfreunde. „Die Maßnahmen erhöhen den Wert des Gebäudes“, stellte Karl Strass (CSU) fest. Es profitiere also der Scheuringer Eigentümer; dafür dürfe die Gemeinde Untermeitingen kein Geld ausgeben. Dem Verein, dem viele Untermeitinger angehören, wollten die Gemeinderäte trotzdem helfen.

Im Notfall muss das Geld zurückgezahlt werden

„Aber wenn die Pacht gekündigt wird, müssen wir das Geld zurückbekommen“, forderte Bürgermeister Simon Schropp. Unter dieser Bedingung beschloss der Rat schließlich, die 4600 Euro zur Verfügung zu stellen.

Sportverein Gleich mehrere Sanierungen stehen beim Sportverein Untermeitingen an. Die Laufbahn muss für knapp 6000 Euro gereinigt werden, bevor sie zu stark vermoost. Die Gemeinde unterstützt das mit 2900 Euro. Teurer werden neue Fenster und eine neue Eingangstür, um den Wärmeverlust des Gebäudes zu verringern. Kostenpunkt: etwa 71000 Euro. Hier zahlt Untermeitingen rund 35000 Euro. Schließlich will der Sportverein noch eine Bewässerungsanlage bauen. 2019 bewilligte die Gemeinde dafür bereits einen Zuschuss von 20000 Euro. Nun habe sich herausgestellt, dass der neue Brunnen nicht genug Wasser fördere, um die Anlage zu betreiben, erklärte Isabella Uhl, Vorsitzende des Sportvereins und selbst im Finanzausschuss. Das sei vorher nicht absehbar gewesen. Nun habe man bereits damit begonnen, einen zweiten Brunnen zu bohren, und müsse zusätzlich einen Wasserspeicher installieren. Das koste weitere 15200 Euro. Der Finanzausschuss beschloss, die Nachbesserungen mit 7600 Euro zu unterstützen.

Das Mobilfunknetz stört die Übertragung der Anlage

Imhofia Die Untermeitinger Faschingsgesellschaft Imhofia will die Tontechnik in der Imhofhalle aufrüsten: Die Jecken wollen sechs Nackenbügelmikrofone und bitten Untermeitingen um finanzielle Unterstützung. Der Verein investiert zudem in die Musikanlage. Sie ist veraltet und kann nur auf Frequenzen an die kabellosen Mikrofone funken, die heutzutage vom Handynetz gestört werden. Von der neuen Technik profitierten auch andere Vereine und die Gemeinde, merkte Schropp an. Der Finanzausschuss entschied, mit 15000 Euro die gesamten Kosten für die neuen Mikrofone zu übernehmen.

St. Martin Ganze 4,1 Millionen Euro kostet der Umbau der Kirche St. Martin in Lagerlechfeld. Durch eine eingezogene Zwischenebene entsteht ein Mehrzweckraum unter anderem für Gottesdienste und ein Depot. Die Diözese übernimmt für viele Maßnahmen wie für den energetisch modernen Ausbau die Kosten. Dennoch muss die Pfarrgemeinde fast 370000 Euro selbst stemmen. Graben hat bereits angekündigt, 45000 Euro beizusteuern, ebenso macht es nun die Gemeinde Untermeitingen.

Der Heimatverein Lechfeld braucht einen neuen Toilettencontainer

Heimatverein Um Unterstützung für einen neuen Toilettencontainer bat der Heimatverein Lechfeld aus Untermeitingen. Graben, Klosterlechfeld und Untermeitingen übernehmen gemeinsam die Hälfte der 15000 Euro, auf Untermeitingen entfallen 4500 Euro.

Versöhnungskirche In der Versöhnungskirche in Lagerlechfeld sollen die Orgel saniert und die Heizung repariert werden. Hier zahlen die Lechfeldgemeinden mit 20000 Euro 36 Prozent der Kosten – Untermeitingen steuert 9200 Euro bei.

Musikverein Ein neues Baritonsaxofon hat sich der Musikverein Untermeitingen zugelegt. Untermeitingen übernimmt die gesamten Kosten in Höhe von 900 Euro.

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