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Untermeitingen

15.10.2020

Untermeitinger am Watzmann vermisst: Suche ist unterbrochen

Die Einsatzkräfte beraten über die Suche nach dem vermissten Trailrunner.
Bild: BRK Berchtesgarden

Plus Es ist die größte Suchaktion des Jahres für die Bergwachten am Watzmann: Ein Untermeitinger wird dort seit Freitag vermisst. Warum die Suche vorerst unterbrochen wird.

Die Suche nach dem 21-Jährigen, der seit dem 9. Oktober am Watzmann vermisst wird, verläuft bisher erfolglos. Bei dem Einsatz handelt es sich um den größten des Jahres für die Bergwacht in Berchtesgaden. Die Angehörigen des Vermissten bitten darum, von Nachfragen zum Stand der Suche bei ihnen abzusehen. Das sei emotional zu belastend für sie. Zudem wird es in den nächsten Tagen wohl auch keine Neuigkeiten geben.

Die Suchaktion nach dem Untermeitinger am Watzmann wurde unterbrochen

Denn die Suche wurde unterbrochen. Das Wetter am Berg ist wieder schlechter geworden. "Der massive Schneefall und das steile Gelände sorgen für eine hohe Lawinengefahr", sagt Michael Renner von der Bergwacht in Ramsau. Die Suche wurde aus Rücksicht auf die Sicherheit des Suchtrupps unterbrochen. Weitergehen soll es erst, wenn sich das Wetter wieder bessert. Das nächste Hoch wird für den Sonntag vorhergesagt. Laut Renner kann das allerdings Lawinengefahr verursachen, sodass man noch 24 bis 36 Stunden warten müsse.

Zudem ist die Suche extrem schwierig. Über die Route des Untermeitingers ist nicht viel bekannt, sodass er überall auf dem fast 3.000 Meter hohen Berg sein könnte. "Es ist wie Lotto-Spielen", sagt Renner. Der Vermisste könne sich theoretisch hinter jeder Schneewehe verbergen. Bisher lief die Suche hauptsächlich per Hubschrauber, weil die Berghänge schwer zugänglich sind..

Untermeitinger wird mit Metalldetektoren gesucht

Zum Einsatz kamen die Bergwachten aus Berchtesgaden und aus dem gesamten Chiemgau. 30 Leute haben zwischen Sonntag und Mittwoch jeden Tag acht Stunden lang nach dem Untermeitinger gesucht. "Das ist sicherlich der größte Einsatz des Jahres", sagt Renner.

Ein Hubschrauber sucht mit einer Boje nach Spuren des vermissten Untermeitingers.
Bild: BRK Berchtesgarden

Zum Einsatz kam am Mittwoch eine sogenannte "Boje", eine Art Metalldetektor, mit dem selbst kleinste Metallmengen aus der Luft aufgespürt werden können. Diese wurde mit einem Hubschrauber der österreichischen Flugpolizei an den Hängen entlanggeflogen. Wenn es eine Spur geben würde, würde ein Mann von der Bergwacht mit einer Schaufel aus dem Helikopter herabgelassen, um nach dem Vermissten zu graben.

Die Bundespolizei setzte gleichzeitig Bergretter an unterschiedlichen Steilhängen und den umliegenden Bergen wie der Watzmannfrau und den Watzmannkindern ab, um dort die Berghütten und Gipfelbücher zu kontrollieren. Dort hatte der Untermeitinger sich allerdings nicht eingetragen.

Der Vermisste ist ein erfahrener Trailrunner, der die Watzmannüberquerung normalerweise an einem Nachmittag schafft. Bei seiner Tour war er auch zweistelligen Minustemperaturen ausgesetzt. Laut Andreas Holzer von der Polizei in Berchtesgaden "sei davon auszugehen, dass ihm etwas zugestoßen ist".

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