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Großaitingen

28.08.2020

VG Großaitingen warnt Unternehmen vor Inseraten

Eigentlich erscheint die Broschüre der Gemeinschaftsverwaltung Großaitingen seit diesem Jahr nicht mehr.
Bild: Christoph Lotter

Plus Ein Unternehmen aus Rheinland-Pfalz wirbt für Anzeigen, die nichts mit dem Großaitinger Gemeindeblatt zu tun haben. Was dahinter steckt.

Im örtlichen Gemeindeblatt eine Werbeanzeige zu schalten, ist für viele Firmen nichts Ungewöhnliches. Doch in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Großaitingen sollten sich Unternehmen derzeit vorsehen. Denn dort lockt eine Werbe-Firma mit Sitz in Rheinland-Pfalz mit der Veröffentlichung von Werbeinseraten.

Allerdings erscheinen die Anzeigen der örtlichen Gewerbetreibenden nicht im Heft der Gemeinschaftsverwaltung, sondern sind für eine Bundeslandbroschüre bestimmt, die die Firma selbst herausgibt. Für die betroffenen Unternehmen ist das aber offenbar nicht eindeutig zu erkennen. „Uns haben in den vergangenen Wochen immer wieder Firmen angerufen und gefragt, ob wir unsere Broschüre nun doch neu auflegen“, sagt Isolde Schwemm von der Verwaltungsgemeinschaft.

Broschüre der VG Großaitingen wird nicht neu aufgelegt

Denn eigentlich erscheint die Broschüre der Gemeinschaftsverwaltung seit diesem Jahr nicht mehr. Zuletzt wurde sie 2014 herausgegeben. Sie informierte unter anderem über die örtlichen Kindergärten, Vereine und Gewerbetreibende. „In diesem Jahr haben wir entschieden, das Heft nicht mehr aufzulegen, weil die Informationen schnell veralten und wir das Wichtigste auf unserer Homepage veröffentlichen“, sagt Schwemm.

Trotzdem wurden örtliche Gewerbetreibende von der Werbe-Firma mit Sitz in Rheinland-Pfalz kontaktiert und gefragt, ob sie nicht eine Anzeige schalten wollen. Das sorgte für Verunsicherung. Auf ihrer Homepage warnt die VG deshalb nun vor Anrufen oder Schreiben der besagten Firma. Diese sei von der Verwaltungsgemeinschaft Großaitingen weder beauftragt worden noch bestehe eine Kooperation. Es handele sich um ein rein privatrechtliches Werbeangebot für eine Eintragung des Betriebs in der Bundeslandbroschüre Bayern und nicht für die VG Großaitingen.

Es ist nicht der erste Fall dieser Art in der VG Großaitingen

Doch es ist nicht der erste Versuch einer Firma, örtliche Unternehmen dazu zu bewegen, eine Anzeige im firmeneigenen Heft zu schalten. „Wir erleben das immer wieder, teilweise zwei bis dreimal im Jahr“, sagt Schwemm. „Wir haben die örtlichen Unternehmen auch schon angeschrieben und darüber informiert.“ Doch einige Unternehmen seien bereits darauf reingefallen und hätten teure Anzeigen geschaltet ohne etwas davon zu haben.

Der jüngste Fall ist der Schwabmünchner Polizei zwar nicht bekannt. Auch besagte Werbe-Firma war dort bislang nicht auffällig. Aber Hauptkommissar Walter Schmid kennt das Problem: „Solche Firmen geben oft irgendein Blatt heraus, was mit der Gemeinde nichts zu tun hat. Die angefragten Unternehmen zahlen dann viel Geld für eine Anzeige, ohne einen Mehrwert zu haben.“ Die Entscheidung, ob es sich dabei um Betrug handelt, obliege aber nicht der Polizei.

„Wenn Betroffene Anzeige erstatten, leiten wir dies an die Staatsanwaltschaft weiter“, sagt Schmid. Dort werde geprüft, ob es sich rein rechtlich um einen Betrugsfall handelt. Schmid geht aber davon aus, dass Fälle dieser Art tendenziell zurückgehen, da sich gerade im Anzeigenbereich inzwischen viel online abspielt. Klassische Betrugsmaschen wie der Enkeltrick oder der falsche Polizist, bei denen Täter aus Callcenter anrufen, um Geld von den Opfern abzugreifen, würden deutlich häufiger angewandt.

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